Boracay – Paradies Philippinen

Philippinen – klingt ziemlich weit weg. Ja, das sind sie auch 🙂

Die Anreise ist oft beschwerlich und manchmal landet man auch nicht dort, wo man ursprünglich hinwollte. Von Mai bis Oktober ist Taifun Zeit. Daneben gibt es noch von Zeit zu Zeit Erdbeben, Seebeben und Vulkanausbrüche. Die Philippinen liegen am „Ring of Fire“. Kein anderer Staat der Welt ist so oft tropischen Stürmen und Naturgewalten ausgesetzt.

Eine hohe Flexibilität wegen nötigen Planänderungen ist hier sehr wichtig. Über 7.000 Inseln, von denen ungefähr 880 bewohnt sind, verteilen sich und können per Flugzeug oder Boot erreicht werden. Weil das Wetter sich hier sehr schnell ändert, ist es möglich das von jetzt auf gleich Boote einfach nicht mehr fahren. Mir ist dies passiert, als ich von Bohol nach Siquijor Island rübersetzen wollte – ob ich mein Geld wiederbekommen habe und wie ich trotz Sturm noch von der Insel kam, im nächsten Post.

Boracay ist eine paradiesische Trauminsel. Sie ist genau so, wie man sich im Traum eine Insel vorstellt: ganz weißer, feiner Sand, der Strand ist gesäumt mit Kokospalmen, das Wasser glasklar und warm, es geht ein leichter Wind, so das Segelboote vor der Küste kreuzen können, abends wird der Strand mit Kerzen, Fackeln und Lichtern geschmückt, Tische werden aufgebaut für ein romantisches Dinner bei leiser Hintergrundmusik am Strand. Einfach traumhaft. Und so zählt Boracay zu den wenigen Orten, die ich wieder besuchen würde. Aber das nächste Mal nicht allein.

Die Hotels sind nicht billig am White Beach, der in drei Zonen unterteilt ist und sich über 3,5 km erstreckt. Der White Beach zählt zu den 10 schönsten Stränden der Welt. Ab 30 USD aufwärts, aber dann auch nicht in erster Reihe, kann man gut etwas finden. Ich hatte das Glück eine Strohhütte für 18 USD buchen zu können, 5 qm groß und sehr basicly, aber sauber und völlig ausreichend. Wer gerne hundert Dollar und mehr pro Nacht zahlt, bekommt dafür auch ein schickes Zimmer mit Balkon direkt zum Meer in erster Reihe.

Wassersportmöglichkeiten gibt es unendlich viele auf Boracay. So ist es ideal zum Kite-Surfen hier, zum Segeln oder zum Tauchen. Tauchschulen reihen sich eng aneinander und wer noch keinen Tauchschein hat, bekommt hier die Möglichkeit ab einem Tag aufwärts vom Schnuppertauchen bis zur Tauchlehrer-Lizenz alle Scheine zu machen.

Angebote für Ausflüge sind begrenzt, wie man sich vorstellen kann. Es gibt die Möglichkeit sich mit einem Tuk Tuk über die Insel fahren zu lassen, oder mit dem Boot um die Küste herum. Sehr beliebt ist auch ein romantischer Segelausflug bei Sonnenuntergang. Ansonsten heißt es hier: Ausruhen. Und das fällt wirklich leicht bei so einer Traumkulisse. Europäische Touristen sind hier in der Minderheit. Deutsche Touristen sind auf Boracay selten anzutreffen.

Anreise:
Es gibt zwei Flughäfen, von denen aus Boracay erreicht werden kann. Beide liegen nicht auf der Insel Boracay, sondern auf Panay Island. Das letzte Stück muß immer mit einem Boot zurückgelegt werden. Der Flughafen Caticlan ist sehr bequem, man ist schnell am Hafen und schnell auf der Insel. Dafür wird Caticlan nur von wenigen Gesellschaften angeflogen (kleine Propellermaschinen aus Manila und Cebu) und dann ist das 3x so teuer als wenn man nach Kalibo fliegt. Das macht auch der Preis des Transfers nicht wieder gut, der von Caticlan ca. 350 Peso beträgt und von Kalibo 700 Peso (13 Euro). Und wie so oft im Leben: Was man an Geld spart, verliert man an Zeit. Denn der Transfer von Kalibo dauert wirklich lange. Ich bin um 14.45 gelandet und war um 19.30 in meinem Hotel. Das Ganze ist dafür aber recht einfach: aus dem Flughafen rauskommend, direkt geradeaus ist ein großer Stand von South-West Tours aufgebaut. Man kann dort Tickets kaufen, auch wenn man nicht vorher registriert ist. Sie arbeiten mit Air Asia und Cebu Pacific zusammen und bei manchen Flügen gehen die Stewardessen bereits im Flugzeug rum und nehmen die Buchungen auf. Es besteht auch die Möglichkeit direkt online bei Air Asia (wohl auch bei Cebu Pacific) vorzubuchen. Aber dies gilt nicht für alle Flüge, deshalb sollte man sich immer vorher informieren und wie gesagt es gibt auf jeden Fall auch Tickets für die, die nicht vorgebucht haben. Drumherum wedeln gefühlte 200 Philipinos mit Lock-Angeboten ab 250 Pesos. Da ist dann Verschiedenes nicht inkludiert. Ich bin alleinreisend und bewege mich immer lieber im sicheren Rahmen und somit kam für mich etwas anderes als South-West nicht in Frage. Die Fahrt (wunderschöne Landschaft auf Panay Island) ging dann mit einem Bus zum Hafen in 3-4 Stunden (1 Pause 15 Minuten) und dann mit kleinen Schnellbooten weiter. Wie so oft in Asien bekommt man bunte Sticker zum Aufkleben an das T-Shirt, damit man schnell zugeordnet werden kann. Alles ist bestens organisiert. Auf Boracay angekommen, hat man mir sogar meinen Rucksack zu Fuß weitertransportiert, weil durch die kleinen Gassen nichts fahren kann. Es war dann noch eine halbe Stunde Fußmarsch durch kleine Straßen und über Sand und dann waren wird da. Die Strapazen der Anreise sind gerne vergessen, wenn man am nächsten Morgen an den Strand geht 🙂

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Segelboot mit beidseitigem Ausleger (Proa), ein sogenanntes „Mehrrumpfboot“. Es zeichnet sich durch Schnelligkeit und Wendigkeit aus. Es gibt keine „Wende“ oder „Halse“, beim Wendemanöver werden Heck und Bug einfach ausgetauscht (Shunting). Solche Boote habe ich in Indonesien auch oft gesehen. In Sri Lanka dagegen gibt es Ein-Ausleger-Boote, d.h. das Boot hat nur an einer Seite den Ausleger (dieser ist dann im Luv)

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Ungefähr 3 km kann man den Strandweg entlang gehen. Es reihen sich Geschäfte, Restaurants, Hotels und Tauchschulen aneinander. Manchmal führen die kleinen davon abgehenden Seitengassen zu Souvenirmärkten.

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Eins von den Restaurants mit schöner Terrasse und Aussicht aufs Meer. Abends sind am Strand verschiedene Bands, die Live Musik spielen.

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Weiterreise:

Nahezu jedes Hotel besorgt Tickets für den Rücktransport zu den beiden Airports. Weiterflüge sind ab Kalibo schon für 20-30 Euro zu haben, je nachdem wo man hinmöchte. Ein kurzer Sprung nur ist Cebu entfernt, wo es einen großen Hafen gibt, als Sprungbrett zu vielen weiteren Inseln. Dazu fliegt man nach Mactan, was auf Lapu Lapu gelegen ist und lässt sich mit dem Taxi (ich habe mir eins mit 3 Chinesen geteilt) zum Hafen bringen. Da dieser viele weit verstreute Ablegestellen hat, sollte man im Mactan Airport an dem Info-Stand sich bereits die Pier Nummer geben lassen. Diese braucht man unbedingt für das Taxi.

 

 

 

2 Kommentare zu “Boracay – Paradies Philippinen”

  1. „They call it paradies“ und ein einsames Schild mit der Aufschrift „Beware of falling nuts“, das war typisch Boracay. 1984/5 war es auch noch ein Paradies. Nach 2 Tagen kannte man sämtiche derzeit dort logierenden Travellers. Abends saß man zusammen mir den Einheimischen und trank Mekong. Oben und unten am White Beach war jeweils ein Dorf, der Pfad dazwischen menschenleer, ein Dutzend Boote, nachts badeten wir im planktongrünen Meer, man hörte nur das Plätschern der Wellen, die Zirpen im Dschungel und hin und wieder ein Gekko. Restaurants? Tische und Stühle zwischen den Palmen, ein paar Minuten durch einen Palmenhain und man war an der „English Bakery“, der einzigste niedergelassene Ausländer auf der Insel, mein Bungalow in erster Reihe kostete 5,- DM ……und nur 6-7 Jahre später habe ich die Insel nicht mehr wieder erkannt. Geschäfte, Tauchschulen, Disco. Voll und zugebaut, nachts laute Musik, tagsüber „you want massage“? Auf deinen Photos erkenne ich zwischen all den Booten keinen Strand mehr. Die Preise hauen mich um. Ich bin froh, eine der schönsten tropischen Inseln noch in ihrem Ursprung kennen gelernt zu haben.

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