Mit Gitarre fliegen?

Gitarre im Flugzeug ?

Geht das ohne Probleme?

Jaaaa, mit einem Lächeln und ein paar Tricks…

Bevor ich mit meiner Gitarre auf Reisen ging, googelte ich zahlreiche im Internet zu findende Informationen. Und die sagten fast alle das Gleiche: jain, meistens nicht, nur Probleme, kaputte Instrumente im Frachtraum, verlassene Gitarren auf Airports, horrende Aufzahlpreise, extra Sitzplätze buchen für das Instrument etc…

Eine Gitarre überschreitet die Maße für das Handgepäck mehr als deutlich. Meistens sind 55x35x25 zugelassen. Die Maße einer Gitarre im Softbag sind ca 112x 48×20. Also doppelt so lang wie zugelassen. Sie verstopft nicht nur das komplette Case über den Sitzen, manche Airlines begründen auch den Nichttransport mit „Sicherheitsbestimmungen“. In den meisten AGB steht deutlich drin, das Instrumente als Sperrgut aufzugeben ist. Aber ist das wirklich so? Und was ist auf Billigflügen für 20 Euro? Sind die Mitarbeiter da weniger kulant als bei Langstrecke?

Nun wollte ich es erst recht und ganz genau wissen. Ist so etwas möglich und was passiert wirklich?

Aufgrund der negativen Aussagen im Netz, musste ich damit rechnen, mich von dem Instrument recht schnell wieder zu verabschieden und kaufte mir eine wirklich günstige Gitarre, wo mir die Trennung nicht so schwer von fallen würde. Und einen Softbag. Und los ging es.

Ich war außerdem noch beladen mit meinem 55 L Osprey, meinem wasserfesten 25 Liter Handgepäck Rucksack, einem Kamerarucksack für meine Spiegelreflex und nun noch mit dem Gitarrenrucksack. Also mehr, als man eigentlich tragen kann. Am Flughafen in Bangkok wurde mir das so richtig bewusst als gar nicht alles auf den Gepäckwagen ging. Ich hatte einen Billigflug mit Spicejet, 15 kg zugelassenes Gepäck und dachte mir um 4 Uhr morgens: so das war`s jetzt, ich kann mich gleich mal von einem Teil davon verabschieden… Nein, so war es nicht.
Ich reiste noch monatelang mit dem gesamten Gepäck Langstrecke und Kurzstrecke mit verschiedenen Airlines.

Mit folgenden Airlines bin ich ohne Probleme und ohne Aufpreis geflogen:

– SpiceJet
– Jet Airways
– Air India
– Indigo
– Turkisch Airlines
– Bangkok Airways
– Thai Airways

Ich habe jedes Mal als erstes meinen Kamerarucksack aufgesetzt, linksseitig, dann den Gitarrenrucksack rechtsseitig, meinen Osprey als Gepäck aufgegeben mit 11,8 kg und meinen wasserfesten Rucksack unter den Osprey geschoben, als ich zum Schalter gefahren bin. Es sah so aus, als ob ich nur als Handgepäck die Gitarre und die Kamera hätte. Vor den Schalter kann niemand direkt hinsehen. Hat immer funktioniert. Ein Lächeln und nette Gespräche helfen immer weiter, meistens haben die Gepäckabfertiger auch kein Tageshighlight und freuen sich über einen netten Gast, ein paar Fragen direkt am Anfang gesetzt, lenken gut ab. Kleine Geschichten über wichtige Vorspieltermine oder auch den Scherz „mal kurz hier was zu spielen“ kamen immer gut an. Einzig die kleinen Karten waren dann zu wenig, die von der Security abgestempelt werden müssen, aber da habe ich immer problemlos neue bekommen.

Meine Gitarre passte überall oben in die Boxen rein. Damit ich mir sicher sein konnte, genug Platz dafür zu haben, war es wichtig als einer der Ersten in das Flugzeug einzusteigen.

Und was gibt es Schöneres als bei Sonnenuntergang am Strand zu sitzen und zu spielen….

 

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Dharavi – Millionen Slum mitten in Mumbai

Slum ist nicht gleich Slum

Eine Slumtour? Soll man das machen?

Das muss wirklich jeder für sich selber entscheiden, aber mich hat es sehr interessiert wie die Menschen hier leben, weil Dharavi einer der bekanntesten Slums der Welt ist und ich schon so einige andere gesehen habe.

Es werden Führungen angeboten, bei denen 80% der Einnahmen in gemeinnützige Projekte fließen. Dadurch können Hygieneschulungen und Englischunterricht stattfinden. Die Führungen übernehmen Menschen, die in Dharavi wohnen und aufgewachsen sind.

Dharavi – eine Stadt in bester Innenstadtlage, in der ca 650 Mio Dollar pro Jahr durch Slum-eigene Produktionen umgesetzt werden. Hier leben über eine Millionen Menschen auf engstem Raum, zwar mit Strom und fließend Wasser aber ohne Toilette. Die gibt es in jedem Viertel und das Toilettenhaus muss mit mehr als 1000 anderen Menschen geteilt werden. Die Abwässer? Wo die hingehen? Durch kleine Kanäle in den Fluss Mahim, der mit den Abwässern, Chemierückständen und Müllresten dann weiterfließt.

Ich war erstaunt, wie geschäftig hier jeder rumläuft. Wie gut alles organisiert ist. Wie friedlich Muslime und Hindus im Slum Tür an Tür wohnen. Vielleicht sollte ich nur das sehen, was Touristen sehen sollen, aber ich sah arbeitssame, fleißige Menschen, die unter teilweise furchtbaren Bedingungen arbeiten. Was ich nicht sah waren Bettler, faule Menschen, die einfach nur rumliegen und Armut, die ich erwartet hatte. Die Menschen haben sicherlich wenig aber weitaus mehr als diejenigen, die auf Verkehrsinseln wohnen oder auf dem Land gar keine Möglichkeit haben Geld zu verdienen. Viele Arbeiter die umgerechnet 5 Euro am Tag verdienen, kommen von weit her, arbeiten in den engen Garagenräumen und schlafen auf Kartons, um das Geld der Familie aufs Land schicken zu können.

Die Gassen sind eng, im Sekundentakt wechseln die Gerüche. Ich kann mental gar nicht so viel verarbeiten von den Bildern und Situationen, die sich hier bieten. In dem Produktionsviertel schließt sich Raum an Raum, wo Dinge receycelt oder produziert werden. Die einzelnen Parzellen sind nur wenige Quadratmeter groß. Geschäft an Geschäft. Ich sehe Menschen in der Aluminiumverarbeitung, die ohne Schutz an den Öfen stehen. Männer, die Kartons klein rupfen und auf den großen Reißmaschinen draufsitzen um sie mit Kartonresten zu stopfen. PC-Reste, die säuberlichst nach Material getrennt werden. Kabel, die von Metall und Plastik getrennt werden mit den Füßen, den Händen und kleinen Messern. Eine Seifenproduktion, in der es so entsetzlich nach tierischen Abfällen riecht, das mir schlecht wird. Und Plastik, überall Plastik, das nach Farbe sortiert anschließend geschreddert wird und in Riesensäcken von A nach B transportiert wird. Ziegenschlachtungen mit offen liegenden Abfällen und Leder, in dessen Oberfläche ein Krokomuster oder auch jedes andere Wunsch-Leder-Muster reingestanzt wird um es dann namhaften Marken zu verkaufen, die es wiederum exportieren und sündteure Schuhe und Taschen davon herstellen. Tontöpfe und Krüge in jeder Größe, angeblich ist hier die größte Tontopf-Produktion von ganz Indien. Dazwischen Papadams, die überall getrocknet werden und landesweit verkauft werden. Kinder, die Cricket spielen. Manchmal haben die kleinen Räume keine Vorhänge und man sieht Familien, die mit 6 Personen auf 10qm leben. Die Gassen sind so eng und klein, das nur eine Person hindurch kommt. Bei Gegenverkehr muss sich einer in den Hauseingang drücken. Von oben hängen Stromkabel, Sat-Schüsseln, Wäsche oder tiefgezogene Vorbauten herab, die das Aufrecht-Gehen teilweise unmöglich machen.
Und doch will hier kaum jemand weg. Es gab mehrere Versuche, die Menschen umzusiedeln. Ohne Erfolg. Der Grund ist teuer mitten in der Stadt, aber mittlerweile wird soviel receycelt und produziert, das die Regierung es sich gar nicht leisten könnte, den Slum platt zu machen. Strom und Wasser bekommen die Menschen kostenlos zur Verfügung gestellt. Wer dort wohnt, hat meistens eine Arbeit und ein Dach über dem Kopf. Eine Umsiedlung würde einer Katastrophe gleichkommen.

Nach den drei Stunden bin ich ziemlich erschöpft, ich habe so viele Dinge gesehen, die ich gar nicht erwartet hätte. Das Wort „Slum“ wird Dharavi jedenfalls nicht gerecht. Ich habe Menschen gesehen, die in einer Gemeinschaft leben und zusammenhalten, die arbeitsam sind und fleißig, die mit dem wenigen leben und auskommen, was sie haben. Menschen, die sich jeden Tag dem Leben und Überleben tapfer aufs Neue stellen. Kinder, die durch gemeinnützige Projekte Chancen haben auf Bildung, um eines Tages vielleicht woanders hingehen zu können. Das alles hat mich sehr beeindruckt.

Vom Süden Mumbais geht es von der Station Churchgate direkt in den Norden mit dem Zug

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Chiang Mai

 

Chiang Mai, wegen der landschaftlichen Schönheit auch „Rose des Nordens“ genannt, liegt hoch im Norden Thailands nahe zur burmesischen Grenze, eingebettet zwischen Fluss und Bergen. In der schönen Altstadt, die von Stadtmauerresten umgeben ist, finden sich nahezu 200 Tempel. Die Altstadt kann man wunderbar zu Fuß durchqueren, die Tempel besichtigen und sich eine schöne Fuß- oder Thaimassage für 5 Euro zwischendurch machen lassen. Abends laden Nachtmärkte zum Shopping ein. Besonders beliebt sind Silberwaren, Thai-Seide, Textilien und Kunsthandwerke. Innerhalb der Stadt kommt man gut mit einem geliehenen Fahrrad zurecht, welches man am Besten dann vor der Altstadt abstellt.

Anreise:

Flugzeug: bereits ab 20 Euro von Bangkok nach Chiang Mai, wenn man aus dem Airport kommt, gibt es einen Taxi-Stand, bei dem man für einen Festpreis ein Taxi vorbuchen kann

Bahn: mit dem Zug von Bangkok Hualomphong in 10-12 Stunden, empfehlenswert ist unterwegs einen Stop in Ayutthaya zu machen oder auch sonst noch Stationen auf dem Weg zu besuchen, die man gerne sehen möchte

Bus: Von Bangkok fahren sowohl öffentliche als auch private Busse täglich mehrmals nach Chiang Mai

Weiterreise:

Eine Reise über die Grenze nach Myanmar über Land ist nach wie vor schwierig; es gab oder gibt Modelle, bei denen man seinen Reisepass an der Grenze abgeben muss und 72 Stunden über die Grenze mit einer Pass-Kopie darf (500 Baht). Das wird alles aber auch immer wieder geändert, so das es für diejenigen, die nach Myanmar möchten, sicherer ist, sich ein e-Visa über das Internet zu besorgen und per Flugzeug einzureisen. Eine Weiterreise nach Laos ist ziemlich unproblematisch. Von hier fahren täglich Busse.

Von Chiang Mai aus kann man ebenfalls schöne Touren ins umliegende Hochland machen. Es sind direkt in der Altstadt jede Menge Büros, in denen man Ausflüge oder Weiterreise buchen kann, so dass man das eigentlich vorher gar nicht planen muss, es gibt mehr als genug Inspirationen und Möglichkeiten vor Ort.

Viel Spaß mit den nachfolgenden Fotos, damit bekommt ihr einen guten Eindruck über die schönen Tempel in Chiang Mai…

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Elefanten – Hautnah

Schon lange war es ein Wunsch von mir, einmal auf einem Elefanten zu reiten (wackelt es so wie auf einem Kamel?), ihn anzufassen (wie ist die Haut?) und bei der Arbeit zuzuschauen (denkt er selbständig?). Einfach mal fühlen: was ist das für ein Tier? Kann man einen Bezug herstellen, gibt es sowas wie Blickkontakt? Ganz viele Dinge, die man nur im persönlichen Kontakt herausfinden kann 🙂

Ich habe es nie getan, aus Respekt vor den Tieren und der meistens schlechten Haltung, die aus der Geldmacherei mit dem Touristengeschäft entsteht. Also habe ich mir viele „Elefantencamps“ in den letzten Jahren angeschaut ohne jemals auch nur einen Elefanten anzufassen. Ich wollte nichts finanziell unterstützen, wo Tiere auf engem Raum zu Touristenzwecken gehalten werden und man einen Trampelpfad im Kreis laufen kann. Solche Camps gibt es viele, gerade auch in Thailand. Auf Koh Samui habe ich mal ein „Camp“ gesehen, wo ein paar Elefanten in der Nähe der Strasse angekettet waren und man Futter bei dem Eigentümer kaufen konnten um seine Elefanten zu füttern. Ungläubig und fassungslos bin ich damals weiter gefahren. In Indien habe ich Arbeits- und Tempelelefanten gesehen, die aber nicht gut behandelt wurden. Einmal war ich bei einer Waschung im Fluss dabei, als morgens der Tempelelefant von seinem Mahut gewaschen wurde und dieser pickte die ganze Zeit mit der Metallspitze seines Elefantenstocks auf dem Kopf des armen Tieres rum, es waren schon überall blutige Stellen und jedesmal blieb die Spitze des Metallhakens kurz im Fleisch stecken und machte ein dumpfes „plop“.

Im Norden Thailands fand ich nun ein Trainingscamp, wo man den Elefanten nah sein konnte aber nicht unbedingt drauf reiten muss. Man konnte sehen wie der Mahut mit ihnen umging, hat selber ein paar Befehle gelernt, durfte sie berühren, waschen und füttern. Ebenfalls konnte man sehen, wie die Elefanten Äste und Grünzeug von A nach B trugen.  Und man hat eine Menge über Elefanten gelernt. Die Option „reiten“ hatte ich mir noch offen gelassen, mich hätten die anderen Dinge schon glücklich gemacht.

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Zuerst habe ich die langen Zuckerrohrstangen mit der kleinen Machete in Stücke gehackt. Sie waren dann leider etwas zu lang, warum, das hat sich mir auch erst dann beim Füttern erschlossen…

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Dann ging es mit dem Futter zum Elefanten-Unterstand

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Die waren schon ganz aufgeregt….

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Erste vorsichtige Kontaktaufnahme…Die Haut am Rüssel fühlt sich schön an, ganz anders wie am Rest des Körpers, wo sie teilweise unglaublich dick, hart und trocken ist, so das man den Elefanten am liebsten ständig eincremen würde 😉 Ich habe gelernt das Elefanten an der Stimme eines Menschen erkennen können ob er ihnen gefährlich werden kann. Als er seinen Rüssel immer ausstreckte, wollte er gar nicht an mir schnuppern zur Kontaktaufnahme (unweigerlich versucht man ja ein Tier an sich riechen zu lassen)  nein er wollte Futter… Ich hatte Angst vor den großen Füssen, aber in der ganzen Zeit wo ich da war, hat es keine Probleme gegeben. Elefanten bewegen sich auch total langsam, sozusagen in Zeitlupe. Das war ganz interessant als ich dann später in den See geritten bin und sich 3000 kg in Zeitlupe mit mir oben drauf auf die Seite gedreht haben….

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Wow, das erste Mal ein Elefantenmaul von innen gesehen ;-), nun wusste ich warum meine gehackten Zuckerrohrstücke zu groß waren: Das Maul ist winzig. An der Seite sind große Mahlzähne und in der Mitte eine eine schwulstige Zunge, wo also soll das Zuckerrohrstück nur hin??

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Also wir haben uns dann arrangiert: er machte das Maul so weit auf wie es geht, damit ich das Zuckerrohr besser platzieren konnte. Ich musste nur die Hand rechtzeitig wieder rausziehen, denn die Kommunikation zwischen Öffnen und Schließen war bei uns noch nicht so zu durchschauen.

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Lieber nochmal genau nachschauen….;-) Hochinteressant so ein Elefantenmaul von innen…

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mal mit reinwerfen probieren….(fällt wieder raus)

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Ich hab`s dann auch mal von der Seite versucht…listig 🙂

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Babies…wie niedlich

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Elefanten verständigen sich übrigens über Infraschall untereinander. Etwas, das ich vorher gar nicht wusste.

Auf mich machten sie alle einen äußerst zufriedenen Eindruck. Kein Tier war unruhig oder „webte“ hin und her. Allerdings weiß man absolut nicht ob nun die Kontaktaufnahme positiv war oder nicht. Ein Hund freut sich oder geht weg, bei einer Katze kann man Abneigung und Zuneigung auch sehr gut erkennen…aber bei einem Elefanten? Die Augen sind winzig und schauen immer gleich. Vielleicht sind sie auch nicht so emotional und es ist ihnen egal, solange es was zu fressen gibt und auch sonst keine Änderungen eintreten….Ein Mahut bleib sein ganzes Leben bei „seinem“ Elefanten und wächst schon als Kind mit ihm auf. Elefanten werden in der Familientradition weitergegeben, sie werden zwischen 60 und 80 Jahre alt. Sie wiegen bis zu 4000 kg und fressen hunderte Kilos jeden Tag an Blättern, Stengeln, Gräsern, Bananen etc. Sogar ganze Bananenstauden werden rausgerissen und komplett gegessen. Manchmal hauen sie nachts ab und fressen die Felder vom Nachbarn leer, reiben sich in den umliegend Wäldern an den Bäumen, so das diese absterben und ganz schwarz werden. Dann gibt es richtig Ärger. Ich dachte erst es hätte gebrannt, bis man mir erklärte das dies vom Rubbeln der Elefanten käme. 70 % des Tages sind sie nur mit Fressen beschäftigt. 250.000 Kalorien müssen reingeschaufelt werden.

Der Mahut mit seinem Elefanten….alles ganz friedlich….Nicht einmal hat er seinen Metallpickel gebraucht (den ganzen Tag übrigens nicht). Der Elefant gehorcht aufs Wort. Zwar jetzt nicht immer beim ersten Mal, aber dann…

Einige Kommandos hat mir der Mahut beigebracht und ich durfte sie ausprobieren (sie haben tatsächlich funktioniert) Bpai=Geh, Ya=Nein, Dii mak=gut, Phae ma=komm  Meistens hat man aber Bpai und Ya gebraucht im Gelände, weil er so gerne Stauden rausreißen wollte.

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Tja, und dann kam dann die Frage ob ich ins Gelände wollte…Ich kann nur sagen, das sieht von unten schon hoch aus, aber wenn man erstmal oben ist, hat man das Gefühl, es ist noch viel höher….

Zum Aufsteigen hebt der Elefant sein rechtes Vorderbein und knickt es ab, da muss man dann drauf steigen und dann Schwung holen und auf den Rücken klettern. Eine kleines Seil ist um den Elefanten drum gebunden, an dem man sich halten kann, natürlich kein Sattel und sonst auch nichts.

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Meinen Flip-Flop verloren beim Aufsteigen…ich war froh als ich oben war und mir kam auch sogleich der interessante Gedanke des Abstiegs in den Sinn…(oh da wusste ich ja noch nicht das ich im See landen würde) Eigentlich wollte ich auch gleich wieder runter, aber sie haben Mahut Junior mit draufgesetzt und das war dann lustig. Der konnte den Elefanten einwandfrei steuern.

Jedenfalls schwankt es nicht so oben drauf, wie auf einem Kamel. Es ist aber auch längst nicht so bequem wie auf einem Kamel. Die Beine muss man die ganze Zeit anziehen, weil der Elefant auf Druck reagiert und da ich mich nicht auskannte, wollte ich das auch nicht riskieren, in welcher Weise welcher Druck was genau macht…Also Beine hoch. Die Haut oben ist total hart und nun wusste ich warum die Metallspitze von dem indischen Mahut immer „plop“ gemacht hat. Da der Rücken vom Elefant richtig breit ist und die gesamte Position gar nicht so bequem war (ich hatte mich völlig verkrampft), hatte ich 4 Tage lang danach Probleme zu laufen.

Als es ins Gelände ging, lernte ich recht schnell, das ich bevor es bergauf geht, weiter nach vorne rutschen muss, da ich sonst nach hinten abrutsche, das gleiche dann beim Berg runter gehen, den Schwerpunkt vorher nach hinten verlagern, haha es gibt ja außer dem dünnen Seil nichts zum halten. Einmal habe ich dann die Ohren genommen aber das fand er nicht so toll…

Übrigens ist an genau dem gleichen Tag (2.2.16), auf Koh Samui ein Tourist vor den Augen seiner Tochter zu Tode getrampelt worden. Der Elefant hatte ihn abgeworfen und dann auf ihm rumgetrampelt. Es war ein Bulle, der wohl Hormonprobleme hatte und einen schlechten Tag. So etwas geschieht scheinbar von Zeit zu Zeit. Grauenhaft. Also es ist keinesfalls ungefährlich und man sollte der Sache stets mit dem nötigen Respekt begegnen.

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Damit der Elefant was zu tun hatte, durfte er Gräser transportieren, was in der ersten Stunde noch ganz gut klappte, aber dann wurden es immer weniger 😉 und der Mahut ist hinterher gelaufen, hat alle eingesammelt und selber getragen…

Unterwegs auf einem Hügel haben wir eine Pause gemacht und der Elefant durfte eine ganze Bananenstaude samt Wurzeln verspeisen…hmm

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wie man sieht ist nur noch ein einziger Grasstengel übrig von dem ganzen Gestrüpp was der Elefant anfangs mitgenommen hat 😉

So, da habe ich mich schon ein wenig eingewöhnt…aber immer noch beschäftige mich der Gedanke an den Abstieg…

Aber der kam dann überraschenderweise im See…Ich bin also mit dem Elefanten in den See geritten, klar der muss ja auch mal Durst haben und was trinken und Elefanten lieben ja Wasser…und dann dreht er sich um und lässt sich in Zeitlupentempo mit mir auf dem Rücken auf die Seite fallen…

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Schwupps, im Wasser…das kam überraschend und ich musste erstmal schauen ob meine Beine noch dran waren. Ja, nichts war passiert :-), alles gut gegangen. Ob der Elefant nun vorsichtig war oder ob ich instinktiv meine Beine weggezogen hatte, kann ich gar nicht mehr sagen. Das Wasser war toll und der Elefant fühlte sich sichtlich wohl und erwartete seine Wellnessbehandlung mit der Schrubbelbürste.

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Wasserspaß für alle 🙂

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Irgendwann hatte ich dann auch meinen Schuh im Wasser wiedergefunden. Beim drum herumgehen um den Elefanten bin ich ihm leider auf Füsse und Beine gestiegen (weil ich die ja im Wasser nicht sehen konnte), aber das hat ihn gar nicht irritiert.

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so ungefähr 8-10 Liter kann der Elefant mit seinem Rüssel an Wasser aufnehmen und versprühen…:-) das Kommando hierfür heißt: BongBong

Wackeliger, aber durchaus bequemer war es auf dem Kopf des Elefanten. Ich bin dann ohne Mahut wieder aus dem Wasser rausgeritten – Mahut Junior plantscht noch direkt vor dem Elefanten, wie man auf dem Foto sieht, auch ohne das ich den Elefanten gesteuert habe, ist er vorsichtig an dem Kind vorbei gegangen.

Das war ein wirklich schöner Tag und ein tolles Erlebnis.

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TAIWAN

Ob Taiwan nun zur Volksrepublik China oder zur Republik China gehört, ist bis heute nicht geklärt. Argumente gibt es auch für ein bereits souveränes, unabhängiges Taiwan oder es kam auch nach Verzicht Japans der Anspruch der Vereinigten Staaten, das Taiwan eigentlich unter der Gerichtsbarkeit der USA stehen könnte. Verfahren laufen bereits seit vielen Jahren. 2008 wurden Klagen in den USA abgewiesen mit der Begründung, das dies ausschließlich ein politisch zu lösendes Problem sei. Seit 2010 ist Taiwan mit den Vereinigten Staaten im Rüstungsgeschäft, sehr zum Ärgernis der Volksrepublik China.

Taiwan ist landschaftlich wunderschön und hat sich doch niemals zu einem populären Reiseland entwickelt. Es gibt schöne Küsten, Berge zum Wandern, Seen, Flüsse und freundliche Einwohner. Mit Englisch kommt man meistens nicht wirklich weiter. Weil Taiwan nicht auf Touristen eingestellt ist, ist das Reisen nicht so einfach wie in touristisch geprägten Ländern. Leider konnte ich nicht länger als ein paar Tage oben im Norden bleiben, da ja meine Pläne von dem Philippinen Chaos durcheinander geraten waren. Was letztendlich dann auch nicht so tragisch war, weil ich dadurch wiederum dem Erdbeben entkommen bin. Ansonsten hätte ich noch sehr gerne die Mitte und den Süden angeschaut.

Es gibt die Möglichkeit mit Bussen zu reisen. Und da sind wir schon bei den ersten Schwierigkeiten: Die Busse sind nicht in Englisch ausgeschildert, am Ticketschalter kann niemand Englisch und es gibt allein in Taipeh 3 verschiedene Bus-Stationen, die man erstmal finden muss.

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Taxifahrer sprechen ebenfalls kein Englisch, Ausnahmen mag es geben, aber ich habe mehrere Taxen benutzt und niemand hat auch nur ein Wort Englisch verstanden. Die einzige Möglichkeit ist das vorherige Rauskopieren des Punktes wo man hin möchte, und das Ganze dann auf Chinesisch. Das bedeutet: zuerst den Ort oder Punkt finden wo man hin möchte auf einem englischen Plan und das Ganze dann bildlich abgleichen (nach dem Motto: könnte genauso aussehen) in Chinesisch. Dann als Bild im Smartphone speichern oder Drucken (möglichst außerhalb Taiwans). Da ich das Spiel schon in „Peking auf eigene Faust“ erlebt hatte, ahnte ich bereits was auf mich zukam und speicherte alles brav vorher ab. Was ich nicht bedachte war, das ich keine gültige Sim-Karte im Smartphone hatte und somit kein Netz, was wiederum bedeutete: kein Zoomen möglich. Haha ;-). Das wurde dann extrem schwierig, denn wie ich es schon in einigen anderen Ländern erlebt habe, fehlt einfach das Geld für eine Brille im Alter und somit konnten mir nur ganz wenige weiterhelfen, weil ich ja Tagsüber zur Arbeitszeit unterwegs war und sich auf den Straßen meist ältere Menschen oder ebenfalls Ortsfremde befanden. Es sind meistens alle Menschen sehr freundlich und bemüht weiterzuhelfen, nur ein paar Mal ist gleich vor meiner Fragestellung schon abgewunken worden. Ich denke, das es keine Unfreundlichkeit sein sollte, sondern das  die Einwohner Berührungsängste haben, weil sie einfach kein Englisch können. Wenn man genug Zeit hat, kann man aber prima mit Zügen und Bussen reisen. Das Wetter ändert sich hier eben so schnell wie auf den Philippinen; eben noch sonnig und warm und schon wirds windig und wolkig.

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In Taipeh gibt es ein wirklich einfach zu durchschauendes Metro-System.

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Es gibt eine Karte zum Aufladen oder man kann Coins ziehen, wenn man vorher die genaue Strecke eingibt am Automaten. In den Stationen sind dann überall Schranken; beim Reingehen gegenhalten und beim Rausgehen einfach einwerfen.

Die Stationen sind sehr sauber und man stellt sich brav vorher an den Türen bei der Linie in einer Reihe an, somit gibt es kein Gedränge.

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Anreise von Airport Taiwan Taoyuan International nach Taipeh City:

Entweder mit dem Taxi (ca. 35 Euro) oder mit dem Bus Nr. 1819. Im Airport beim Ausgang einfach den Bildern für Bus folgen :-). Das Ticket vorher am Schalter kaufen, sonst steht man umsonst in der Reihe, so wie ich, und kann wieder umkehren. Mein Bus war dann weg und ich musste auf den nächsten warten. Nachts um halb 2. Da ich wieder den günstigsten Flug gebucht hatte, war es schon so spät. Der Bus fährt ungefähr eine Stunde, man sollte vorher dem Fahrer sagen wo man raus möchte, da man die Stationen nicht erkennen kann.

Ansonsten kann man die Stadt gut zu Fuß in Kombination mit der Metro besichtigen.

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Einfach machbar ist ein Ausflug nach Tamsui mit der roten Linie der Metro. Einfach bis zum Ende nach Norden fahren, dann kommt man direkt am Tamsui River an. Leider hatte sich das Wetter von Sonne in Regen auf dem Weg gewandelt und ich konnte dort nicht viel machen. Aber es gibt dort eine schöne Uferpromenade und Möglichkeiten mit dem Boot zu fahren.

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Der Taipei 101 (101 Stockwerke) war mal der höchste Wolkenkratzer der Welt mit 508 Metern, bis er vom Burj Khalifa in Dubai mit 828 Metern abgelöst wurde. Ich habe versucht mit dem Lift (10 Euro) raufzufahren ), aber nach 30 Minuten Wartezeit war abzusehen das ich es nicht mehr bei Tageslicht raufschaffen würde.  Tipp: Für den Sonnenuntergang bereits um 16 Uhr anstellen.

 

Ausflug zur Nordküste Taiwans

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Ausflug zum Yehliu Geo-Park

Westlich von Keelung, an der Nordküste Taiwans, kann man den Yehliu Geo-Park besuchen (Bus 1815, fährt ca 1,5 Stunden). Hier gibt es ein Natur-Phänomen zu sehen: die Mushroom-Rocks (Pilzfelsen) und andere Felsformationen, die besonders kunstvoll geformt sind und von Erosionen und Naturgewalten hervorgebracht wurden.

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Außerhalb des Parks gibt es einen Markt mit verschiedenen Essens-Sachen:

Leider sah es nicht vegetarisch aus…

 

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Von Taiwan bin ich dann zurück nach Thailand geflogen, es gab sogar einen Direktflug von Taipeh nach Chiang Mai – dort wo ich dann einen Tag im Elefantencamp verbracht habe 🙂

 

 

Bohol

Atemberaubende Landschaft, Chocolate Hills und die kleinsten Affen der Welt

Bohol ist landschaftlich wunderschön und sehr vielseitig; es gibt Traumstrände, den Loboc River für eine Bootsfahrt, die Chocolate Hills, Tauchmöglichkeiten, Schwimmen mit Haien und Walhaien und die kleinen Kobold Affen. Von hier kann man gut nach Siquijor Island weiterreisen. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

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Der Alona Beach ist auf Panglao Island und mit einer Brücke mit Bohol verbunden.

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Anreise und Weiterreise:

Mit dem Boot von Cebu, von Dumaguete oder mit dem Flugzeug, Airport Tagbilaran (wird nur von Manila aus angeflogen). Es gibt 3 Häfen mit Schnellbootverbindungen: Tagbilaran, Tubigon und Jagna (nach Mindanao)

Ich wollte von Bohol über Dumaguete nach Siquijor Island um mit den Walhaien in Oslob zu schwimmen. Ich hatte einige Leute getroffen, die das von Bohol aus versucht hatten und keiner hatte es geschafft, da immer nach 4 Stunden Bootsfahrt das Wetter dicht machte und die Boote umkehren mussten. Also wollte ich näher dran, und deswegen nach Siquijor. Das Ticket hatte ich schon gekauft und machte mich frühmorgens um 5 Uhr auf den Weg mit dem Taxi von Panglao Island zum Hafen in Tagbilaran. Das Wetter hatte ich bereits gecheckt und sie hatten erst für den Tag danach Unwetter angesagt, also war ich froh das Ticket für diesen Tag zu haben.

Leider zog in der Stunde Fahrzeit schon bedrohlich alles mit Wolken zu und als ich dann am Hafen war, fing es an zu regnen. Ich reihte mich am Hafen in die weiteren hundert Leute ein, die laut durcheinander rufend auf irgendwas warteten. Das etwas nicht stimmte, war mir schnell klar und ich begann mich durchzufragen. Ich war ganz falsch und musste mich woanders anstellen, denn es gab eine Extra-Warteschlange für diejenigen die nach Siquijor wollten. Die Boote waren komplett gecancelt. Keines sollte an dem Tag auslaufen, weil schwere Unwetter erwartet wurden. Ich bekam mein Geld zurück, saß aber am Hafen und hatte nicht mehr so viele Optionen. In drei Tagen ging mein Flieger nach Taiwan von Cebu aus. Da musste ich auf Cebu sein. Da für den Tag drauf Unwetter bereits angesagt waren, machte ich mir keine Hoffnungen, das es morgen besser sein würde. Ich beschloss das lezte und einzige Boot, welches auslaufen sollte zu nehmen. Dies war dann nach Cebu und ich wollte versuchen mein Ticket nach Taiwan umzubuchen und früher zu fliegen, bevor das alles noch schlechter wurde mit dem Wetter. Nur dem glücklichen Zufall, das das Weiterflugticket nach Japan von Süd-Taiwan preislich in die Höhe geschnellt war und damit für mich nicht mehr in Frage kam, verdanke ich es, dem schweren Erdbeben (6,4) in Kaoshiung entgangen zu sein. Denn Kaoshiung war definitiv in meinem Reiseplan vorgesehen.

Die Ausreise von den Philippinen ewies sich leider als totales Desaster.
Durch das Unwetter auf den Inseln war mein Reiseplan nun völlig durcheinander und ich hatte weder Internet gehabt, noch eine Gelegenheit mir kurzfristig einen Flug aus Taiwan raus zu buchen. Das wiederum bedeutete, das sie mich nicht von den Philippinen ausreisen und in Taiwan einreisen ließen. Am Schalter hatte mir Cebu Pacific mein Ticket gegen einen Aufpreis von gut 50 Euro umgetauscht, so das ich 3 Tage eher fliegen konnte. Nach 7 Stunden Warten auf den Flug, kassierten sie meinen Pass und mein Gepäck ein. Nichts ging mehr ohne Ticket. Ich hatte dann 2 sehr unangenehme Stunden in dem Büro von Cebu, in denen ich darauf bestand mein Geld zurückzubekommen, was sie mir nicht auszahlen wollten. Fliegen wollten sie mich aber auch nicht lassen und das Internet ging auch hier nicht im Office um einen Flug aus Taiwan raus zu buchen. Ich blockierte die ganze Zeit den Chefsessel dort und weigerte mich das Büro ohne Geld oder Ticket zu verlassen. Als die Zeit bis zum Flug dann fast abgelaufen und der Hass im Raum schon fast greifbar war, ging endlich das Netz. Wirklich kurz vor knapp konnte ich mir in letzter Sekunde einen Flug nach Thailand buchen. Wegen diesem ganzen Durcheinander war ich nicht zur Erdbeben-Zeit im Süden Taiwans und auch Japan muss leider diesmal ausfallen.

Überhaupt schien ich auf den Philippinen nicht so sonderlich viel Glück gehabt zu haben, denn als ich auf Bohol den Ausflug zu den Chocolate Hills buchen wollte, war es durch meine späte Ankunft dunkel und das einzige Office am Alona Beach war bereits zu. Ich fragte dann im Restaurant um die Ecke und die zauberten dann noch Mike hervor, der mich zum Treffpunkt gebracht hat, von wo der Trip morgen starten sollte. Er nahm dann auch meine 1000 Pesos, konnte mir aber keine Quittung ausstellen, weil ja alles dunkel und zu war. Und es kam so, wie es kommen musste. Am nächsten Tag war ich um 9 Uhr (nachdem ich bereits aus meinen Hotel auschecken musste um mir ein günstigeres in den frühen Morgenstunden zu suchen) pünktlich am Treffpunkt. Nur leider wollten sie mich ohne Ticket gar nicht mitfahren lassen. Natürlich kannten sie auch keinen Mike. Und dieser ließ sich auch erst gar nicht einfallen, aufzutauchen. Nun sind 1000 Pesos ja nicht so viel (20 Euro) und das konnte mich entspannt in die Zukunft schauen lassen, denn mir ging es hier um`s Prinzip. Und so machte ich einen Riesenaufstand und rief nach der Polizei. Das wiederum lockte alle im Umkreis an, denen langweilig war oder die auch mal was anderes sehen wollten 😉 Die Inhaberin versuchte mich damit zu erpressen, das nun der allerletzte Bus für den Tag abfahren sollte und wenn ich jetzt nicht sofort einsteigen würde, dann hätte ich keine Möglichkeit mehr für den Ausflug. Natürlich sollte ich nochmal zahlen. Damit waren alle ganz falsch bei mir. So etwas macht mich noch viel ruhiger. Ich rief also weiter nach der Polizei und irgendwas von Betrug, als sich tatsächlich einer aus der Menge nun daran erinnern konnte, mich am Tag zuvor gesehen zu haben, wie ich das Geld einem Freund von ihm gegeben habe. Der hieß aber gar nicht Mike, sondern John. Wie auch immer, den konnte man dann auch wirklich ausfindig machen und er kam noch vor der Polizei mit dem Geld wedelnd angelaufen. Geht doch 🙂

Der Ausflug zu den Chocolate Hills und den Tarsieren war wirklich perfekt und hat großen Spaß gemacht. Es waren so nette Leute in der Gruppe und ich hatte auch die zwei Spanier wieder getroffen, mit denen ich schon mal irgendwo gefrühstückt hatte. Weiter unten poste ich ein Gruppenfoto.

Die Chocolate Hills sehen aus wie halbe Bälle, die aus der Erde ragen. In der Trockenzeit verfärben sie sich in unterschiedlichen Brauntönen und sehen aus wie große Schokoküsse. Es gibt weit über 1000 davon, unterschiedlich hoch, zwischen 30 und 120 Metern. Wie genau sie entstanden sind, weiß man bis heute nicht. Eine Theorie geht davon aus, das es früher einmal Korallenriffe waren, die sich durch gewaltige Erdbewegungen aus dem Meer erhoben haben und über viele hunderttausend Jahre von Wind und Wetter das heutige Aussehen erlangt haben.

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Ja, raufsteigen musste man natürlich auch…vieeele Stufen

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Die Tarsiere, auch Kobold-Makis genannt, sind die kleinsten Affen der Welt. Sie werden nur 12 cm groß und haben lange unbehaarte Finger und Zehen, mit denen sie sich überall festklammern können. Tagsüber schlafen sie, meistens in lustigen Positionen irgendwo in den Bäumen. Dadurch das sie so winzig sind, sind sie schwer zwischen den Blättern auszumachen. Noch seltener öffnen sie die Augen, diese sind riesig und man darf keinen Blitz benutzen, um die Augen nicht zu schädigen. Tarsiere verständigen sich übrigens mit Ultraschall untereinander.

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Der Loboc River ist wunderschön eingebettet in die Landschaft und man kann eine Bootstour darauf machen.

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Wirklich traumhaft…

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Unser Gruppen Abschluss-Foto 🙂 vielen Dank, der Tag mit euch war einfach toll

 

 

 

 

Boracay – Paradies Philippinen

Philippinen – klingt ziemlich weit weg. Ja, das sind sie auch 🙂

Die Anreise ist oft beschwerlich und manchmal landet man auch nicht dort, wo man ursprünglich hinwollte. Von Mai bis Oktober ist Taifun Zeit. Daneben gibt es noch von Zeit zu Zeit Erdbeben, Seebeben und Vulkanausbrüche. Die Philippinen liegen am „Ring of Fire“. Kein anderer Staat der Welt ist so oft tropischen Stürmen und Naturgewalten ausgesetzt.

Eine hohe Flexibilität wegen nötigen Planänderungen ist hier sehr wichtig. Über 7.000 Inseln, von denen ungefähr 880 bewohnt sind, verteilen sich und können per Flugzeug oder Boot erreicht werden. Weil das Wetter sich hier sehr schnell ändert, ist es möglich das von jetzt auf gleich Boote einfach nicht mehr fahren. Mir ist dies passiert, als ich von Bohol nach Siquijor Island rübersetzen wollte – ob ich mein Geld wiederbekommen habe und wie ich trotz Sturm noch von der Insel kam, im nächsten Post.

Boracay ist eine paradiesische Trauminsel. Sie ist genau so, wie man sich im Traum eine Insel vorstellt: ganz weißer, feiner Sand, der Strand ist gesäumt mit Kokospalmen, das Wasser glasklar und warm, es geht ein leichter Wind, so das Segelboote vor der Küste kreuzen können, abends wird der Strand mit Kerzen, Fackeln und Lichtern geschmückt, Tische werden aufgebaut für ein romantisches Dinner bei leiser Hintergrundmusik am Strand. Einfach traumhaft. Und so zählt Boracay zu den wenigen Orten, die ich wieder besuchen würde. Aber das nächste Mal nicht allein.

Die Hotels sind nicht billig am White Beach, der in drei Zonen unterteilt ist und sich über 3,5 km erstreckt. Der White Beach zählt zu den 10 schönsten Stränden der Welt. Ab 30 USD aufwärts, aber dann auch nicht in erster Reihe, kann man gut etwas finden. Ich hatte das Glück eine Strohhütte für 18 USD buchen zu können, 5 qm groß und sehr basicly, aber sauber und völlig ausreichend. Wer gerne hundert Dollar und mehr pro Nacht zahlt, bekommt dafür auch ein schickes Zimmer mit Balkon direkt zum Meer in erster Reihe.

Wassersportmöglichkeiten gibt es unendlich viele auf Boracay. So ist es ideal zum Kite-Surfen hier, zum Segeln oder zum Tauchen. Tauchschulen reihen sich eng aneinander und wer noch keinen Tauchschein hat, bekommt hier die Möglichkeit ab einem Tag aufwärts vom Schnuppertauchen bis zur Tauchlehrer-Lizenz alle Scheine zu machen.

Angebote für Ausflüge sind begrenzt, wie man sich vorstellen kann. Es gibt die Möglichkeit sich mit einem Tuk Tuk über die Insel fahren zu lassen, oder mit dem Boot um die Küste herum. Sehr beliebt ist auch ein romantischer Segelausflug bei Sonnenuntergang. Ansonsten heißt es hier: Ausruhen. Und das fällt wirklich leicht bei so einer Traumkulisse. Europäische Touristen sind hier in der Minderheit. Deutsche Touristen sind auf Boracay selten anzutreffen.

Anreise:
Es gibt zwei Flughäfen, von denen aus Boracay erreicht werden kann. Beide liegen nicht auf der Insel Boracay, sondern auf Panay Island. Das letzte Stück muß immer mit einem Boot zurückgelegt werden. Der Flughafen Caticlan ist sehr bequem, man ist schnell am Hafen und schnell auf der Insel. Dafür wird Caticlan nur von wenigen Gesellschaften angeflogen (kleine Propellermaschinen aus Manila und Cebu) und dann ist das 3x so teuer als wenn man nach Kalibo fliegt. Das macht auch der Preis des Transfers nicht wieder gut, der von Caticlan ca. 350 Peso beträgt und von Kalibo 700 Peso (13 Euro). Und wie so oft im Leben: Was man an Geld spart, verliert man an Zeit. Denn der Transfer von Kalibo dauert wirklich lange. Ich bin um 14.45 gelandet und war um 19.30 in meinem Hotel. Das Ganze ist dafür aber recht einfach: aus dem Flughafen rauskommend, direkt geradeaus ist ein großer Stand von South-West Tours aufgebaut. Man kann dort Tickets kaufen, auch wenn man nicht vorher registriert ist. Sie arbeiten mit Air Asia und Cebu Pacific zusammen und bei manchen Flügen gehen die Stewardessen bereits im Flugzeug rum und nehmen die Buchungen auf. Es besteht auch die Möglichkeit direkt online bei Air Asia (wohl auch bei Cebu Pacific) vorzubuchen. Aber dies gilt nicht für alle Flüge, deshalb sollte man sich immer vorher informieren und wie gesagt es gibt auf jeden Fall auch Tickets für die, die nicht vorgebucht haben. Drumherum wedeln gefühlte 200 Philipinos mit Lock-Angeboten ab 250 Pesos. Da ist dann Verschiedenes nicht inkludiert. Ich bin alleinreisend und bewege mich immer lieber im sicheren Rahmen und somit kam für mich etwas anderes als South-West nicht in Frage. Die Fahrt (wunderschöne Landschaft auf Panay Island) ging dann mit einem Bus zum Hafen in 3-4 Stunden (1 Pause 15 Minuten) und dann mit kleinen Schnellbooten weiter. Wie so oft in Asien bekommt man bunte Sticker zum Aufkleben an das T-Shirt, damit man schnell zugeordnet werden kann. Alles ist bestens organisiert. Auf Boracay angekommen, hat man mir sogar meinen Rucksack zu Fuß weitertransportiert, weil durch die kleinen Gassen nichts fahren kann. Es war dann noch eine halbe Stunde Fußmarsch durch kleine Straßen und über Sand und dann waren wird da. Die Strapazen der Anreise sind gerne vergessen, wenn man am nächsten Morgen an den Strand geht 🙂

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Segelboot mit beidseitigem Ausleger (Proa), ein sogenanntes „Mehrrumpfboot“. Es zeichnet sich durch Schnelligkeit und Wendigkeit aus. Es gibt keine „Wende“ oder „Halse“, beim Wendemanöver werden Heck und Bug einfach ausgetauscht (Shunting). Solche Boote habe ich in Indonesien auch oft gesehen. In Sri Lanka dagegen gibt es Ein-Ausleger-Boote, d.h. das Boot hat nur an einer Seite den Ausleger (dieser ist dann im Luv)

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Ungefähr 3 km kann man den Strandweg entlang gehen. Es reihen sich Geschäfte, Restaurants, Hotels und Tauchschulen aneinander. Manchmal führen die kleinen davon abgehenden Seitengassen zu Souvenirmärkten.

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Eins von den Restaurants mit schöner Terrasse und Aussicht aufs Meer. Abends sind am Strand verschiedene Bands, die Live Musik spielen.

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Weiterreise:

Nahezu jedes Hotel besorgt Tickets für den Rücktransport zu den beiden Airports. Weiterflüge sind ab Kalibo schon für 20-30 Euro zu haben, je nachdem wo man hinmöchte. Ein kurzer Sprung nur ist Cebu entfernt, wo es einen großen Hafen gibt, als Sprungbrett zu vielen weiteren Inseln. Dazu fliegt man nach Mactan, was auf Lapu Lapu gelegen ist und lässt sich mit dem Taxi (ich habe mir eins mit 3 Chinesen geteilt) zum Hafen bringen. Da dieser viele weit verstreute Ablegestellen hat, sollte man im Mactan Airport an dem Info-Stand sich bereits die Pier Nummer geben lassen. Diese braucht man unbedingt für das Taxi.

 

 

 

Bagan…mystisch wie in einer anderen Welt

Mystisch und unwirklich sehen sie aus, die Fotos von der alten Königsstadt Bagan.

Auf ca 36 Quadratkilometern verteilen sich ungefähr 2000 zugängliche Tempel, Pagoden und Stupas am Ostufer des Irrawaddy Flusses. Im Mittelalter zählte Bagan zu einer der größten Städte und war 15 mal größer als die City of London. Im Laufe vieler Jahrhundert etablierte sich der Buddhismus und verdrängte den Schlangenkult, bereits im 9. Jahrhundert existierte hier der Vajrayana Buddhismus, welcher zwei Jahrhundert von der Theravada Richtung abgelöst wurde. In 250 Jahren wurden mehr als 6000 Tempel gebaut, von denen heute nicht mehr alle erhalten sind. Bis heute sind die Tempel in Bagan nicht ins UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen, da nach einem Erdbeben nicht nach bauhistorischen Plänen gearbeitet wurde.

Sprachlos taucht man ein in diese scheinbar endlose Weite von Akazienbäumen, Feldern und Tempeln und fühlt sich zurückversetzt in eine andere Zeit.

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Völlig frei kann man sich (noch) auf dem gesamten Gelände bewegen (Eintritt ist für die gesamte Region bereits bei Einreise zu bezahlen, 20.000 Kyat). Zu Fuß, mit dem Rad oder dem E-Bike.

Den ganzen Tag unterwegs sein, über Sandstraßen, bei denen die Räder des Bike so schön wegrutschen und jede Menge Staub aufgewirbelt wird, ein Gefühl der totalen Freiheit. Anhalten wo es Spaß macht, einfach das Bike parken und durch die oft winzig kleinen und stockdunklen Treppenaufgänge der Tempel nach oben quälen.

Jeder Gang ist anders, jeder Tempel aufs Neue eine Überraschung. Die Höhenangst einfach vergessen und über das wunderbare Land schauen. Das ist Bagan.

Die Außentreppen sind ungleich hoch, oftmals viel zu hoch für einen Schritt, in Stein gemeißelt. Absicherungen? Gibt es keine. Wo kann man das  heute noch machen? Hier ist eins der letzten Abenteuer zu erleben. Und so fühlt man sich auch, wenn man den ganzen Tag unterwegs ist. Essen und Trinken ist unwichtig geworden. Was zählt sind immer neue Tempel, bessere Aussichten, dunklere Gänge und zum Abschluss den richtigen Platz für den Sonnenuntergang erwischen.

Für mich zählt Bagan zu den schönsten Dingen, die ich auf all meinen Reisen jemals sehen durfte.

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Die Batterie des E-Bike hält den ganzen Tag durch. Das Bike musste aber ganz schön viel aushalten, so wie ich damit durch unwegsames Gelände gefahren bin 😉 So eingestaubt wie das Bike war ich abends auch…

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Mit dem Bike kann man auch durch die kleinen Dörfer fahren.

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Winzig, winzig klein sind sie, die Aufgänge der Tempel. Teilweise 40 cm breit, Höhe 1,60. Umdrehen? Haha, nicht möglich. Es geht nur vorwärts. Stockdunkel ist es im Inneren. Aber selbst eine Lampe hilft nicht weiter weil man die Stufen aufgrund der merkwürdigen Körperhaltung nicht sehen kann. Mit Rucksack und voller Kameraausrüstung ist ein Feststecken vorprogrammiert. Hier ist Langsamkeit in Kombination mit dem Tastsinn das Einzige, was zum Ziel führt. Bis auf ein paar Moskitos sind mir aber keine Tiere im Inneren begegnet, vermutlich ist es ihnen zu eng 😉

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Zum Sonnenuntergang die Außentreppen bis nach ganz oben nehmen…meine Höhenangst hatte ich total vergessen, weil ich so sehr einen guten Platz oben haben wollte. Als ich 2/3 geschafft hatte, schaute ich das erste Mal runter und dann fiel mir spontan ein, das ich ja auch wieder da runter muss…später.

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Morgens war ich dann schon um 5 Uhr wieder auf meinem Bike unterwegs um auf was Unbekanntes im Dunkeln zu klettern. Wenn man nichts sieht, ist das kein Problem, als ich dann im Hellen wieder runter musste, habe ich mir einen Gleitschirm gewünscht 😉

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Für so eine wunderschöne Aussicht tut man fast alles. Das sind Augenblicke, die man nie mehr vergisst. Es sieht so unwirklich und märchenhaft aus, das man ganz verzaubert wird. Langsam kommt das Morgenrot und Dunst steigt von unten auf.

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….und dann kamen die Ballons :-)….sooo wunderschön anzuschauen!

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Später bin ich dann zum Irrawaddy River gefahren und habe einen ganz tollen Platz zum Relaxen gefunden. Dort konnte ich mich prima bei frischem Minztee ausruhen.

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Diesen schönen Platz habe ich nur durch Zufall gefunden. Ich bin einfach mit dem Bike durch kleine Sandstraßen gefahren und auf einmal war ich da. Eine Familie hat ein paar Tische mit wunderschöner Aussicht aufgestellt und serviert frischen Minztee.

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Weiter unten am Fluss kann man sich mit dem Boot in den Sonnenuntergang fahren lassen oder einfach am Ufer lang und Bagan aus einer anderen Perspektive sehen.

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Auch hier wieder leckere süße Sachen aus Palmzucker, Sesam, Kokos und Tamarind.

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Gewinnung von Erdnuss-Öl

Mühselig ist sie, die Gewinnung von Erdnuss-Öl. Der Ochse hat auch nicht so wirklich Lust bei der Hitze ständig im Kreis zu laufen.

Sehr interessant und lehrreich ist der Stop bei einer burmesesischen Bauernfamilie, die nach alter traditioneller Art Öle und andere Erzeugnisse herstellt. Hier wurden neben Erdnuss-Öl noch Sesam-Öl, Palmwein, Palmschnaps und Süsswaren hergestellt

Die Erdnüsse werden ca. 2 Wochen getrocknet, um Ihnen das Wasser zu entziehen. Anschließend werden sie zu kleinen Kuchen oder Platten gepresst.

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In dem Korb sieht man die gepressten Erdnuss Platten zur Weiterverarbeitung

Die Erdnuss Platten kommen dann ins Steinmahlwerk. Die weitere Verarbeitung kann man auf dem Foto sehr gut erkennen. Der Ochse läuft im Kreis und bewegt dadurch das Steinmahlwerk und oben drückt der Bauer die Platten nach. Unten steht dann das kleine Gefäß, wo wirklich nur Tropfenweise das Öl rauskommt. Ich werde mich nie wieder darüber wundern, warum kaltgepresstes Erdnuss-Öl im Reformhaus so teuer ist 😉

 

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Aus den männlichen Blüten der Zukerpalme werden Palmwein, Palmschnaps, Palmzucker und weiteres hergestellt.

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Unten wird der Palmsaft stundenlang unter ständigem Rühren eingekocht

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Mit der süssen Masse lassen sich viele Dinge herstellen: Sie wird mit Kokosraspeln zu Bonbons verarbeitet oder mit Sesam versetzt oder auch mit Tamarind. Ich habe alle Produkte probiert und sie waren sehr lecker. Gekauft habe ich natürlich auch etwas: kleine Sesamküchlein

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Der Prozess ist langwierig, schwer und heiß.

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Unten kann man die traditionelle Herstellung von Palmschnaps, Arrak, sehen. Das dauert auch wirklich ziemlich lang bis die Flasche vollgetropft ist…

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Mount Popa / Taung Kalat

Tuyin Taung – Das Kloster auf dem Vulkankegel

 

Etwas über 50 km von Bagan entfernt liegt auf einem Vulkankegel das Kloster Tuying Taung, ein Pilgerort zur Anbetung der Nats (Geister). Dieser Glaube existierte schon vor dem Buddhismus und wurde in ihn später integriert. Dem Glauben nach gibt es 37 Nats, aufgeteilt in höhere und niedrige Geister. Die Nats sind die Geister ehemaliger Lebewesen, die durch Ungerechtigkeit den Tod fanden. Diese können je nach Laune, gut, böse, hilfreich, zornig oder erbost sein und müssen somit durch Verehrung gütig gestimmt werden. Die Anbetung der Nats ist in Burma auch heute noch auf dem Dörfern verbreitet und oft ist im Dorfkern eine Kokosnuss mit rotem Turban als Zeichen und Schutzgeist augehängt.

Über 700 steile Stufen sind zu bewältigen, barfuss ohne Schuhe durch jede Menge Affenkot. Ständig sind Reiniger am Werk um dicke Schichten davon abzukratzen. Am Besten nimmt man sich Hygienetücher mit um die Füsse hinterher reinigen zu können, bevor man seine Schuhe wieder anzieht 😉 Ganze Horden von Affen leben dort im Klosteraufgang und werden gefüttert. Aggressiv sind sie nicht, aber alles stinkt dort ziemlich, wie man sich vorstellen kann.

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Inmitten des Ganzen gibt es dann ein Restaurant im Klosteraufgang für die, denen der Appetit noch nicht vergangen ist oder die nach 250 Stufen schon ausgezehrt sind.

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Hurra, ich habs bis nach oben geschafft 🙂

 

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Die Nats
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Im Hintergrund der Mount Popa

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Ein Riesen-Nat :-), also wohl einer der Mächtigsten
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Das Dorfzentrum

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