Mit dem Speedboat vom Pier fährt man nach Koh Rong 1 Stunde und nach Koh Rong Samloem 1.45. Das Slow-Boat fährt doppelt so lange, kostet aber 5 USD weniger. Da die letzten Boote um 4 Uhr wieder ablegen, empfiehlt sich für einen Tagesausflug das schnelle Boot zu nehmen.
Koh Rong ist etwas größer und hat auch ein paar Bars und einige Guesthäuser mehr. Auf Samloem gibt es nicht viel, außer wunderbar glasklares Wasser und ein paar Strandhütten. Für beide Inseln empfiehlt es sich Sonnencreme, Mückenschutz und Dinge des persönlichen Bedarfs mitzunehmen, da es dort keinen Markt gibt. Wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist hier genau richtig.
Feel like Paradise…. das schönste Fleckchen ist wohl auf Koh Rong Samloem der Lazy Beach. Eines der letzten Paradiese. Ich habe selten so einen perfekten Platz gesehen wie hier. Der Strand weiß und sauber, das Wasser ziemlich Ebbe- und Flutunabhängig, türkisfarben und glasklar, so das man von 2 Metern noch auf den Grund schauen kann. Und es schwimmt absolut nichts gefährliches drin rum. Das ist selten. Leider kosten die Bungalows 65 USD und würden somit mein Budget sprengen.
Man geht vom Pier links etwa 10 Minuten und dann führt ein kleiner Pfad durch den Dschungel zum Lazy Beach. Er ist gut zu gehen und meistens schattig. Keine Schlangen oder ähnliches, nur ein paar Affen irgendwo, die aber unsichtbar bleiben, man kann sie nur rufen hören.
Und wenn man dann einmal die Insel durchquert hat wird man belohnt mit folgenden Bildern:
Dann wieder durch den Dschungel zurück, der Saracen Beach:
Als ich um 4 Uhr das letzte Speedboat zurücknehmen will, erfahre ich, das dieses gar nicht fährt heute. Irgendwelche Probleme. Das heißt entweder zwei Stunden warten oder mit dem Slow-Boat fahren. Ich nehme das Langsame und es ist fantastisch. Oben gibt es ein Chillout-Deck mit Matten, Kissen und guter Lounge-Musik und so dämmere ich bei Sonnenunterang auf dem Deck so dahin. Da ich niemals Seekrank werde, finde ich das Rollen des Bootes auf den Wellen absolut fantastisch und schlafe einfach weg.
Direkt links vom Pier fängt der Serendipity Beach an. Es gibt hier viele Bars und Guesthäuser für jeden Geldbeutel. Nathlos geht dieser Strandabschnitt in den Ochheuteal Beach über. Der Strand ist ganz unten im Süden sehr gepflegt und sauber. Das Wasser ist nicht so tief und nicht so klar wie am Otres Beach. Beim Pier direkt ist die Tourismus-Info, dort kann man Weiterfahrten organisieren oder auch Bootsfahrten nach Koh Rong (20 USD).
Auf den Fotos unten, rechts neben dem Pier, meine letzte Unterkunft für drei Tage in Sihanoukville, bevor es zurück nach Phnom Penh geht und ich von dort nach Phuket weiterfliege.
Am Ende vom Ochheuteal Beach hatte ich eine schöne ruhige Unterkunft mit Privatstrand, das heisst sogar ohne nervige Strandverkäufer. Hier ist man abends aber komplett abgeschnitten und kann um spätestens 9 Uhr schlafen gehen. Wenn man in den Ort möchte, braucht man ein Motorbike.
Sunset Lounge
Oben der Ort an dem man vom Ochheuteal zum Otres vorbeikommt
Die Tempelanlagen sind ca. 7 km von Siem Reap entfernt und über ein großes Gebiet verteilt. Man braucht auf jeden Fall mehrere Tage um sich die Tempel anzuschauen. Im Prinzip wird nach kleiner und großer Runde unterteilt und Touren kann man in jedem Hotel oder auch in den Agencys um die Ecke buchen. Verhandelt man direkt auf der Straße mit den Tuktukfahrern kann man noch den einen oder anderen Dollar sparen und die Route etwas indivudualisieren.
Ich bin am ersten Abend auf den Bakheng Hügel zum Sonnenuntergang gestiegen und habe dann dann den nächsten Tag die große Runde (inkl. Banteay Srey) gemacht, aber schon mit Ta Prohm und den Sonnenuntergang zum Schluss von Pre Rup. Bezahlt habe ich 20 USD an den Fahrer. Das Ticket kostet 20 USD für einen Tag und 40 USD für 3 Tage. Getränke gibt es überall bei den Tempeln für 1 USD zu kaufen. Die billigsten Preise für Kleidung und Seidenschals von Siam Reap sind hier bei den Tempeln. Ein Seidenschal (100% Silk) 1 USD, die bunten Hosen 1 USD, Baumwollblusen 3 USD. Diese Preise sind erst nach Verhandlung beim Weggehen so entstanden, zuerst waren sie dreimal so hoch. Aber in der Stadt läßt sich niemand so weit runterhandeln.
Angkor besteht aus vielen einzelnen hinduistischen sowie buddhistischen Tempelanlagen, die über ein riesiges Gebiet verteilt liegen. Man kann auch mit dem Fahrrad die Runden abfahren, wenn man bei der Hitze und nach den Kilometern noch Kraft hat, die Tempel anzuschauen 😉 Ich hatte nach zwei Tagen so starken Muskelkater in den Beinen, das ich kaum die Bordsteine rauf und runter laufen konnte abends in der Stadt. Die Sonne brennt runter und es ist fürchterlich heiss bei den Tempeln. Schön ist es, wenn man ein Handtuch mitnimmt und sich einfach in den Schatten vor die Tempel setzen kann und dann eine halbe Stunde Pause machen kann. Ein Tipp noch für das Wiederfinden der Tuktukfahrer: vorher genau definieren an welchem Tor man jetzt ist und an welchem man sich wiedertrifft. Ich habe einige Zeit bei 40 Grad damit zugebracht meinen Fahrer wiederzufinden, der Spaß hört dann auf, wenn man die komplette Anlage erst vom Nordtor zum Südtor durchquert um festzustellen das es zwar ähnlich aussieht aber nicht genauso und dann alles wieder in der Sonne zurücklaufen muss.
Für den Bakheng Hügel etwas mehr Zeit einplanen, weil man eine gute halbe Stunde für den Aufstieg braucht und oben die Besucher gezählt werden, die die schmalen Treppen dann noch zum ganz oberen Tempel raufsteigen dürfen, da oben nicht so viel Platz ist und nichts abgesichert ist. Man hat einen schönen Ausblick, sieht aber nicht viel mehr als Wasser und Dschungel.
Wer hat schon mal Palmjuice getrunken? Der Saft wird aus den Palmenfrüchten frisch gepresst. Für mich das ekeligste, was ich jemals probiert habe. Der Geschmack ist ungefähr so, wie roher Schinken riecht.
auf dem Bakheng Hill
Ta Som
Der Urwald holt sich alles wieder
Angkor Wat, Kambodscha
Mein Tuktukfahrer, den ich immer in der Hitze gesucht habe, weil er am anderen Tor gewartet hat
Von hier kann man mit Bussen nach Laos, Vietnam und an die Küste Kambodschas, auch um nach Thailand weiterzureisen.
Es gibt kleine Agencys, wo man Bustickets kaufen kann. Meistens ist ein Pickup vom Hotel inbegriffen. Zur Küste nach Sihanoukville ist mir ein Minibus empfohlen worden, weil er kürzer fährt und komfortabler ist und so buche ich diesen für 10 USD, Fahrtzeit 4 Stunden.
Am Besten bucht man sich in Phnom Penh ein Hotel welches nicht weit von der River Front, dem Central Market und dem Palast entfernt ist. Dann kann man das schon mal fussläufig alles erreichen und die mehrinvestierten Dollar für die Lage hat man schnell wieder drin, dadurch das man sich die Tuktuks spart, die hier meistens überteuert sind.
Viel zu sehen ausser noch ein paar Tempeln, den Killing Fields, einer Seidenproduktion und ähnlichen Dingen gibt es hier nicht. Wenn man 3 Tage einplant, kann man sicher sein, genug Zeit zu haben. Ein Sandpeeling ist auch immer inklusive bei den Fahrten, denn es staubt hier ganz fürchterlich. Mein Hotel hatte einen Pool und den habe ich auch ganz arg nach einem Tag Sightseeing gebraucht.
Ein Ausflug zu den Killing Fields und dem Prison 21 kostet 13 USD, man kann natürlich auch über das Hotel buchen und zahlt 20. Das Essen ist mit Aussicht auf den Tonle Sap verhältnismäßig günstig, ich habe Khmer Amok gegessen für 3,80 USD und ein Bier für 50 Cent dazu getrunken 🙂
Bei Besichtigung einer Tempelanlage wurde speziell nur für mich der kleine Tempelschrein aufgesperrt und eine buddhistische Segnung gemacht.
Nur wenige Kilometer von Sihanoukville ist der Otres-Beach. Vom Zentrum Sihanoukville bis zum Otres Beach 1 zahlt man 4 USD mit dem Tuktuk. Hier wird gerne übertrieben und es werden Preise von 7 USD verlangt, aber mit geschicktem Handeln bekommt man es für 4 USD. Ich bin vom Drop off des Busses bei Ankunft einfach weitergegangen und habe sie mürbe gemacht mit Warten weil ich dann erst noch Falafel essen war. Als ich Ihnen dann erklärt habe, nun müsste ich ja laufen nach dem ganzen Essen, haben sie mich dann für 4 gefahren.
Der Otres ist unterteilt in Teil 1 und Teil 2. Wobei am Teil 2 noch weniger los ist als am Teil 1. In der Mitte zwischen beiden gibt es nur Strand und Meer, keine Hütten oder Restaurants. Hier ist noch alles sehr ursprünglich und im Aufbau. Noch ein Geheimtipp, aber in fünf Jahren sicherlich touristisch voll erschlossen. Ein schöner langer, heller Strand, ideal für Strandspaziergänge. Das Wasser ist sehr sauber und wunderbar warm. Am Otres 1 sind einige Restaurants, die teilweise auch Hütten vermieten. Die Sonnenliegen vor den Restaurants können kostenlos einfach benutzt werden, wenn man für 1 USD etwas trinkt. In der Pizzeria am südlichen Ende bekommt man hervorragende Pizza ab 5 USD direkt aus dem Holzofen. Joints gibt es nahezu überalls und werden öffentlich geraucht (ab 1,50). Besonders zum Sonnenuntergang trifft man sich an den Bars.
Am Otres Beach kann man eine Bootstour buchen (13-15 USD), die drei kleine Inseln anfährt, bei denen man dann baden und schnorcheln kann. (Der Tour-Verkäufer kommt direkt nach dem Sonnenbrillen-Verkäufer, der Obstfrau, der Massagefrau …:-) )
Sehr empfehlenswert für die Übernachtung ist das Otres Village. Ich hatte eine schöne Hütte in den Mangroven bei Maik & Marcus (Mangroves & More) gemietet. Gebucht über booking.com.
Ein super schöner Platz zum Verweilen. Abends bei Musik an den Mangroven sitzen und das leckere Essen genießen, das die beiden mit viel Liebe zubreiten. Die Hütten sind einwandfrei sauber und sehr gemütlich. Vorne gibt es Hängematten, in denen man lässig schaukeln und lesen kann. Schade, das ich schon nach 4 Tagen weiterziehen muss, hier wäre ich gerne noch länger geblieben.
Mitten in den Mangroven
Oben der neu angelegte Weg am Otres Beach entlang, in der Mitte Otres Village (alles gerade erst im Aufbau), rechts die Zufahrt zum Otres Market und den Mangroven.
Als ich in Phnom Penh Harri anspreche und nach Tipps für den nächsten Tag für Ausflüge frage, ahne ich noch nichts von seiner Obdachlosigkeit und der Geschichte, die dahinter steht.
Ich spreche ihn einfach an, so wie ich es immer mit verschiedenen Menschen tue; entweder bekomme ich einfach nur einen guten Tipp oder es entwickeln sich sogar nette Gespräche. In diesem Fall beides und wir gehen noch ein Bier trinken um uns weiter zu unterhalten.
Harri lebt schon viele Jahre hier in Kambodscha, er wird jetzt demnächst fünfzig und hat mit dem Leben in Deutschland abgeschlossen. Er ist Handwerker und hatte anfangs noch gute Aufträge, von denen er und seine wechselnden kambodschanischen Freundinnen gut leben konnten. Harri ist hungrig und fragt mich, ob ich ihm eine Runde Frösche ausgeben kann. Ich kann. Und so knabbert er an den frittierten Froschbeinen herum, während er weiter erzählt. Seine erste Freundin hatte etwas Land in der Stadt, wo er ein kleines Häuschen drauf baute und mit Gelegenheitsjobs das Mädchen, die Mutter und den Sohn ernährte. Dafür brauchte seine Freundin nicht mehr in der Prostitution arbeiten und konnte zu Hause bleiben und sich um ihren Sohn kümmern. Manchmal langte das Geld aber auch nur für seine Zigaretten und seine Tabletten, denn er bekam einen Bandscheibenvorfall und muss seitdem starke Schmerztabletten nehmen. Bekommt man ja hier alles ohne Arzt. Kostet eben nur. Rücklagen waren schon längst aufgebraucht, durch eine Pleite in München in der Gastronomie damals mit seinen Eltern zusammen. Die leben jetzt schon lange von Hartz 4. Harri nicht. Hier gibt es das nämlich nicht.
Mir fallen erst jetzt seine starke Abmagerung und die Kuhlen in den Wangen auf. Mangelnde Zahnhygiene hat seine Zähne dahingerafft. Harri sagt, nur die wenigsten Menschen wissen was wirklich Hunger ist. Es ist kein Geld da. Nicht zum Essen und nicht für die Gesundheit. Er fieselt weiter an den trockenen Fröschen rum und erzählt das seine Freundin mittlerweile einen Amerikaner geheiratet hat, sein Quad, sein Pass und alle Dinge aber noch in dem Haus sind. Und er nicht dran kann, weil er ihr noch Geld schuldet. Sein Laptop, Handy und alles was er sonst noch besaß ist mittlerweile im Pfandhaus. Ja, das gibt es hier in Kambodscha auch. Geld zuschicken lassen kann er sich nicht, dafür brauch er seinen Pass. Den Quad verkaufen kann er nicht, dafür brauch er das Geld um ihn auszulösen. Aufträge kann er nicht mehr annehmen, weil sein Handy weg ist. Mittlerweile isst er die Reste von meinem Teller weiter, ich nehm noch schnell meine Serviette runter.
Er hat danach noch andere ähnlich schlecht laufende Bekanntschaften gehabt. Wir unterhalten uns über alles Mögliche und ich merke ihm seine besseren Zeiten an. Er ist gebildet, kennt sich mit vielen Dingen gut aus und von seinem Handwerk versteht er eine Menge. Jetzt teilt er sich gerade mit einigen anderen kambodschanischen Obdachlosen ein Zimmer für 7 USD. Manchmal gibt es Essen für alle, wenn einer irgendwo ein paar Dolloar aufgetrieben hat. Es wird geteilt was da ist. Der Zusammenhalt ist groß unter denen, die nichts haben. Er gibt mir noch einige Tipps für die Weiterreise und ich frage ihn, ob er nicht in seiner Lage lieber wieder nach Deutschland zurück möchte. Er schaut mich an und zögert keine Sekunde: nein, sagt er, er würde lieber hier sterben als zurück. Irgendwie kann ich ihn verstehen, wie würde sein Leben in Deutschland aussehen? Es war schön ihn kennenzulernen und gerne habe ich ihm die Runde Frösche spendiert. Ich verabschiede mich von ihm und wünsche ihm gute Aufträge, die seine Situation etwas verbessern.
In den 80er Jahren hat mich der Film „The Killing Fields – Schreiendes Land“ tief beeindruckt und nie wieder losgelassen. Seitdem wollte ich immer mehr über dieses Land erfahren, in dem so viel Grauenhaftes passiert ist und ungefähr 3 Mio. Menschen den Tod unter der Herrschaft des Diktators Pol Pot fanden. Als Deutscher mit der Erbschande der Judenverfolgung aufgewachsen, wurde man in der Schule ausschließlich eben damit konfrontiert, während ganze Völkermorde überall auf der Welt passiert sind und noch passieren. Ich frage mich schon seit langem, was der Unterschied ist? Wohl niemand käme auf die Idee, die heutige Generation der armen kambodschanischen Bevölkerung mit Verfolgung und Mord in Verbindung zu bringen. Als Deutscher darf ich heute noch nicht meine Meinung frei sagen und reise ich als Deutscher durch die Welt, fällt den Menschen, egal auf welchem Kontinent als erstes Hitler ein. In Indien hat mich doch tatsächlich jemand gefragt ob ich ihn persönlich kennen würde.
Pol Pot, der in Frankreich studierte und Mao Zedong verehrte, war von der Idee besessen einen kommunistischen Bauernstaat zu gründen und somit das Stadt-Land-Problem und das Armutsgefälle zu lösen. Im Untergrund im Dschungel fing er schon in den 60er Jahren damit an Guerillakrieger um sich zu scharen und dann in den 70er Jahren wurden immer mehr von der Landbevölkerung rekrutiert mit dem Versprechen, einen Arbeitspaltz und Essen zu bekommen. Schließlich fiel er im April 1975 in Phnom Penh ein. Unter Jubel eines Großteils der Bevölkerung, die vom Vietnamkrieg noch geschwächt unter Bürgerkrieg und Hunger litt und sich von dem neuen Kommunismus Essen und Arbeit versprach.
Tatsächlich aber wurde in nur 3 Tagen die komplette Stadt evakuiert unter Androhung von Todesstrafe. Jeder, der gegen das Regime war, wurde sofort eingesperrt oder erschossen. Alle Menschen mit Bildung waren auf einmal Regimegegner, Brillenträger wurden gleich verhaftet. Alle Studierten, Lehrer und Nicht-Landarbeiter wurden weggeschafft, Familien auseinandergerissen und und über das Land verteilt.
Es gab über 300 Killing Fields. Aus den Menschen im demokratischen Kambodscha wurden Zwangsarbeiter. Unter unmenschlich harten Bedingungen mussten sie auf den Feldern arbeiten, bis zum Umfallen. Aus grossen Lautsprechern ertönte kommunistische Musik zur Motivation und um die Schmerzensschreie der Sterbenden zu übertönen. Die Killing Fields waren Lager aus denen Massengräber wurden. Aus Gefängnissen wurden bereits halb tot gefolterte dorthin transportiert um sie zu entsorgen. Und das auf möglichst billige Art und Weise. Weil die Munition teuer war, wurden viele auf grausame andere Arten getötet: Männern wurde an den scharfen Kanten der Palmen die Kehle durchschnitten, sie wurden mit Knüppeln und Äxten erschlagen, Babys und Kinder wurden mit Köpfen so lange an den Baum geschlagen bis der Tod eintrat. An dem Baum klebten noch als man das Massengrab gefunden hatte, Hirnmasse, Haare und Knochensplitter.
Die Menschen wurden zu den Fields transportiert mit dem Versprechen eine Hütte, Essen und Arbeit zu bekommen. Die Wirklichkeit sah dann anders aus. Noch heute kommen bei Regenfällen immer wieder Knochen und Kleidungsstücke aus der Erde raus. In der Gedenkstätte sind 7 Etagen nur mit Schädeln an denen unterschiedlich farbige Punkte kleben, die den jeweiligen Todesursachen zugeordnet sind.
Es ist eine sehr bedrückende Atmosphäre dort und es ist unbedingt empfehlenswert den Audio Guide für 3 USD zu nehmen und sich einen schattigen Platz zu suchen um sich in Ruhe die Erklärungen anzuhören. Es ist furchtbar, das so etwas geschehen konnte und das Pol Pot unter Hausarrest stehend noch bis 1998 sein Leben normal weiterleben konnte, während die Menschen in dem Land viele Jahrzehnte brauchen werden, um sich von dem zu erholen, was Ihnen angetan wurde.
PRISON 21
Eine ehemalige Schule wurde zum Folterzentrum und Gefängnis umfunktioniert. 14.000 bis 20.000 Menschen starben hier. Jeder, der verdächtig war, wurde hergebracht um unter Folter ein Geständnis zu erzwingen. Nach wochenlanger Folter haben die Meisten alles gestanden was sie niemals begangen hatten, aber sagen mussten und auch ihre Angehörigen alle verraten. Jeder Insasse wurde genau fotografiert, nummeriert und es wurde eine Akte angelegt in der die Maßnahmen standen.
In den ehemaligen Klassenzimmern waren Einzel- oder Mehrbettzimmer hergerichtet, in denen unvorstellbare Dinge passierten, unter anderem auch Operationen um die anatomischen Kenntnisse zu vervollständigen. Elektroschocks, Daumenschrauben, das Aufhängen und in Wasserbottiche tauchen und vieles mehr. Wer die Folter überlebte wurde in die Killing Fields gebracht und dort hingerichtet. Die Leichen wurden mit DDT übersprüht um dem Gestank vorzubeugen.
Prison 21 haben nur 7 Menschen nachweislich überlebt. Im Museum wird die Lebensgeschichte des Überlebenden Chum Mey erzählt, er überlebte weil er Maschinen reparieren konnte. Ich habe ihn tatsächlich persönlich dort getroffen, im Garten unten verkauft er seine Bücher und beantwortet Fragen.
Das ist der Galgen wo die Menschen aufgehängt und mit dem Kopf dann in die Wasserbottiche getaucht wurden
Es gibt ein Projekt, welches blinde Menschen in Massage ausbildet. Da es hier keine staatlichen Möglichkeiten gibt, behinderte Menschen zu unterstützen und zu ernähren, ist das eine großartige Idee Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Die Menschen wohnen und essen dort dann in der jeweiligen Massageeinrichtung und können einer Arbeit nachgehen. Was alles sonst nicht möglich wäre. Die Alternative ist entweder als Bettler auf der Strasse zu leben oder daheim in der Hütte zu sitzen und hoffen das die Familie einen mit durch bringt.
Die Öffnungszeiten sind von 7 bis 22 Uhr, also 15 Stunden, was mich zunächst verwundert. Bis ich dann verstanden habe, das hier nicht in Schichten gearbeitet wird, sondern die Menschen ja einfach gar nichts anderes zu tun haben, als darauf zu warten das in den 15 Stunden jemand den Weg her findet. Das Leben wird nicht unterteilt, wie bei uns in Essens-, Arbeits- und Freizeiten. Sondern alles wird miteinander integriert. Was man auch immer wieder bei anderen Arbeitern sehen kann: keine Unterteilung des Tages, sondern so leben wie es kommt. Deswegen sieht man immer wieder tagsüber Menschen schlafen. Überall. Auf Mauern, Matten, in Tuktuks, an Bäume gelehnt. Obwohl hier mehr und mit Sicherheit unter härteren Bedingungen gearbeitet wird, können sich die Menschen so ihre Gelassenheit bewahren und sind nicht dem Tages-Rythmus-Stress ausgesetzt wie in den westlichen Ländern.
Also, wie ist es nun, sich von einem Blinden massieren zu lassen mit dem man sich zudem nicht verständigen kann? Dem man nicht sagen kann wo es weh tut, welche Operationen man schon gehabt hat und wo er besser vorsichtig sein sollte? Man muss es gar nicht. Viele Jahre Massageerfahrung und die Sensibilität der Nichtsehenden machen es möglich das er jede kleinste Verspannung oder Unregelmäßigkeit im Körper spürt. Ich dachte immer mein rechres Bein hätte viele Schmerzzonen, von dem Unfall damals in Vietnam, aber mein linkes Bein hat lauter geheime Schmerzpunkte, bis jetzt noch unentdeckt. Ebenso meine Arme und Schultern. Findet er nur einen einzigen Punkt, der schmerzt, so wird der ausgiebig behandelt. Beide Körperseiten werden auch nicht nach einem Standardmuster gleich abgearbeitet, sondern individuell nach Bedarf. Er fühlt und tastet sich über den ganzen Körper.
Eine Stunde kostet 6 USD. Und so gehe ich auch den nächsten Tag wieder hin. Diesmal klettert er auf mich drauf und findet noch mehr Schmerzpunkte zum Behandeln. Ich könnte vermutlich locker einen Monat bleiben und es würden noch Punkte übrigsein.
Wirklich eine ganz wunderbare und intensive Erfahrung. Unbedingt empfehlenswert! Beeindruckend ist auch die Herausgabe des Wechselgeldes, für mich sehen die Dollar alle farblos gleich aus, der Blinde braucht sie nicht mal ansehen sondern fühlt die Unterschiede beim Dollar.
Den Flug von Bangkok kann man schon supergünstig bekommen, ich habe nur 65 Euro gezahlt. Von Jomtien zum Dong Mueng Airport habe ich nach zähen Verhandlungen einen Preis von nur 1300 Baht aushandeln können und das morgens um 5 Uhr. Wenn man in Siem Reap landet, sieht es zuerst aus als wenn das ganze Land unter Wasser steht. So weit das Auge reicht, Wasser. Überall. Und jetzt im Dezember ist Trockenzeit hier. Ich habe dann bei meiner Fahrt über Land gesehen das die Kambodschaner Wasser lieben. Nahezu jedes Haus ist auf Pfählen gebaut und hat davor eine eigene Wasserstelle in die erst der Büffel geht, dann die Enten, danach wird die Wäsche drin gewaschen und dann kommt die Körperpflege. Unterwegs habe ich ganz oft gesehen, das Kinder und Erwachsene einfach vom Rad absteigen, sich ausziehen und in irgendeinem Tümpel reinspringen. Man sieht überall welche Baden obwohl das Wasser sehr schlammig ausschaut und jetzt keineswegs sauber ist.
In Siem Reap habe ich mir ein Hotel genommen, welches einen kostenlosen Abholservice vom Airport anbietet. Das spart den nervenaufreibenden Empfang am Flughafen von hundert Tuktuk-Fahrern (und neuen Preisverhandlungen wo man sich noch gar nicht auskennt) und hat super funktioniert. Mein Fahrer hat schon mit meinem Namensschild auf mich gewartet. Das ist Hotel ist direkt in der Nähe vom Old Market. Das ist sehr empfehlenswert, weil hier die Nachtmärkte sind und die Pub Street und es wunderschön ist hier abends zu essen und zu laufen. Die Investition lohnt sich auf jeden Fall in ein Hotel was super gelegen ist, weil man sonst für jede Strecke extra zahlen muss und unter 2-3 USD machen die den Motor erst gar nicht an. Man kann sich aber auch für „only one Dollar“ ein Rad ausleihen, wenn man sich dazu nach 10 Stunden Tempel noch in der Lage fühlt.
Siem Reap ist ideal gelegen um die Tempelanlagen in Angkor zu besuchen. Es sind nur 7 km bis dorthin. (Tuktuk kostet 4 USD) Und es ist auch sonst echt schön hier. Es gibt wahnsinnig schöne und teure Hotelanlagen und Restaurants hier. Überhaupt scheint Essen hier ganz hoch im Kurzs zu stehen. Die Auswahl ist riesig und das Essen sieht super lecker aus. Man kann sich wunderbar durch die Gassen treiben lassen. Die Preise sind einfach: es kostet nahezu alles 1 USD 🙂 An jeder Ecke möchte irgendjemand etwas für „only one Dollar“ verkaufen. An den ATM`s kommt schon gar nicht mehr die Landswährung raus, sondern gleich USD.
Zu kaufen gibt es hier nahzu alles, von kitschigen Angkor-Ölgemälden, Schlabberhosen, Holzschmuck, Taschen, Seidenschals (kriegt man übrigens am billigsten in den Tempelanlagen für nur einen Dollar), Hüten in jeder Form bis zu kunstvollen Bildhauerarbeiten. Es wechseln sich Restaurants, Bars und Massageläden der Reihe nach ab. Das Bier 50 Cent, der frozen Margeritha 1 USD, die Massagen sind teurer als in Thailand, eine Stunde 7 Dollar aufwärts. Abends verwandelt sich alles in eine riesige Partyzone mit Live Musik, gutem Essen und Backpacker Stimmung. Hier kann man es locker ein paar Tage aushalten und könnte die Zeit auch ohne die Tempel rumkriegen.
Auf dem unteren Bild wieder die typischen Wasseransammlungen
so sehen die Tuktuks hier aus 🙂
Die Menschen hier sind sehr freundlich und auch der Verkehr läuft hier viel rücksichtsvoller als in Thailand. Der durchschnittliche Kambodschaner verdient ca. 100 USD im Monat wenn er denn einen Job hat und fleissig ist. Mit dem Wissen als Hintergrund fällt es auch nicht schwer noch beim dreihundertsten Tuktuk Angebot freundlich abzusagen. Denn es hängt das Überleben von der Aufdringlichkeit ab. Es gibt einfach zuviele Fahrer und deswegen hat nicht jeder jeden Tag einen Job, sondern geht auch mal komplett leer aus.
Am ersten Tag bin ich abends noch auf den Bakheng Hill gestiegen
Nun ist der Monat in Jomtien schon vorbei. Das heißt Abschied nehmen, wieder einmal. Von lieb gewonnenen täglichen Ritualen wie meinem morgendlichen Collagen-Kaffee (jaaa sowas gibt es hier in Asien), dem Fitnessraum, dem Pool und den wunderbaren Massagen.
Das erste was ich jeden morgen gesehen habe 🙂
Und von den Menschen hier. Erst gerade hat mir der Wachman eine ganze Tüte frischer Äpfel geschenkt. Meine Massagefrau konnte gar nicht glauben, das ich ab heute nicht mehr wiederkommen werde. Mein Essensstand auch nicht. Mein Obststand. Der Pfannenkuchenmann. Alle diejenigen, die mir jeden Tag ein Lächeln geschenkt haben. Die Kokosnussfrau. Egal ob ich nun etwas gekauft habe oder nicht. Freundlich grüßen mich viele hier nach nun 4 Wochen. Man kennt sich hier in der Soi 5 in Jomtien.
Ich lasse nicht nur mein Herz hier, sondern auch einige Kilos 🙂 Da ich alle fast Strecken tapfer zu Fuss zurückgelegt habe, sind am Tag immer zwischen 4 und 10 Kilometer zusammengekommen. Und nicht nur die Kilos, sondern auch meine Haare bleiben hier. Nach vielen Jahren konnte ich mich von meinen hüftlangen Haaren endlich trennen 🙂
Schnipp schnapp, da waren sie fast alle ab 😉
Neu 🙂
Abschied nehmen heißt Zeit für etwas Neues.
Die nächsten Wochen könnt ihr mich nach Kambodscha begleiten. Ich freue mich auf Angkor Wat, Phnom Penh, Sihanoukville und die vorgelagerten Inseln.