Abschied – Das war’s……..

………für den Moment 🙂

99,6 % meines Datenvolumens für den Blog sind nun aufgebraucht. Das bedeutet ein Weiterschreiben ist nicht mehr möglich.

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig für die vielen schönen Dinge auf der Welt begeistern, euch ein wenig mitnehmen auf meine Reisen und Neugier und Abenteuerlust wecken.

Vielen Dank an meine Unterstützer und an diejenigen, die mich immer wieder motiviert haben weiter zu schreiben, weiter zu reisen, mir Mut gemacht haben mich aus den merkwürdigsten Situationen wieder zu befreien und aus dem entferntesten und dichtesten Dschungel wieder rauszukriechen 🙂

Ich teile meine Geschichte mit der Öffentlichkeit, um damit Menschen Mut zu machen über ihre Grenzen zu gehen, damit alle sehen können was man schaffen und erreichen kann, trotz Hirnblutungen und Lähmungen. Meine Geschichte ist ungewöhnlich und nichts darin war je geplant; ich habe das Leben so genommen wie es kam und jeden Tag einfach nur gelebt, voller Spaß und Freude, daraus entwickelt haben sich unglaubliche Reisen und Geschichten. Ich habe mich nicht in Krankheit und Schicksal gefügt, sondern meinem Leben eine neue Richtung gegeben, mit Kraft, Mut und Menschen, die an mich geglaubt haben.

(hier kannst du meine Geschichte nachlesen)

 

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Ich habe nie aufgegeben und hoffe andere Menschen motivieren zu können, ebenfalls an ihre Grenzen und darüber hinaus zu gehen, um Unglaubliches erleben und sehen zu dürfen. Um das Leben zu spüren, mit all seinen Facetten.

Würde ich im Lotto gewinnen, so würde ich eine Stiftung gründen, für all jene Menschen, die das aus eigener Kraft nicht schaffen können, damit auch sie die Freiheit des Lebens und Reisens spüren könnten und erkennen, daß das ganze Leben ein Abenteuer ist. Das ganz eigene persönliche Abenteuer, das jeder Mensch für sich selbst gestaltet.

Diesen Blog habe ich vor Jahren angefangen, damit mir nahestehende Menschen sehen können, wo auf der Welt ich mich befinde, heute blicke ich zurück auf unendlich viele Erinnerungen, die für mich sind, die meine eigenen sind und somit habe ich etwas Unvergängliches geschaffen. Und wenn ich es schaffe, nur einen einzigen Menschen vom Sofa zu holen, zu motivieren, nicht aufzugeben und ebenfalls über sich hinauszuwachsen, dann bin ich zufrieden, dann hat es sich gelohnt, all das mit der Öffentlichkeit zu teilen.

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Ende 2019 werde ich mit einem akademischen Grad mein Psychologie Studium beenden. Deswegen wird es in den nächsten Monaten keine größeren Reisen und Beiträge mehr geben (ich verbringe den Winter in Mexiko, türkisblaues Meer, Sonne, Strand, Salsa und ein paar gute Margaritas).

Aber danach werde ich wieder neu aufbrechen. Wohin? Nun, ich weiß es noch nicht. Mir fehlen noch so einige Ecken auf der Welt und ich habe schon wieder tausend neue Ideen 🙂 Vielleicht finde ich auch je(Mann)den, mit dem ich zusammen reisen möchte, denn das Alleinreisen bin ich sooo müde geworden. Auf dem Seeweg, auf dem Landweg, egal, es gibt noch so viel zu entdecken.

UPDATE: Es wird 2020 auf dem Seeweg für mich weitergehen :-)) Nachdem ich nun alle notwendigen Bootsscheine erworben habe, versuche ich meinen Traum der Weltumsegelung zu verwirklichen.

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Lebe frei!

 Nicky

Bagan…mystisch wie in einer anderen Welt

Mystisch und unwirklich sehen sie aus, die Fotos von der alten Königsstadt Bagan.

Auf ca 36 Quadratkilometern verteilen sich ungefähr 2000 zugängliche Tempel, Pagoden und Stupas am Ostufer des Irrawaddy Flusses. Im Mittelalter zählte Bagan zu einer der größten Städte und war 15 mal größer als die City of London. Im Laufe vieler Jahrhundert etablierte sich der Buddhismus und verdrängte den Schlangenkult, bereits im 9. Jahrhundert existierte hier der Vajrayana Buddhismus, welcher zwei Jahrhundert von der Theravada Richtung abgelöst wurde. In 250 Jahren wurden mehr als 6000 Tempel gebaut, von denen heute nicht mehr alle erhalten sind. Bis heute sind die Tempel in Bagan nicht ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen, da nach einem Erdbeben nicht nach bauhistorischen Plänen gearbeitet wurde.

Sprachlos taucht man ein in diese scheinbar endlose Weite von Akazienbäumen, Feldern und Tempeln und fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit.

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Völlig frei kann man sich (noch) auf dem gesamten Gelände bewegen (Eintritt ist für die gesamte Region bereits bei Einreise zu bezahlen, 20.000 Kyat). Zu Fuß, mit dem Rad oder dem E-Bike.

Den ganzen Tag unterwegs sein, über Sandstraßen, bei denen die Räder des Bike so schön wegrutschen und jede Menge Staub aufgewirbelt wird, ein Gefühl der totalen Freiheit. Anhalten wo es Spaß macht, einfach das Bike parken und durch die oft winzig kleinen und stockdunklen Treppenaufgänge der Tempel nach oben quälen.

Jeder Gang ist anders, jeder Tempel aufs Neue eine Überraschung. Die Höhenangst einfach vergessen und über das wunderbare Land schauen. Das ist Bagan.

Die Außentreppen sind ungleich hoch, oftmals viel zu hoch für einen Schritt, in Stein gemeißelt. Absicherungen? Gibt es keine. Wo kann man das  heute noch machen? Hier ist eins der letzten Abenteuer zu erleben. Und so fühlt man sich auch, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist. Essen und Trinken ist unwichtig geworden. Was zählt sind immer neue Tempel, bessere Aussichten, dunklere Gänge und zum Abschluss den richtigen Platz für den Sonnenuntergang erwischen.

Für mich zählt Bagan zu den schönsten Dingen, die ich auf all meinen Reisen jemals sehen durfte.

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Die Batterie des E-Bike hält den ganzen Tag durch. Das Bike musste aber ganz schön viel aushalten, so wie ich damit durch unwegsames Gelände gefahren bin 😉 So eingestaubt wie das Bike war ich abends auch…

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Mit dem Bike kann man auch durch die kleinen Dörfer fahren.

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Winzig, winzig klein sind sie, die Aufgänge der Tempel. Teilweise 40 cm breit, Höhe 1,60. Umdrehen? Haha, nicht möglich. Es geht nur vorwärts. Stockdunkel ist es im Inneren. Aber selbst eine Lampe hilft nicht weiter weil man die Stufen aufgrund der merkwürdigen Körperhaltung nicht sehen kann. Mit Rucksack und voller Kameraausrüstung ist ein Feststecken vorprogrammiert. Hier ist Langsamkeit in Kombination mit dem Tastsinn das Einzige, was zum Ziel führt. Bis auf ein paar Moskitos sind mir aber keine Tiere im Inneren begegnet, vermutlich ist es ihnen zu eng 😉

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Zum Sonnenuntergang die Außentreppen bis nach ganz oben nehmen…meine Höhenangst hatte ich total vergessen, weil ich so sehr einen guten Platz oben haben wollte. Als ich 2/3 geschafft hatte, schaute ich das erste Mal runter und dann fiel mir spontan ein, das ich ja auch wieder da runter muss…später.

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Morgens war ich dann schon um 5 Uhr wieder auf meinem Bike unterwegs um auf was Unbekanntes im Dunkeln zu klettern. Wenn man nichts sieht, ist das kein Problem, als ich dann im Hellen wieder runter musste, habe ich mir einen Gleitschirm gewünscht 😉

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Für so eine wunderschöne Aussicht tut man fast alles. Das sind Augenblicke, die man nie mehr vergisst. Es sieht so unwirklich und märchenhaft aus, das man ganz verzaubert wird. Langsam kommt das Morgenrot und Dunst steigt von unten auf.

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….und dann kamen die Ballons :-)….sooo wunderschön anzuschauen!

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Später bin ich dann zum Irrawaddy River gefahren und habe einen ganz tollen Platz zum Relaxen gefunden. Dort konnte ich mich prima bei frischem Minztee ausruhen.

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Diesen schönen Platz habe ich nur durch Zufall gefunden. Ich bin einfach mit dem Bike durch kleine Sandstraßen gefahren und auf einmal war ich da. Eine Familie hat ein paar Tische mit wunderschöner Aussicht aufgestellt und serviert frischen Minztee.

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Weiter unten am Fluss kann man sich mit dem Boot in den Sonnenuntergang fahren lassen oder einfach am Ufer lang und Bagan aus einer anderen Perspektive sehen.

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Auch hier wieder leckere süße Sachen aus Palmzucker, Sesam, Kokos und Tamarind.

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Mingalaba!

„Möge Segen über dich kommen“

Willkommen in Myanmar 🙂

 

VISA /Einreise

Für Myanmar ist es möglich ein Visa online zu beantragen (Kosten 50 USD). Man braucht dafür aber einen der Hauptflughäfen, denn die Einreise ist vorher festzulegen. Hier ist die Regelung ähnlich wie in Vietnam. Wobei man für Myanmar je nach Region noch andere Genehmigungen zur Reise benötigt, da nicht das ganze Land zugänglich ist. Und weil sich dies immer wieder ändert, schaut man am besten ganz aktuell beim auswärtigen Amt genau nach. Auf dem Landweg sind auch nicht alle Grenzübergänge geöffnet. Oder man muss dafür durch Regionen, die nicht zugänglich sind. Vor einiger Zeit konnte man auch nicht auf dem Landweg ausreisen, wenn man per Flug eingereist ist.

Nach meiner einmonatigen Pause in Phuket war ich nun ausgeruht und ganz gespannt auf Myanmar. Ich hatte keine genauen Vorstellungen und dachte an einen Mischmasch zwischen Indien und dem Rest Asien. Nun kann ich sagen: Myanmar ist anders als alles! Nachdem ich nun wirklich sehr viele Länder Asiens bereist habe, muss ich sagen das mir hier die freundlichsten Menschen begegnet sind, die man sich vorstellen kann. Eine wirklich unverdorbene Freundlichkeit, die von Herzen kommt und keine Gegenleistung erwartet. Das Trinkgeld wird einem noch hinterher getragen, das kennen und wollen sie hier nicht. Sobald ich eine Frage hatte, wurde alles stehen und liegen gelassen und mir sofort weitergeholfen, manchmal wurden noch andere hinzugezogen und mit mehreren wurde diskutiert und mein Problem gelöst. Ich würde in dieses wunderbare Land mit diesen wunderbaren Menschen sofort wieder reisen. Und ich hoffe, das sich nach den Wahlen im April 16 Myanmar noch mehr öffnen kann.

Mit meinem Online-Visum klappte die Einreise völlig unproblematisch und ging zügig voran. Wenn man nach Immigration und Gepäck raus geht, kommt direkt ein Taxi-Info Stand. Hier kann man die Adresse nennen und bekommt den Preis gesagt und ein Taxi direkt zugewiesen. Es gibt 2 ATM und beide hatten Probleme mit Master Card. Nur die VISA Card funktionierte. Es sind auch 2 oder 3 Schalter zum direkten Geldwechsel vorhanden. Man muss heute nicht mehr mit USD bezahlen. Bis vor kurzer Zeit war das noch so. Heute kann man überall in der Landeswährung zahlen (Kyat = Tschätt gesprochen). Am Besten deckt man sich reichlich mit Bargeld ein. Karten werden selten akzeptiert und ATM sind noch seltener, je nachdem in welche Region man fährt. Eine Taxifahrt in die Stadt kostet 8000 Kyat (ca. 5,60). Hotels sind in der Regel sehr sauber und sehr teuer. Ich habe in einem Hostel im Schlafsaal übernachtet und es war perfekt; günstig, sauber und gut gelegen. Das Internet ist im ganzen Land eine Katastrophe. So konnte ich weder meinen Blog weiterschreiben, noch meine Flüge für die Weiterreise buchen. Darauf sollte man vorbereitet sein und alle wichtigen Dinge abgeschlossen haben.

 

YANGON

 

Shwedagon Pagode

Sie ist das Wahrzeichen des Landes, knapp 100 Meter hoch und eine der berühmtesten Stupas der Welt. Angeblich 2500 Jahre alt, soll sie 8 Haare Buddhas beherbergen. Eine Königin spendete ihr Körpergewicht in Gold für die große Stupa und im Laufe der vielen Jahrhunderte kamen noch viel Gold und zahlreiche Schreine hinzu. Der Eintritt kostet 10000 Kyat und lohnt sich wirklich. Oben angekommen findet man ein weitläufiges Areal mit vielen kleinen Tempeln und Plätzen, Glocken und Gongs (die man übrigens auch betätigen darf). Es ist wunderschön anzusehen.

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Wenn man etwas Zeit hat, kann man mit dem Zug einmal um die Stadt in ca. 3. Stunden fahren (circle Line) Die Tickets gibt es direkt auf dem Bahnsteig.

Man sieht saubere Bahnsteige, alles hat seine Ordnung, keine überfüllten Züge. An manchen Stationen steigen Bauern mit der Ernte von Obst und Nüssen ein, die dann hier direkt verkauft werden.

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Sule Pagode

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Auf dem Weg zum Markt nach Chinatown kommt man am Kreisel mit der Sule Pagode vorbei. Man kann einen kleinen Vogel kaufen und ihm die Freiheit schenken.

Das mit dem Essen gehen war etwas schwieriger. Keine Speisekarten auf Englisch und vegetarisch ist auch bei Streetfood fast nicht machbar, weil alles aus Fleisch besteht. Aber hier ist es gut gelaufen und ich habe gebratenen Reis bekommen. Bei einem Blick in die Küche habe ich mich allerdings dann wieder einmal über meine Hepatitis A Impfung gefreut.

 

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Das hier war sehr lecker, allerdings von kurzer Dauer für mich. Nach nur einem Biss kam ein Junge mit großen hungrigen Augen, der es nötiger hatte als ich und ich habe es gleich weitergeschenkt inklusive anderen essbaren Dingen. Wie hätte ich da noch etwas essen können? Mir ist wieder einmal das für mich Selbstverständliche vor Augen geführt worden und ich hatte übersehen das Hunger und Armut neben mir gegangen sind.

Der Obstmarkt war sehr schön, aber es waren unzählige Fliegen überall auf dem Obst.

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Das hier ist ein öffentliches Fondue. Jeder kann Platz nehmen und ein Spießchen ins Fett halten 😉

 

Weiterreise

Es gibt mehrere Möglichkeiten; die bekanntesten sind: zur Küste, nach Mandalay und von dort mit dem Boot nach Bagan (ca 10 Stunden), direkt Yangon-Bagan oder zum Inle Lake. Die Busse sind sehr modern, aber die Fahrten dauern auch immer zwischen 8 und 12 Stunden. Kosten: ca. 15 USD je Fahrt. Ein Flug erleichtert vieles, kostet zwischen 50 und 120 USD. Ich hatte Glück und bin für 50 USD geflogen, nachdem ich 3 Tage lang ständig zur Thailändischen Botschaft in Yangon musste um mein Visum für Thailand zu bekommen, konnte ich keinen Bus vorbuchen, die Busse waren dann ausgebucht für 2 Tage und somit musste ich fliegen. Die Strecke Bagan-Inle bin ich mit dem Tag-Bus gefahren und sie hat 8,5 Stunden gedauert, war aber gut zu machen.

 

 

 

Es war einmal…

Geschichten, die das Leben schreibt…

Als ich in Phnom Penh Harri anspreche und nach Tipps für den nächsten Tag für Ausflüge frage, ahne ich noch nichts von seiner Obdachlosigkeit und der Geschichte, die dahinter steht.

Ich spreche ihn einfach an, so wie ich es immer mit verschiedenen Menschen tue; entweder bekomme ich einfach nur einen guten Tipp oder es entwickeln sich sogar nette Gespräche. In diesem Fall beides und wir gehen noch ein Bier trinken um uns weiter zu unterhalten.

Harri lebt schon viele Jahre hier in Kambodscha, er wird jetzt demnächst fünfzig und hat mit dem Leben in Deutschland abgeschlossen. Er ist Handwerker und hatte anfangs noch gute Aufträge, von denen er und seine wechselnden kambodschanischen Freundinnen gut leben konnten. Harri ist hungrig und fragt mich, ob ich ihm eine Runde Frösche ausgeben kann. Ich kann. Und so knabbert er an den frittierten Froschbeinen herum, während er weiter erzählt. Seine erste Freundin hatte etwas Land in der Stadt, wo er ein kleines Häuschen drauf baute und mit Gelegenheitsjobs das Mädchen, die Mutter und den Sohn ernährte. Dafür brauchte seine Freundin nicht mehr in der Prostitution arbeiten und konnte zu Hause bleiben und sich um ihren Sohn kümmern. Manchmal langte das Geld aber auch nur für seine Zigaretten und seine Tabletten, denn er bekam einen Bandscheibenvorfall und muss seitdem starke Schmerztabletten nehmen. Bekommt man ja hier alles ohne Arzt. Kostet eben nur. Rücklagen waren schon längst aufgebraucht, durch eine Pleite in München in der Gastronomie damals mit seinen Eltern zusammen. Die leben jetzt schon  lange von Hartz 4. Harri nicht. Hier gibt es das nämlich nicht.

Mir fallen erst jetzt seine starke Abmagerung und die Kuhlen in den Wangen auf. Mangelnde Zahnhygiene hat seine Zähne dahingerafft. Harri sagt, nur die wenigsten Menschen wissen was wirklich Hunger ist. Es ist kein Geld da. Nicht zum Essen und nicht für die Gesundheit. Er fieselt weiter an den trockenen Fröschen rum und erzählt das seine Freundin mittlerweile einen Amerikaner geheiratet hat, sein Quad, sein Pass und alle Dinge aber noch in dem Haus sind. Und er nicht dran kann, weil er ihr noch Geld schuldet. Sein Laptop, Handy und alles was er sonst noch besaß ist mittlerweile im Pfandhaus. Ja, das gibt es hier in Kambodscha auch. Geld zuschicken lassen kann er sich nicht, dafür brauch er seinen Pass. Den Quad verkaufen kann er nicht, dafür brauch er das Geld um ihn auszulösen. Aufträge kann er nicht mehr annehmen, weil sein Handy weg ist. Mittlerweile isst er die Reste von meinem Teller weiter, ich nehm noch schnell meine Serviette runter.

Er hat danach noch andere ähnlich schlecht laufende Bekanntschaften gehabt. Wir unterhalten uns über alles Mögliche und ich merke ihm seine besseren Zeiten an. Er ist gebildet, kennt sich mit vielen Dingen gut aus und von seinem Handwerk versteht er eine Menge. Jetzt teilt er sich gerade mit einigen anderen kambodschanischen Obdachlosen ein Zimmer für 7 USD. Manchmal gibt es Essen für alle, wenn einer irgendwo ein paar Dolloar aufgetrieben hat. Es wird geteilt was da ist. Der Zusammenhalt ist groß unter denen, die nichts haben. Er gibt mir noch einige Tipps für die Weiterreise und ich frage ihn, ob er nicht in seiner Lage lieber wieder nach Deutschland zurück möchte. Er schaut mich an und zögert keine Sekunde: nein, sagt er, er würde lieber hier sterben als zurück. Irgendwie kann ich ihn verstehen, wie würde sein Leben in Deutschland aussehen? Es war schön ihn kennenzulernen und gerne habe ich ihm die Runde Frösche spendiert. Ich verabschiede mich von ihm und wünsche ihm gute Aufträge, die seine Situation etwas verbessern.

Seeing Hands…

…Massage von Blinden

Es gibt ein Projekt, welches blinde Menschen in Massage ausbildet. Da es hier keine staatlichen Möglichkeiten gibt, behinderte Menschen zu unterstützen und zu ernähren ist das eine großartige Idee Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Menschen wohnen und essen dort dann in der jeweiligen Massageeinrichtung und können einer Arbeit nachgehen. Was alles sonst nicht möglich wäre. Die Alternative ist entweder als Bettler auf der Strasse zu leben oder daheim in der Hütte zu sitzen und hoffen das die Familie einen mit durch bringt.

Die Öffnungszeiten sind von 7 bis 22 Uhr, also 15 Stunden, was mich zunächst verwundert. Bis ich dann verstanden habe, das hier nicht in Schichten gearbeitet wird, sondern die Menschen ja einfach gar nichts anderes zu tun haben, als darauf zu warten das in den 15 Stunden jemand den Weg her findet. Das Leben wird nicht unterteilt, wie bei uns in Essens-, Arbeits- und Freizeiten. Sondern alles wird miteinander integriert. Was man auch immer wieder bei anderen Arbeitern sehen kann: keine Unterteilung des Tages, sondern so leben wie es kommt. Deswegen sieht man immer wieder tagsüber Menschen schlafen. Überall. Auf Mauern, Matten, in Tuktuks, an Bäume gelehnt. Obwohl hier mehr und mit Sicherheit unter härteren Bedingungen gearbeitet wird, können sich die Menschen so ihre Gelassenheit bewahren und sind nicht dem Tages-Rythmus-Stress ausgesetzt wie in den westlichen Ländern.

Also, wie ist es nun, sich von einem Blinden massieren zu lassen mit dem man sich zudem nicht verständigen kann? Dem man nicht sagen kann wo es weh tut, welche Operationen man schon gehabt hat und wo er besser vorsichtig sein sollte? Man muss es gar nicht. Viele Jahre Massageerfahrung und die Sensibilität der Nichtsehenden machen es möglich das er jede kleinste Verspannung oder Unregelmäßigkeit im Körper spürt. Ich dachte immer mein rechres Bein hätte viele Schmerzzonen, von dem Unfall damals in Vietnam, aber mein linkes Bein hat lauter geheime Schmerzpunkte, bis jetzt noch unentdeckt. Ebenso meine Arme und Schultern. Findet er nur einen einzigen Punkt, der schmerzt, so wird der ausgiebig behandelt. Beide Körperseiten werden auch nicht nach einem Standardmuster gleich abgearbeitet, sondern individuell nach Bedarf. Er fühlt und tastet sich über den ganzen Körper.

Eine Stunde kostet 6 USD. Und so gehe ich auch den nächsten Tag wieder hin. Diesmal klettert er auf mich drauf und findet noch mehr Schmerzpunkte zum Behandeln. Ich könnte vermutlich locker einen Monat bleiben und es würden noch Punkte übrigsein.

Wirklich eine ganz wunderbare und intensive Erfahrung. Unbedingt empfehlenswert! Beeindruckend ist auch die Herausgabe des Wechselgeldes, für mich sehen die Dollar alle farblos gleich aus, der Blinde braucht sie nicht mal ansehen sondern fühlt die Unterschiede beim Dollar.

 

 

 

 

 

 

Im Land der dunklen Geister….

Welcome to Papua-Neuguinea!

West-Neuguinea, Provinz Papua, Baliem Tal

Gleich vorweg: Kein Ziel um mal ein wenig Urlaub zu machen.

Von Sulawesi bin ich nach Jayapura geflogen um von dort mit einer kleinen Propeller Maschine ins Innere zu fliegen: nach Wamena. Der Startpunkt für Expeditionen zu verschiedenen ursprünglichen Stämmen.

Aus dem Flugzeug fotografiert…

2014 war die einzige Gesellschaft die Weiße transportiert hat Trigana Air. Die Tickets kann man nicht vorher kaufen und reservieren. Es gibt nur wenige Plätze und noch weniger Weiße. Ich war sozusagen die einzigste an diesem Vormittag.

Völlig übermüdet von meinem Nachtflug von Makkassar (und die Nacht davor im Bus von Zentralsulawesi) kam ich in Jayapura an. Ich bin also ohne die Gewissheit aber mit dem unbedingten Glauben daran weiterzukommen, hingeflogen. Um Punkt 6 Uhr machte der Schalter von Trigana auf und wurde gestürmt. Ich konnte nur gegen Aufpreis und vieler gut klingender  Geschichten die Dame am Schalter von meinem unbedingt dringenden Wunsch überzeugen nach Wamena zu müssen und mir ein Ticket zu verkaufen. Rückflug? Neeee, das konnte man gar nicht kaufen. Nur vor Ort. Da ahnte ich noch nicht das Rückflugtickets für Weiße nur auf dem Schwarzmarkt zu erwerben waren und welche Schwierigkeiten auf mich warteten wieder aus dem Busch rauszukommen. Von meinen Recherchen wusste ich das ich ein von der Polizei in Jayapura ausgestelltes Permit (Surat Jalan) brauchen würde um in Wamena mit damit ebenfalls bei der Polizeistation zu melden. Tja, die Polizei in Jayapura fand ich, aber die wollten mir kein Permit ausstellen. Angeblich hatten sich die Vorschrifen vor ein paar Monaten geändert. Jetzt hatte ich das Ticket und kein Permit. Da nicht rauszufinden war welche Vorschriften sich wie geändert hatten, beschloss ich einfach ohne zu fliegen. An Mut mangelt es mir irgendwie nie. Als ich in Wamena ankam (es durften sogar Hühner und Ziegen mit in die Kabine), war ich froh das die Maschine mit der 1,5 km langen Bahn überhaupt hinkam. Flughafengebäude gab es nicht wirklich, das Gepäck und die Tiere wurden von vielen Menschen unter ein Wellblechdach gezerrt. Wo auch schon ein halber Stamm wartete, auf Besucher oder Mitbringsel aus der Zivilisation. Man muss dazu wissen, daß Wamena total abgeschnitten ist. Alles was es dort gibt, einschließlich das Wasser in Plastikflaschen muss eingeflogen werden. Und das ist teuer. Und rar. Wamena ist die letzte Station vor der Wildnis Papuas, wo noch heute zahlreiche Stämme ursprünglich leben. Das Baliem Tal wurde erst um 1940 überhaupt entdeckt. Noch heute versuchen viele Missionare dort die Menschen zu einem friedlichen Miteinander zu bewegen, ärztliche Behandlung anzubieten und Schulbesuche zu ermöglichen. Bis vor ca zwei Jahrzehnten aßen die verschiedenen Stämme noch Menschenfleisch. (Mir fehlten 10 cm von meinen Haaren hinterher, die abgegessen waren) Dies ist heute offiziell verboten, aber wer weiß schon wie tief Traditionen verwurzelt sind. Der Glaube, wenn man den Feind isst, das die Kraft auf einen übergeht, ist seit vielen Jahrhunderten tief in den Menschen drin. Und der Hunger ebenfalls. Denn es gibt dort nichts. Wirklich gar nichts. Diese Menschen dort lernen erst durch die Missionare heute, was es heißt Ackerbau zu betreiben und somit ein Polster anzulegen um Essen verteilt über das Jahr zu haben. Das wird dort nicht gut angenommen und die Menschen können nur schlecht damit umgehen. Es gibt einen großen Markt in Wamena mit so unerschwinglich teuren Dingen, das ich mir nicht mal Obst gekauft habe. Die Eingeborenen können dort gar nichts kaufen, nur in kleinen Mengen evtl. tauschen.

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Nun kann man auch verstehen, warum ein Permit so wichtig ist…Es ist so etwas wie die Lebensversicherung. Also in Wamena angekommen war mir sofort klar das ich einen Guide zahlen muss, der mit seinem Leben für mich bei dem Police-Officer bürgt. Ich suchte mir also einen bekleideten! und englischsprechenden jungen Mann (John) heraus und ging als erstes zur Police-Station. Dort war aber kein Strom oder kein Kopierer oder alles nicht und auch nicht die richtigen Leute um Stempel irgendwo draufzumachen oder Permits auszutellen. Johns Personalien wurden hinterlegt und ich ließ ein Passfoto von mir da. Anders war es gar nicht möglich. Es gibt verschiedene kleine Hotels dort, eins im Norden und eins im Süden und am Airport auch noch eins. Ich schaute mir das im Norden an und entschied mich für den Süden um den Tag drauf doch lieber ins Airport Hotel zu ziehen. Wo dann fette Ratten nachts in meinem Zimmer rumwühlten und an jeder Tür, jedem Fenster und jeder Wand riesengroße HIV Aufkleber waren. Besser als Nord und Süd immer noch, fand ich.

Nachdem ich mit John seinen Tagessatz (den er übrigens umgehend in Betelnüsse umgesetzt hat) ausgehandelt hatte (viel zu verhandeln hatte ich ja nicht, da ich eh auf ihn angewiesen war, aber John verhandelte ziemlich gerne, nur um zu verhandeln), kauften wir noch Gastgeschenke ein. Ich nahm außerdem noch Seifen und Zahnbürsten mit. Dann zogen wir los. Zu Fuß natürlich. Wunderschönes Papua. Die Landschaft ist wirklich traumhaft. Ich kann mir gut vorstellen noch einmal wiederzukommen und längere Trekkingtouren zu machen. Dann aber mit männlicher Begleitung, denn John wollte mich nach nur einem halben Tag gleich in seinen Stamm als Drittfrau aufnehmen. Auch das Argument das ich doch schon so alt sei, ließ er nicht gelten. Als ich ihm dann begreiflich machte das ich ja auch nichts arbeiten konnte aber ständig Hunger haben würde, wurde er nachdenklich…ein Esser mehr, der nichts kann…hmm das Thema war dann erledigt. Aber für Touren weiter in den Busch doch lieber bitte dann eine Begleitung…

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Wir haben verschiedene Dörfer besucht. Bei einigen waren wir willkommen, bei anderen nicht. Ich musste draussen warten bis John den Tabak an den Häuptling verteilt hatte und durfte dann über das Holzgerüst in das Dorf. Die Menschen sind nicht freundlich und auch nicht erfreut über Besuch. Allenfalls werden Fremde geduldet. Mehr nicht. Fotografieren kostet extra und sie haben Angst vor der Kamera. In ein Dorf sind wir gekommen (in der Nähe von Jiwika), dort konnte man in einer Rundhütte auf Stroh übernachten und war willkommen. Überall sind Kirchen von den Missionaren zu sehen. Sie stehen nicht weit von den Aussichtstürmen, wovon nach Feinden Ausschau gehalten wird. Die Dörfer sind jeweils mit Holzzäunen eingegrenzt. Es gibt ein Männerhaus, Frauenhäuser und ein langes Kochhaus. Dort hat jede Frau des Häuptlings ihre eigene Kochstelle, sie kochen also nicht gemeinsam. Die Männer leben nicht immer mit Frauen und Kindern gemeinsam.

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Das wichtigste im Leben des Mannes ist das Schwein. Und danach die Frau. Ohne Schwein keine Frau. Deswegen werden auch heute noch Frauen einfach bei Nachbarstämmen geraubt. Es ist nämlich so, dass ein Mann erst 5 Schweine haben muss um sich eine Frau kaufen zu können. Und Schweine sind schweineteuer. Also geht der Traum für die Meisten nicht in Erfüllung. Und wenn man dann eine Frau hat, passt man eben gut drauf auf. Denn der Nachbar lauert schon…

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Bei den Dani ist es Brauch bei den Frauen, sich bei jedem Todesfall in der Familie ein Fingerendglied abzuschneiden. Man sieht viele ältere Frauen die nur noch Stümpfe am Handballen haben. Mal besser, mal schlechter verheilt, je nach Schärfe des Werkzeugs das gerade zur Verfügung war.

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Das Dorf hat für mich die Mumie herausgeholt
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Das sind Ameisennester: Aufgekocht soll der Sud gegen Krebs helfen
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Ein Kasuar
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Die Sterblichkeitsrate ist hoch dort, ich habe nicht mal in Indien soviel von Parasiten befallene, unterernährte Kinder gesehen wie hier. Dicke eitrige Beulen am Körper und fliegenbesetze Augenwinkel, Körper so ausgemergelt und mit aufgetriebenen Bäuchen, das ich mich fragte wie sie noch aufrecht stehen können. Ich habe keine Fotos machen können, aus Respekt. Mit 55 Jahren wird es Zeit zum Sterben dort. Wenn man es bis dahin schafft.

Trotz allem lässt mich die Fasziniation, welche das Land und seine Einwohner auf mich ausübten, bis heute nicht mehr los und ich würde sehr gerne nochmal länger dorthin um tiefer in den Busch vorzudringen. Wenn sich jemand findet, mit dem ich das zusammen machen kann, da ich mir auch heute noch kein Leben als Drittfrau bei John vorstellen kann 🙂

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Rio de Janeiro

Copacabana, Caipis, schicke Menschen, Sonne und chillige Musik…..so stellte ich mir Rio vor und jaaaaa so ist es 🙂 Rio ist eine der schönsten Städte die ich sehen durfte (HongKong ist bei mir auf Platz 1)

Landeanflug Rio

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Ich hatte eine kleine Wohnung gemietet, direkt an der Copacabana, vom Küchenfenster konnte ich das Meer sehen. Jeden Tag konnte ich mir aussuchen ob ich nach Ipanema oder zur Copacabana an den Strand gehe. Ein wirklich schöner Abschluss meiner langen Reise durch so viele Länder, auf dem Seeweg und auf dem Landweg.

Ich liebe Rio, ich mag die Gegensätze von Strand und Stadt, die Musik, die skurrilen Menschen die einfach so sind wie sie sind, einfach perfekt. Rio ist alles; ist Glanz und Armut, ist Schönheit und Kriminalität, ist Meer und Stadt, Rio ist Musik, ist Leben. Nach vielen Monaten in spanisch sprechenden Ländern nun die portugiesische Sprache, so anders, das macht mir Probleme, hatte ich mich doch an den herrlichen spanischen Sound so gewöhnt 🙂

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Und da ist sie: Die Copacabana 🙂

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Und was darf nicht fehlen? Richtig. Der Caipi.

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Total schön und direkt vor der Haustür, drei Minuten zu Fuß von meiner Wohnung. Ein Paradies für mich 🙂

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Leben und Leben lassen, Fahrradfahren, Joggen, Straßenmalerei, Verkaufsstände, Musikkapellen, Mobile Caipistände, Kirchenprozessionen und Flohmarkt: Hier ist alles möglich.

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Endlich wieder Sonne und das Wasser spüren, das hat mir so lange gefehlt und ich freute mich seit der eisigen Wüste in Bolivien da drauf.

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Alle paar Meter gibt es Caipi Stände 🙂 …….ich komme nicht weit an diesem Abend

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Unglaublich günstig, 1 Liter für 4,50 Euro, 0,3 für 2,20 Euro, tja da kann man eben nicht vorbeigehen, schon allein wegen den Vitaminen im Obst und den netten Leuten, die man dann immer kennenlernt 😉

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Ok, ok, damit ihr nicht denkt, ich habe nur Caipi-Stände besichtigt und fotografiert und auf der Straße getanzt, kommen hier noch andere Sehenswürdigkeiten 🙂

 

 

Natürlich habe ich auch den Jesus besucht auf dem Berg Corcovado. Er ist 30 Meter hoch und war meistens im Nebel verschwunden.

Und das Sambadromo, die 700 Meter lange Tribünenstraße für den berühmten Karneval von Rio mit Platz für fast 90.000 Gäste

 

 

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Ein Kunstwerk: Die Selaron Treppe, die weltberühmten Stufen von Rio de Janeiro von dem chilenischen Künstler Jose Selarono

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Das ist schick, da bekomme ich gleich Lust Fliesen zu legen 🙂

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Blick vom Zuckerhut

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Das ist ACAI, ohne das läuft hier nix, Acai gibt es überall und jeder ißt es in irgendeiner Form. Ich habe gefrorenen Acai Matsch unten und oben drauf alles was das Acai Buffet so hergab. Ja, es gibt hier richtige Acai Buffets überall, mobile Stationen oder kleine Läden in denen man sich ein Acai Menü zusammenstellen kann. Lecker. Sehr lecker. Hilft angeblich gegen alles oder auch gegen nichts 🙂

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Uups wer ist denn das? Ein wirklich lustiges Tierchen, keine Ahnung was das ist, aber es war hungrig und wollte mein Acai klauen

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Auch das ist RIO: Man wollte mir nachts eine nicht bestellte Pizza in meine Wohnung liefern und versuchte einzubrechen. Ich drohte mit der Polizei und räumte kurz die Wohnung um, die Tasse passte genau auf den Bettpfosten unter die Türklinke 🙂 perfekt. Und nein, es ist nichts weiter passiert. In einem guten sozialen Netz findet man immer einen Freund, den man die halbe Nacht voll jammern kann, in diesem Fall geht mein Dank an Martin 🙂

So, das war es dann für mich in Rio, ich verabschiedete mich von meiner geliebten Copacabana und flog in den Norden weiter, nach Fortaleza.

 

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In Fortaleza fand man mich scheinbar so nett im Hotel das ich ein kostenloses Upgrade auf eine Suite über 2 Etagen mit eigenem Pool auf der Dachterrasse bekam. Ständig habe ich mich verlaufen zwischen all den Zimmern und Badezimmern. Selbstredend das ich hier total faul war und mich nicht mehr weg bewegt habe 🙂

Ich fand Zeit und holte meine geliebte handgemachte bolivianische Gitarre raus.

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Und dann ging es heim. Nach vielen Monaten. Mit unglaublichen Erlebnissen, Eindrücken und wunderschönen Momenten. Ich habe so viele fantastische Dinge sehen und erleben dürfen.

 

 

IGUAZU – Wasserfälle

Die Iguazu Fälle liegen auf der Grenze zwischen Brasilien und Argentinien und deswegen wollte ich mir sie auch von beiden Ländern anschauen. Von Chile flog ich nach Buenos Aires in Argentinien und reiste weiter nach Iguazu.

Mein Hotel war mega schön und dazu noch genau gegenüber vom Busbahnhof. Nach meinen Recherchen muss man keine organisierte Tour machen und ich kaufte mir einfach ein Ticket für 1,95 Euro für den regulären Bus nach Catarates.

Die argentinische Seite der Fälle ist eine riesengroße Anlage und man läuft einen ganzen Tag dadurch bzw. fährt eine Teilstrecke mit einem Zug. Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Taxi einfach über die Grenze nach Brasilien und buchte mir ein Hotel nahe des Parks, auf dieser Seite reicht es wenn man 2 Stunden einkalkuliert. Der Blick auf die Fälle ist toll, die Anlage aber längst nicht so groß und spektakulär wie auf der argentinischen Seite. Leider hatte ich an beiden Tagen fast ausschließlich Regen und konnte keine mega tollen Fotos machen, da ich mich auf meine wasserfeste Sportkamera verlassen musste statt auf meine Canon. Die Sportkamera, die leider keine GoPro war, flog kurze Zeit später in den Müll. Und ich flog dann zwei Tage später nach Rio de Janeiro weiter und war endlich wieder in der Sonne 🙂

 

 

Bus Ticket für 1,95, einfach selber kaufen an der Kasse im Busbahnhof

 

Die Parkpläne, sehr hilfreich, denn es ist wirklich eine riesige Anlage

 

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Ein Königreich für einen Friseur, eine Stylistin und ein Wellness Wochenende…….. nach 7 Monaten dauerhaft auf Reisen durch alle Klimazonen und unter widrigsten Bedingungen fühle ich mich etwas renovierungsbedürftig 🙂

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Gemeine kleine Nasenbären, Coatis, die mit ihren kleinen Rüsseln alles vom Boden an Essensresten wegsaugen was dort liegt, das Essen aus der Hand stehlen und dabei böse Wunden mit ihren scharfen Klauen reißen, zudem sind sie sehr bissig.

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Das sieht nach richtig viel Spaß aus 🙂

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Der Teufels-Schlund, argentinische Seite

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Die Fälle von der brasilianischen Seite

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LA PAZ

Die Hauptstadt von Bolivien, auf ca. 3700 Metern (von 3200 bis 4100) hoch gelegen, ist bekannt durch die längste Seilbahn der Welt, die Teleferico.

 

Ganz entscheidend für einen Aufenthalt hier ist eine vorherige mehrwöchige Akklimatisation. Sonst kann es leicht zu Symptomen wie veränderte Atmung, Schlafstörungen, quälende Kopfschmerzen und vielem mehr kommen. Ich will noch auf 5.500 Meter hoch wenn ich in Bolivien später mit dem Jeep durch die Anden nach Chile rüber fahre, also fing ich vor einigen Wochen planmäßig in Bogota auf 2.600 Metern an und reiste dann nach Cusco auf 3.600, dann langsam über Land auf 4.000 weiter. Das war perfekt! Dazu trank ich jede Menge Coca-Tee und kaute die Blätter, die ich überall in meinen Taschen dabei hatte. Keinen einzigen Tag ging es mir schlecht. Ich fühlte mich in der Höhe total super und richtig fit.

La Paz ist riesig langgezogen und hat sich überall da ausgebreitet wo es konnte. Die ganze Stadt ist ein einziges bergauf und bergab, laut, voll, hektisch. Ich fand es ganz wunderbar dort. Oft liest man von der Kriminalität, aber ich hatte auch hier wieder mal keine Probleme. So war ich im Dunkeln genauso unterwegs und fühlte mich auch keinen Moment unsicher. Selbstverständlich nehme ich dann nur eine Ausweiskopie, keine Kreditkarte und nur wenig Bargeld mit. Außerdem bin ich schmucklos und so gekleidet das ich nicht auffalle, wenn ich mich in solchen Gegenden bewege.

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Leider war bei Ankunft in meinem Hotel die Zimmertür schon aufgebrochen, bevor ich es bezogen hatte, ich bin dann gleich wieder abgereist und habe das Hotel gewechselt 🙂

 

Tagsüber bin ich stundenlang durch die Innenstadt und kleinen Gassen spaziert. Man kann sich fast nicht verlaufen da es nur ca. 2 Straßen gibt die gerade sind, die anderen tausend führen nur rauf oder runter 🙂

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Dann kam ich zu dem Hexenmarkt und wurde leider von einer Gitarre verhext, die dann auch noch mit musste, zu dem ganzen anderen Gepäck, ohjeee (zur Erinnerung, ich war ja noch mit mehr als 30 kg Gepäck aus Panama unterwegs)

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Ich konnte nicht ohne fahren, die musste mit 🙂 Handgearbeitet aus Echtholz

In Bolivien ist der Aberglaube weit verbreitet. Überall auf den Strassen in La Paz sind kleine Einzelstände wo man sich aus Blättern, Tee, Hühnerbeinen und sonstigen Dingen die Zukunft lesen lassen kann. Einmal mehr bereute ich meine mangelhaften Spanisch-Kenntnisse, sonst hätte ich mir diesen Spaß gegönnt.

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Da sitzen die Zukunfts-Leser am Rand, aufgereiht und warten auf Kunden

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Man erklärte mir, das es zwei grundverschiedene Zauber geben würde. Einmal den physischen, bei dem man Liquids, Pulver, Tabletten gegen unerwünschte Krankheiten oder Lebenssituationen einnehmen würde und einmal den psychischen, bei dem mit getrockneten Tieren oder Tierteilen, Opfern und merkwürdigen anderen Dingen herumgezaubert wird. Ich wollte keins von beiden ausprobieren.

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Diese kleinen Figuren zum Beispiel wurden mit einem Zauber belegt und bekamen dadurch eine ganz besondere Bedeutung.

 

Es gibt tatsächlich irgendwie nichts, wogegen es nichts gibt 🙂

 

 

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Damit ist dann auch klar, warum sich das Klischee um den „Latino“ so hartnäckig hält.  Tausende Packungen Pulver für „Amore“ :-))

 

 

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Mir gefiel La Paz jeden Tag besser 🙂

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Einen Ausflug zum Tal des Mondes sollte man auf keinen Fall verpassen!

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Als nächstes geht es in die Wüste….ich fliege von La Paz nach Uyuni runter in die Salzwüste und werde mit dem Jeep durch die Anden nach Chile fahren 🙂

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Von Copacabana über die Grenze nach La Paz

Nach der Flucht über die Berge kam ich in einem architektonisch wunderschön gestalteten Hotel in der Stadt Copacabana an. Die Bungalows waren in der Anlage alle unterschiedlich in der Form und Gestaltung am Hang gebaut. Manche sahen wie Schneckenhäuser aus. Andere wie Tipis. So etwas habe ich noch nie vorher gesehen und ich habe eine Schwäche für besondere Bauten.

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Eine  wirklich liebevoll gestaltete Anlage

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Von der C-Form der Bucht, die an die Copacabana in Rio erinnert, kommt der Name der Stadt

 

Mit dem Bus nach La Paz

Den Vormittag verbringe ich noch in der schönen Stadt Copacabana. Hier gibt es nette kleine Restaurants und viele Souvenirläden, die weitaus günstiger sind als alle anderen vorher. Leider kann ich ja nichts mehr mitnehmen, da ich gepäckmäßig am Limit bin und die Flucht über die Berge mit 30 kg Gepäck sitzt mir noch in den Knochen. So kaufe ich lieber nichts.

Mittags geht es mit dem Bus weiter, hier gibt es keine großen Unterschiede was Preise und Busse betrifft. Alles ist gleich günstig und gleich alt. Wir fahren ungefähr eine Stunde und müssen dann den See überqueren. Der Bus wird auf eine gebastelte Holz-Fähre verladen.

 

Und dann sah ich ihn, meinen Traum: 

Damit um die Welt, das wär’s!

Die Landschaft, durch die wir mit dem Bus fahren, ist wunderschön, ich kann gar nicht aufhören zu staunen.

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Dann kamen wir zur Grenze. Entgegen der ganzen Geschichten, war, wie so meistens, alles problemlos. Ich tauschte einfach meine US an einem Getränkestand um, und war das lästige Problem schon los mit den Dollars. Warten musste ich auch nicht lange und alle waren freundlich zu mir. Aber, in der Tat würde ich sagen, das man hier nur tagsüber durch sollte und keinesfalls später.

Wir konnten nicht im Bus bleiben, sondern mussten zu Fuß weiter und in Bolivien wieder in den Bus einsteigen.

 

 

Und dann waren wir irgendwann da: in LA PAZ 🙂

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Auf 3.700 Metern hoch gelegen (von 3.200 – 4.100), im Hintergrund das Wahrzeichen von La Paz, der Berg Illimani, 6.400 Meter hoch

Flucht über die Berge – von Peru nach Bolivien

Nach einer kalten Nacht in Puno, in der es auch im Hotelzimmer nicht wärmer als 5 Grad wurde, frühstückte ich gut und freute mich auf die Fahrt mit dem Bus nach Bolivien.

Puno ist wirklich eine häßliche Stadt und man braucht sich nicht länger als 2-3 Tage dort aufhalten. Europäische Touristen habe ich so gut wie keine gesehen.

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Für die Fahrt über die Grenze KASANI nach Copacabana auf der bolivianischen Seite wurden von dem Busunternehmen „Titicaca Bolivia“ (7 Euro) ca. 4 Stunden veranschlagt. Viel Auswahl gab es nicht in Puno für die Strecke an Busunternehmen. Im Internet gibt es kaum Berichte über diese Strecke, von unterwegs getroffenen Backpacker dafür um so mehr wilde Geschichten. Man sollte auf keinen Fall Minibusse nehmen, die Grenze Kasani sei gefährlich. Nur Tagsüber fahren, auf keinen Fall abends über die Grenze. Man kann dort nicht übernachten und eine Weiterfahrt gibt es auch nicht. Angeblich würden einem die Grenzbeamten alle US Dollar abnehmen mit der Begründung es sei Falschgeld.  Und viele andere Geschichten mehr.

Dazu noch die Meldung des Auswärtigen Amtes:

„In Peru kommt es landesweit immer wieder regional zu sozialen Unruhen, die schnell eskalieren können. Häufig kommt es zu kurzfristig organisierten und unangekündigten Straßenblockaden und dabei auch Gewaltanwendung oder Gewaltandrohung gegen Reisende. Die Bewegungsfreiheit wird dadurch in den betroffenen Gebieten zeitlich und räumlich stark eingeschränkt. In jüngerer Zeit waren besonders die Regionen um Puno am Titicacasee und Cusco sowie die Region Cajamarca betroffen.“

Ach najaaa, dachte ich, habe schon so ziemlich alle Situationen auf der Welt durch und es muß ja nicht gerade heute bei mir etwas schiefgehen. Warnungen und Geschichten gibt es viele und wenn es danach geht, muß man zu Hause auf dem Sofa bleiben.

Also ging es morgens um 7 vom Busbahnhof Terrestre los. Wir fuhren ca. 3 Stunden am See entlang und dann stoppte der Bus. Warum wussten wir nicht, wir sahen überall Fahrzeuge und der Fahrer verbot uns auszusteigen. Eine halbe Stunde später konnten wir raus aus dem Bus. Draußen liefen viele Leute panisch durcheinander, wieder einmal mehr bedauerte ich, nicht genug Spanisch zu sprechen um mich zu verständigen in dieser problematischen Situation. Der Busfahrer sprach auch kein Englisch. Deutsch sprechende Touristen gab es nicht. Ich fand dann heraus, das es Unruhen geben soll und Straßensperren errichtet seien. Eine Weiterreise ist frühestens in 6 Stunden oder erst morgen möglich. Die paar Häuser am Straßenrand hatten sich verbarrikadiert und alle Rolltore runtergelassen. Internet gab es nicht. Ein Restaurant oder ähnliches auch nicht. Keine Getränke, kein Wasser, keine Toilette. Nach weiteren 2 Stunden machten sich die ersten zu Fuß auf den Weg die Brücke vor uns zu überqueren und danach über die Berge zu laufen. Es hieß ca. 5 km weiter würden neue Busse eingesetzt. 5 km über die Berge mit meinem Gepäck; eine kaum vorstellbare Unmöglichkeit für mich. Dieses Mal war ich nicht mit einem 11kg Backpack unterwegs, sondern, weil ich ja immer noch aus Panama mit dem Gepäck vom Boot unterwegs war, schleppte ich mehr als 30 kg mit mir herum, verteilt auf mehrere Koffer und Taschen. So verging eine weitere Stunde, in der ich auf ein Wunder hoffte, was nicht kam. Ich entschied mich also auch zu laufen.

 

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Als ich über diese Brücke lief, war mir die Situation in dem wirklichen Ausmaß noch gar nicht klar. Hinter der Brücke waren hunderte feindselig gestimmte Peruaner, die mehrere Feuer angezündet hatten und mit Steinen auf uns warfen. Ich musste durch einen Graben und meine Rollen vom Koffer brachen unten ab.

Fotos machen war unmöglich, alles ging durcheinander. Stehen bleiben und Ausruhen durfte man nicht. Wenn ich mich ausruhen wollte, weil mein Gepäck so schwer war, kamen andere und schubsten und zogen mich mit. Nicht stehen bleiben. Keinesfalls.

 

Ich konnte keine Fotos machen und die wenigen, die ich habe, spiegeln die Situation nicht hinreichend wider. Bis dahin dachte ich, als Touristin habe ich einen Bonus und bin somit unantastbar, schließlich bin ich ja nicht politisch aktiv in diesem Land. Die Stimmung heizte sich aber auf und wie das in Gruppen nunmal so ist, gibt es Bewegungen, Grenzüberschreitungen und Gruppenzwang.

Nach einer Stunde bergauf laufen war ich schweißüberströmt und dem Koma wohl näher als dem Leben. Ich lief immerhin auf über 4000 Metern Höhe, jeder Schritt ist hier sehr mühsam und die Luft ist sehr dünn. Ich überlegte gerade mein Gepäck zurückzulassen und im Graben zu schlafen, als ich auf eine französische Familie traf in einem Van. Sie sahen mich am Ende meiner Kraft und nahmen mich sofort auf in ihr Auto. Das war mein ganz persönliches Wunder. Tausend Dank dafür! Mit dem ausschließlich spanisch sprechenden Fahrer, fuhren wir nun über 4 Stunden durch verschiedene Landschaften und versuchten immer wieder eine Straße zu finden.

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Aus dem Auto fotografiert. Keine guten Straßenbedingungen.

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Nach 2 Stunden sahen wir noch ein anderes Auto, welches versuchte eine Straße zu finden, dieses verschwand aber dann irgendwo.

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Für Offroad war der Van gar nicht ausgelegt und wir blieben nicht nur einmal im Wasser und Schlamm stecken. Die Kinder im Van waren sehr tapfer, der Fahrer am Ende seiner Kraft und wir hatten nur eine Chance die Straße zu erreichen, wir mußten schließlich eine Sperre durchbrechen.

Das war sehr gefährlich.

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Sehr gefährlich. Wir mussten die Sperre durchbrechen.

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Sie hoben Steine auf um sie auf uns zu werfen. Manche waren mit Messern oder Ackerwerkzeugen bewaffnet.

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Aus dem Auto raus fotografiert. Immer wieder machten sie das Zeichen für „Kopf ab“. Eine Warnung, die man nicht ignorieren sollte.

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Unser Fahrer gab im richtigen Moment Gas. Wir fuhren durch mit einem Trick.

Eine halbe Stunde später fanden wir einen Bus in den ich einsteigen konnte und ich verabschiedete mich dankend von meinen Helfern.

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Mitten im Nichts ein Bus, Verständigung war nicht möglich, egal, ich wartete weitere 2 Stunden, bis wir so viele weitere Flüchtlinge aufgenommen hatten, wie reinpassten. Dann ging es los.

Später im Bus erfuhr ich, das die Sperrungen nicht wie vorher geschätzt sich über 5 km hinzogen, sondern über 25 km. Eine Strecke in dieser Höhe mit viel Gepäck, ohne Pausen, ohne Wasser, fast nicht machbar. Ich habe niemanden von den Leuten aus dem ersten Bus je wieder gesehen.

 

 

Machu Picchu

Den Machu Picchu kann man auf verschiedenen Wegen erreichen, aber alle sind nicht unbedingt einfach und schnell. Da der richtige Inka Trail viele Monate vorher gebucht werden muß, und ich sowieso nicht mit meinem Schneckentempo in Gruppen laufen kann ohne den Gruppenhass auf mich zu ziehen, kam dieser bei meiner Spontanreise schon mal nicht mehr in Frage. Ich habe mich somit für den schönen Panoramazug (Poroy-Aguas Calientes) entschieden. Teuer aber sehr bequem 🙂

Wirklich empfehlenswert ist es, wenn der Zug früh morgens abfährt, am Vorabend mit dem Taxi nach Poroy zu fahren. Ich hatte in Poroy ein tolles Homestay bei einem sehr netten älteren Paar (La Olla Peruana, 12 Euro). Sie haben mir heißen Tee aufs Zimmer gebracht, morgens gab es frisch gebackenes Brot und dann haben sie mich zum Zug begleitet.

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Ich habe den VISTADOME Zug gewählt. Eine gute Entscheidung 🙂

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Das Ticket für den Zug habe ich mir selbst gebucht. Die Seite perurail.com ist sogar auf englisch, also easy zu bedienen. Das Ticket für den Besuch des Machu Picchu habe ich  zwar auch online gebucht, das ist aber ein wenig tricky, ich habe da mehrere Anläufe für gebraucht Boleto electrónico

Die Bahnstrecke ist immer mal wieder durch Unwetter oder Erdrutsche streckenweise gesperrt und man sollte sich daher vorher informieren.

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Koka Bonbons sind mein ständiger Begleiter, in allen Formen und Zusammensetzungen (ganz lecker auch die mit der flüssigen Füllung), ich habe sie immer dabei. Der Machu Picchu liegt zwar 1000 Meter tiefer als Cusco, aber ich muß ja auch wieder hinauf später. Die Höhenkrankheit „Soroche“ ist übrigens nicht alters- oder konditionsabhängig. Jeder kann darunter leiden. Ab 2500 Metern kann es anfangen mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel. Ich habe sehr viele Backpacker in den Hotels getroffen, die einige Tage gar nicht mehr aufstehen konnten. Auch welche, die  leider abreisen mussten um tiefer zu gehen. Höhenkrankheit kann richtig gefährlich werden und ein Hirn- oder Lungenödem hervorrufen. Bei Ankunft am Flughafen in Cusco gibt es sogar einen Willkommens-Stand mit frischen Koka Blättern, an denen man sich bedienen kann. Die Koka Blätter werden einfach zerkaut, ich hatte sie in allen Taschen. Die Zunge wird ein wenig taub davon 🙂 und sie schmecken etwas bitter und merkwürdig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Einen Rausch bekommt man davon nicht, so viele Blätter kann ich davon gar nicht essen, weil dann der ganze Mund taub wird. Ich mache täglich frischen Tee davon und trinke das Ganze Literweise. Später, vor meiner Abreise nach Deutschland, muß ich mein gesamtes Gepäck und die Kleidung nach Blättern und Bonbons durchsuchen, da es strengstens untersagt ist, Koka nach Deutschland einzuführen. Sehr schade 🙂

Von 3400 Metern geht es jetzt wieder runter, Poroy liegt auf 2000 Metern. Der Zug fährt durch das wunderschöne Ollantaytambo Tal mit dem Urubamba Fluss.

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Das ist der Anfang vom Inka Trail, man sieht hier Träger und Packpferde. Es kostet ca. 10 US am Tag wenn man sein Gepäck nicht selber tragen möchte.

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Aguas Calientes ist wirklich ein wunderschöner kleiner Ort

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Es gibt überall schöne gemütliche Restaurants mit ausgezeichnetem Essen

und schöne bunte Märkte

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Ganz oben am Ende des Dorfes gibt es heiße Quellen zum Baden

Wenn man es dann bis Aguas Calientes geschafft hat, kann man entweder am nächsten Tag zum gebuchten Zeitpunkt auf den Machu Picchu laufen oder mit Bussen hinauf fahren. Dafür muß man jedoch einen Tag vorher das Busticket kaufen und um 4 Uhr aufstehen um sich in die viele hundert Meter lange Warteschlange einzureihen. Der Fussweg hinauf ist nicht schwer aber auch nicht schön, es sind unzählige Treppen und die Busse sausen vorbei.

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Typische Warteschlange um 4.30 Uhr morgens, die sich durch das ganze Dorf bis oben zieht

Für den Machu Picchu gibt es ein Zeitfenster für die Besichtigung, welches man vorher fest buchen muß. Wenn es also regnet, geht es trotzdem hinauf 🙂 Und so sah es dann aus…

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Man sieht, das man nichts sieht 🙂 Machu Picchu im Nebel. Hier ist noch das erste Drittel des Aufstiegs

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Langsam gegen 10 Uhr morgens beginnt der Nebel sich zu lichten und die wunderschöne Anlage der Inka zeigt sich endlich.

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Auf 2400 Metern Höhe liegt die verborgene Inka Stadt zwischen den Berggipfeln Machu Picchu und Huayna Picchu. Hiram Bingham ging mit der Freilegung 1911 in die Geschichte ein, entdeckt wurde die Inka Stadt aber bereits vorher. Über den eigentlichen Nutzen gibt es keine abschließende Theorie.

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5 Stunden später: der Blick ist frei 🙂 ich habe die Zeit frierend und wartend dichtgedrängt in dem einzigen überdachten Steinhaus ganz oben verbracht und viele nette Leute kennengelernt

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Passgenaue Steine, es ist kein Mörtel dazwischen

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PERU – Cusco

Cusco bedeutet „Nabel der Welt“ und liegt auf 3.400 Metern. Cusco war die Hauptstadt des Inkareichs und wurde vom ersten Inka, dem Sohn der Sonne gegründet 1532 plünderte der spanische Conquistador Pizarro die Stadt, ließ Gold und Silber der Inkas nach Spanien transportieren und setzte später seine Brüder als Verwalter ein. Da die ca. 80 km entfernte Ruinenstadt Machu Picchu erst Jahrhunderte später entdeckt wurde, verlor Cusco an Bedeutung.

Heute ist Cusco ein magischer Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt. Mir hat es so gut gefallen hier, das ich locker noch länger als die eine Woche hätte hier bleiben können. Es gibt viel zusehen, das Umland ist wunderschön, das Essen erstklassig und die Märkte bunt und vielfältig.

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Plaza de Armas

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Plaza de Armas, im Hintergrund die wunderschönen Berge

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Wunderschönes Umland von Cusco

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Der Schamane klopfte uns alle ab und reinigte damit unsere Körper von negativen Dingen

 

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Es sieht aus als ob das Lama lächelt 🙂

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Was ist der Unterschied zwischen einem Lama und einem Alpaka?

Ein Lama ist viel größer als ein Alpaka. Während ein Lama ca 1,20 groß ist, wird ein Alpaka nur 90 cm hoch. Lamas spucken wenn sie bedrängt werden oder auch untereinander um die Rangordnung zu klären. Alpakas sind also kleiner und „schafsähnlicher“ als Lamas. Alpaka Wolle ist im Vergleich zu Schafswolle viel wärmer, feiner und weicher.

Oben auf dem Foto ist also ein typisches Lama zu sehen, während unten zum Vergleich Alpakas zu sehen sind. 

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Der Andenbär (Brillenbär) ist der einzige in Südamerika lebende Bär. Er ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen und der Bestand ist stark gefährdet.

Der Andenkondor hat eine Flügelspannbreite von über 3 Metern und ist 15 kg schwer, ein wahrhaft imposanter großer „Neuweltgeier“.

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INKA – Hund (Peruanischer Nackthund)

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Schematische Zeremonie im Innenhof auf einem Markt in CUSCO

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BOGOTA

Ich bin wieder in Kolumbien, nach Cartagena ist es das zweite Mal. Ich liebe Kolumbien wirklich sehr. Ich mag das Klima, die Landschaft und die Menschen hier. In Bogota konnte ich mich problemlos als alleinreisende Frau bis Einbruch der Dunkelheit bewegen.

Vor Einbruch der Dunkelheit beginnt aber das große Straßenrennen. Jeder versucht möglichst schnell nach Hause zu kommen, um 17.30 fallen die Rollgitter der Geschäfte runter, die Müllsäcke werden auf die Gehsteige geworfen und aus den Seitengassen kommen jene Menschen, die man tagsüber nicht sieht und die wirklich alles gebrauchen können. Nach 18.00 herrscht unwirkliche Endzeitstimmung, um die Müllsäcke wird gestritten und alles wird aufgeschlitzt. Sogar die Security, die tagsüber an fast jeder Kreuzung mit riesigen Rottweilern steht, ist dann nicht mehr anzutreffen. Anarchie auf den Straßen.

Nachdem ich in Panama von Bord gegangen bin, habe ich mir als Startpunkt Bogota auf 2.600 Meter Höhe gewählt, um dort 6 Tage zu verbringen und mich langsam an die Höhe zu gewöhnen. Mein weiterer Plan ist nämlich nach Peru weiterzufliegen. Da ich noch geplant habe nach Bolivien zu reisen, werde ich weit über 5000 Meter hoch sein und möchte nicht an der Höhenkrankheit erkranken. Ich bin sehr gespannt wie mein Körper auf so hohe Höhen reagieren wird. Ich habe ein schönes Hotel, nur 5 Minuten von der „La Candeleria“ entfernt, mit Pool und Spa gebucht und so werden meine Tage gemischt sein mit Ausflügen und Erholung.

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Bogota, das ist Musik, das ist Lebensfreude 🙂

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Musik im Zug

Man kann mit der Seilbahn auf den Montserrate in 3100 Metern Höhe fahren. Den Weg zur Seilbahn sollte man nicht alleine und nicht zu ungewöhnlichen Zeiten gehen.

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Hier oben ist es kühl und jeder Schritt sehr viel anstrengender als normal. Ich trinke das erste Mal Coca-Tee. Coca soll gegen Höhenkrankheit helfen und ich werde es in den nächsten Wochen in allen verfügbaren Versionen konsumieren (vor meinem Rückflug nach Deutschland werde ich später das gesamte Gepäck durchsuchen müssen, denn im Laufe der Wochen sammeln sich die Bonbons und Blätter überall an). Er schmeckt sehr lecker, ein wenig so nach grünem Tee finde ich.

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Eine Delikatesse sind die Fett-Arsch-Ameisen hier. Die Leute sind ganz wild dadrauf 

Die großen Waffeln, die mit vielen Zutaten gefüllt werden, sind hier eine typische Spezialität.

 

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Plaza Bolivar

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Ich fahre mit dem Zug raus aus der 7 Millionen Metropole um die Salzkathedrale Zipaquira zu besuchen.

 

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Wirklich sehr beeindruckend ist die unterirdische Kathedrale. Es passen 8000 Leute hier rein und man läuft viele Kilometer und einige Stunden unter der Erde.

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Viel zu schnell vergeht die Zeit in Bogota und ich mache mich auf den Weg nach Peru.

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Der Panamakanal – Abschied von Bluyon

Von Kuna Yala segeln wir nach Colon, dem Eintrittstor zum Panamakanal. Das Einklarieren ging zügig, nachdem wir herausgefunden hatten wie wir an Land kommen. Denn das ist hier in Colon richtig schwierig. Das Anlegen mit dem Dingi ist überall verboten. Man ist gezwungen in die teure Shelter Bay (ca.60 US für den Kat) zu gehen. Das wollten wir jedoch nicht, da sich der Termin für die Passage durch den Kanal zwei Wochen hinziehen kann. Wir fanden dann eine Möglichkeit im Container Hafen zu ankern und das Dingi im Abwasserkanal anzubinden 🙂 Es war jedes Mal schwierig anzulanden, auch mit den ganzen Einkäufen die wir noch tätigen mussten. Täglich sind wir eine Woche lang kreuz und quer stundenlang durch die ganze Bucht von Colon motort. Die sogenannten „Flats“, ein ausgewiesenes Ankerfeld seitlich der Einfahrt, gab es nicht mehr. Der Kanal wurde aufgeräumt während wir dort waren und alles wurde umorganisiert. Jeden Tag mussten wir woanders ankern, stellten den Funk ab und kreuzten zweimal täglich verbotenerweise den Kanal. Einmal vergaßen wir den Funk abzustellen und hörten immer: Don`t cross by yourself 🙂 Hmm hatte da jemand was gesagt? Egal. Wir waren mittlerweile routiniert darin uns um die gesunkenen Ruinen herumzumogeln und schnell zwischen zwei riesigen Containerschiffen durchzuschlüpfen.

Colon ist definitiv die hässlichste aller hässlichsten Städte, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Noch immer wird davor gewarnt auf der Straße einfach so rumzulaufen und es wird empfohlen selbst kurze Strecken zum Einkaufen mit dem Taxi zu fahren. Unnötig zu sagen, das wir das natürlich nicht getan haben. Wir haben alles zu Fuß erwandert und waren auch in der Free-Zone shoppen. Ich hatte ehrlich gesagt nie ein schlechtes Gefühl. Durch meine vielen Reisen in der Welt habe ich überall sehr gute Antennen und kann mich immer auf mein Bauchgefühl verlassen.

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Armes, trauriges Colon 😦

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Die Einfahrt zum Kanal Richtung Pazifik

Für die Passage braucht man 4 Linehander, 4x 50 Meter Seil und 8 Fender. Da man das alles normalerweise nicht mal eben so hat, nimmt man sich einen Agenten. Unser Agent organisierte alles vom Knast aus, in dem er saß, so ging zumindest das Gerücht um. Gesehen haben wir ihn natürlich auch nie.

Das ganze Prozedere ist eigentlich recht einfach, wenn man weiß wie es funktioniert. Als erstes füllt man ein Formular aus, welches man downloaden kann und schickt dieses per Mail ab. Dann telefoniert man direkt hinterher. Einen Tag später bekommt man einen Vermessungstermin für das Boot. Nachdem der Vermesser dann auf dem Boot war und jede Menge Formulare ausgefüllt hat, kann man eine Telefonnummer anrufen und man bekommt den Passagetermin. Die ganze Fahrt dauert 2 Tage. Jeden Tag kommt ein Lotse an Bord und muss nach genau vorgeschriebenen Plan bekocht und versorgt werden. Es wird darauf hingewiesen, das der Lotse Wasser aus geschlossenen Flaschen braucht und bei schlechter Verpflegung von Bord geht. Die drei Linehander sind die vollen Tage da und schlafen auch an Bord.

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Der Lotse ist an Bord gekommen

davWir werden im Package fahren und Steuerbord wird eine kleine Einrumpfyacht an uns gebunden und ziehen diese den ersten Tag durch die Schleusen

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Dann geht es los Richtung Schleusen

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Unsere 3 Jungs waren super

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Am ersten und zweiten Tag geht es jeweils durch 3 Schleusen. Dazwischen übernachtet man im Gatun Lake. Hier waren Millionen von Moskitos. Atmen war draußen nur möglich wenn man sich ein Tuch vor Mund und Nase gebunden hat. Klar, das ich nicht draußen sein konnte mit meiner Stichallergie. Deswegen gibt es leider keine Fotos vom Gatun Lake.

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So wie hier zu sehen ist, werden an den vier Ecken die Leinen an den Klampen belegt und je nach Höhe wieder neu korrigiert. Oben gehen auf jeder Seite bei der Fahrt in die Schleuse Männer mit, die ebenfalls die Leinen halten und dann auch belegen. Am Ende der Schleusung werfen sie die Leinen los und man muss ziehen, ziehen und ziehen und das Ganze richtig schnell, bevor die Leinen im Motor unten hängen

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Die kleinen Loks sind mit den großen Containerschiffen oder Kreuzfahrtschiffen verbunden; da läuft dann niemand mehr nebenher 😉

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Besucherzentrum Panamakanal

 

Mein Job: die Leine am Heck und dafür sorgen das die Helfer nicht davon laufen

 

Am zweiten Tag, direkt nach der letzten Schleuse, kreuzte ein großer Alligator unseren Bug und die Linehander liefen alle nach Backbord. Wir verloren durch die Unachtsamkeit unsere rechte Steuerbord Bugleine.

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Wir sind im Pazifik !

Leider ist am frühen Morgen des zweiten Tages unser Fäkalientank implodiert (und nein, hiervon gibt es keine Fotos). Ich kann das unglaubliche Ausmaß der Katastrophe nicht schreiben. Das ganze Boot war nicht bewohnbar und wir mussten uns in Panama City ein Hotel suchen.

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Isla Perico; unser Ankerplatz und letzte Station

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Biomuseo Panama

Wir sind noch ein paar Tage zu den Las Perlas rausgefahren, eine Inselgruppe von über 200 Inseln im Süden des Golfes von Panama.

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Containerschiffe, die auf eine Durchfahrt im Kanal warten

 

Delfine begleiten uns bestimmt 2 Stunden lang

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So sieht die Bluyon von unten nach dem Hafenbecken von Panama aus. Erstmal ist schrubben unter Wasser angesagt

 

Dann können wir schwimmen und faul sein 🙂

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Das war nach 3.500 nm unsere letzte gemeinsame Fahrt.

Die Bluyon wird leider aus gesundheitlichen Gründen verkauft.

Wir trennen uns in tiefer Verbundenheit und Freundschaft.

Immer werden wir uns an gute und schlechte Zeiten erinnern und daran wie unendlich viel Spaß wir zusammen hatten, wieviel Abenteuer wir zusammen bestanden haben und an das Vertrauen, das wir uns gegenseitig stets entgegenbrachten.

 

 

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Sonnenuntergang Panama