Im Land der Toraja bestimmt der Animismus über das Leben und den Tod. So ist es die Aufgabe der Lebenden das ganze irdische Leben für den Tod zu sparen. Denn erst hier fängt die Befreiung und das richtige Leben in einer anderen Welt an und genau deswegen kommt es auf die richtige Zeremonie für den Übergang an. Ungefähr eine halbe Million Toraja leben in der Ebene und haben sich bis heute erfolgreich gegen den Islam und christliche Missionare gewehrt. Sie sind verstrikt und verschuldet im Ahnenkult, kostet doch eine Zeremonie mehrere tausend Euro und der Pflicht gegenüber den Nachbarn ist stets nachzukommen, so werden Schweine und Büffel als Gastgeschenke gekauft, ohne wirklich das Geld dafür zu haben. Da dies seit vielen Generationen Tradition ist, sind alle darin verpflichtet und können nicht auskommen. Wer einmal dem Dorf den Rücken kehrt bringt Schande für die Familie und wird nicht wieder aufgenommen.
Im Toraja Land ist man erst tot wenn die Zeremonie vollbracht wurde. Vorher wird man einbalsamiert und in eine bestimmte Richtung aufgebahrt, oft einfach unter dem Schlaflager der Lebenden. Selbstverständlich werden auch jeden Tag Zigaretten und Essen gereicht. Denn der Tote ist ja nach dem Glauben noch nicht gegangen. Der Tod ist das wichtigste Ereignis im Leben eines Toraja und das ganze irdische Leben wird dafür gespart.
Ich war bei einer rituellen Schlachtung dabei und das ist nichts für schwache Gemüter, besonders die Gerüche in der tropischen Hitze von den Innereien der Schweine und Büffel sind unerträglich. Das ganze Dorf hat sich versammelt und sitzt rauchend und essend in Hütten an dem Festplatz, wo der Reihe nach abgeschlachtet wird was draußen angebunden ist. Laut werden vor jedem Tier die Namen der spendenden Familien vorgelesen, nicht ohne das dies vom Gouverment genauestens dokumentiert wird (wegen den darauf zu entrichtenden Steuern). Dann wird geschlachtet, gestückelt und gemetzelt. Die Innereien und das viele Blut vermischten sich bei meinem Besuch mit dem Dauerregen und verwandelten den ganzen Platz in ein blutiges Schlachtfeld. Unter großem Applaus wurden Stücke oder Hälften der Tiere an Gäste verteilt. Därme und Innereien hingen überall vor dem Platz draußen in den Bäumen und Büschen zum Auslaufen und Trocknen. Kinder machten Seifenblasen und sprangen in dem Blutmatsch rum, das Megaphon plärrte, Menschen sangen und mittendrin wurde geweint. Ich bekam einen Ehrenplatz und natürlich auch Essen angeboten, welchs ich nur unter dem Vorwand einer Mageninfektion ablehen konnte.
Das Gouverment passt genau auf und registiert jedes Tier um daran zu verdienen
Ist dann die Zeremonie, die mal eine Woche dauern kann, vollbracht kann der Tote als tot erklärt werden. Wer Geld hat läßt große oder kleine Puppen nach seinem Antlitz fertigen.
Ganz besonders gut hat es derjenige dann, der im Steingrab liegen darf. Das ist teuer, da mehrere Arbeiter Monate damit beschäftigt sind, Höhlen in große Steine zu schlagen. Die Arbeiter kommen von weiter her und schlafen Monate neben dem Felsen.
Etwas günstiger waren dann die allgemeinen Höhlen, wo sozusagen einer neben dem anderen ruht…
dadrin roch es wirklich ganz fürchterlich
Säuglinge übrigens werden in Bäumen beerdigt, aber nur bis zu dem Zeitpunkt des Zahnwachstums. Der Glaube sagt, das die Seele des Babys mit dem Baum weiterwächst.
Die Landschaft ist wundeschön im Toraja Land und die Bauweisen der Häuser äußerst interessant. Die Tongkonans (Ahnenhäuser) werden auf Pfählen gebaut. Da die Toraja animistische Kopfjäger waren, sind die Häuseransammlungen oft auf strategisch günstigen Erhöhungen zu finden. Die Ausrichtung ist immer Nord-Süd und gegenüber des Wohnhauses befindet sich, ebenfalls auf Pfählen gebaut, der Reisspeicher.
ich weiß wo die schönen Plätze sind 🙂je weisser der Büffel ist, umso wertvoller ist er
Bali hat so ziemlich alles für einen perfekten Urlaub: wunderschöne Strände, viel Kultur, nette Menschen und tolle Massagen.
Obwohl die Strände schön sind, derjenige der einen reinen Badeurlaub machen will und viel schwimmen möchte, wird sich ein anderes Ziel aussuchen müssen. Baden ist von gar nicht bis eingeschränkt möglich. Das Wasser ist entweder zu flach, die Wellen zu mächtig oder die Unterströmungen zu gefährlich. Allein in Kuta Beach, bekannt als Surferparadies, ertrinken jedes Jahr bis zu 100 Leute. Die Unterströmungen sind enorm gefährlich. Man kann Bootsausflüge machen und dort dann prima schwimmen. Und es gibt einige kleine Abschnitte in denen man gut Baden kann. Aber die muss man erst mal finden. Somit kann ich nur jedem empfehlen, sich eben kein festes Hotel für 2 Wochen zu buchen, sondern sich erstmal 2 bis 3 Tage lang mit einem Fahrer alles anzuschauen, um sich dann für einen Platz zu entscheiden.
Besuch in einem Ikat DorfBali ist bekannt für Batikarbeitenein guter Platz zum EssenBlick auf den Gunng Agung, der immer wieder aktiv istabendliche Opferzeremonie in einem Dorf
Kaka Coffee oder Kopi Luwak
Der teuerste Kaffee der Welt nimmt den Weg durch den Verdauungstrakt der Schleichkatze (Fleckenmusang). Die Verdauungsenzyme entziehen dem Kaffee die Bitterstoffe und verdaut wird nur das Fleisch der Kaffekirsche drumherum, die Bohne kommt so wieder raus :-). Diese werden dann ganz normal getrocknet, geröstet und gemahlen. Den kompletten Vorgang kann man bei einem Besuch einer der Kopi Luwak Plantagen beobachten und auch etwas von dem übrigens ganz wunderbar schmeckenen Kaffee probieren. In Europa kostet ein Kilo an die tausend Euro.
unbedingte Empfehlung sind die Gili Islands. Sehr gut von Sanur im Osten per Boot zu erreichen. Es sind 3 kleine Inseln, wo keine motorisierten Fahrzeuge sind. Es gibt Pferdekutschen. Jede der drei Inseln hat ihren eigenen Charme und unterscheidet sich von den anderen. Man kann prima schnorcheln und mit Schildkröten schwimmen, je nach Insel Party machen oder seine Ruhe haben. Am Besten schaut man sich wirklich alle drei an. Mir persönlich hat Gili Trawangan am Besten gefallen, ich hatte ein kleines Hüttchen weg vom Trubel und war in 10 Minuten Mitten im Geschehen, schwimmen war prima möglich. Man muss aber wissen das die Boote ziemlich überfüllt sind, die dort zwischen dem Festland und den Inseln hin und herfahren und je nach Insel, Wasserstand und Wind gar nicht an Stegen anlegen können, sondern man muß im Wasser aussteigen. Einer Engländerin vor mir ist ihre gesamte Technik Ausrüstung komplett ins Wasser gefallen und es war alles kaputt. Ich selber habe mich bei hohem Wellengang an der Schraube hinten verletzt.
Mein kleines Hüttchen mitten in der Bananenplantage
….über 17 000 tausend Inseln sollen es sein, die zu Indonesien zählen.
Indonesien zählt zum asiatischen Kontinent bis auf den Teil in Neuguinea, der zum australischen Koninent zählt. Jakarta ist die Hauptstadt von Java und die wichtigste und größte Handelsstadt.
Indonesien hat die größten Regenwaldgebiete der Welt und auf vielen Inseln herrscht immerfeuchtes Tropenklima – Luftfeuchtigkeit 95 %. Auf manchen Inseln sorgt der Monsum für das Klima und sorgt für gleichbleibend hohe Temperaturen.
Mittlerweile hat leider Indonesien Brasilien, was das Ausmaß der Regenwaldzerstörung angeht, überholt. Millionen Hektar Urwald werden in Sumatra in Palmölplantagen umgewandelt. Primaten und andere Tiere verlieren ihren Lebensraum. Menschen verlieren ihr Land und damit ihre Einkommensquelle. 1990 waren noch zwei Drittel Indonesiens mit Regenwald bedeckt, 2010 war es nur noch die Hälfte.
Mit ungefähr 200 Millionen Muslimen stellt Indonesien den Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt dar (88 % der Bevölkerung Indonesiens sind Muslime). Es gibt keine Religionsfreiheit. Der Islam ist nicht Pflichtreligion, aber ein jeder muss sich einer der fünf Weltreligionen anschließen. Somit ist eigentlich kein Platz mehr für traditionellen Glauben. Trotzdem haben Ahnenkult und Geisterglauben noch einen hohen Stellenwert bei der indigenen Bevölkerung und werden auch heute noch in vielen Ritualen praktiziert.
Indonesien ist in vielen Teilen noch sehr ursprünglich und auf den Inseln mit Bussen zu bereisen. Ansonsten empfehlen sich günstige Flüge mit Air Asia oder auch kurze Strecken zwischen den Inseln mit Booten (auch über mehrere Tage möglich).
Auch wenn es manchmal nicht lustig ist, Dinge nicht funktionieren oder Pläne nicht eingehalten werden können: Lächeln bitte! Denn das ist hier wichtig. Lautes Gebärden lässt einen das Gesicht verlieren und man sinkt rapide im Ansehen bei den Thais. Schwierigkeiten und Probleme existieren zwar, werden aber nicht so behandelt um sein eigenes Gesicht und das des anderen zu bewahren. So ist „mai pen rai“ eines der ersten Sätze, die man hier lernt: macht doch nichts 🙂 Ebenso schlimm ist es, wenn man sich schlampig oder schmutzig kleidet. Thais achten sehr auf ihr Äußeres und hier zählt der Status. Den man natürlich nur hat wenn man sich dementsprechend verhält und kleidet.
Thailand wird von dem seit 1946 amtierenden König Bhumibol regiert, der gleichzeitig das buddhistische Oberhaupt ist. Die Verehrung des Königs ist fast grenzenlos und auch nicht unberechtigt, setzt dieser sich wirklich seit vielen Jahren für sein Volk ein, wobei in den unteren Regierungsschichten die Korruption die Richtung vorgibt.
Thailand erfüllt fast alle Reisewünsche. So gibt es traumhafte Strände, Schnorchelparadiese, Tauchreviere, viel Kultur zu entdecken, Großstadtleben in Bangkok und viele Dinge, die so skurril sind, das man sie gesehen haben muß.
Thailand ist einfach zu bereisen und weitestgehend sicher auch für alleinreisende Frauen. Das Zugnetz ist ganz gut ausgebaut, die Wagons komfortabel und günstig. Wo der Zug nicht hinfährt, fährt der Bus hin, ebenfalls günstig und nicht immer so komfortabel. Oft weiß man auch nicht in welchem Bus man wirklich fährt bis man drinsitzt. Da werden Tickets für den „Luxury-Bus“ verkauft und in letzter Minute ändert sich dann doch noch alles. Aber alles in allem sehr einfach und gut zu machen. Man muss nur aufpassen wem man wieviel Geld wofür gibt. Denn verdienen wollen alle.
Keinesfalls sollte man beim Motorbike Verleih den Reispass hinterlegen. Dieses wird fast von allen Verleihern gefordert. Oft genug bekommt man ihn erst gegen Zahlung von einer Abstandssumme wegen irgendwelcher angeblichen Schäden zurück und kann somit nicht mehr ausreisen. In Bangkok in der Khao San Road gibt es tolle Reisepässe nachgemacht, die sich weitaus besser eignen zu hinterlegen 🙂 Überhaupt gibt es so ziemlich alles in der Khao San Road. Unbedingt sehenswert.
Gleich vorweg: Kein Ziel um mal ein wenig Urlaub zu machen.
Von Sulawesi bin ich nach Jayapura geflogen um von dort mit einer kleinen Propeller Maschine ins Innere zu fliegen: nach Wamena. Der Startpunkt für Expeditionen zu verschiedenen ursprünglichen Stämmen.
Aus dem Flugzeug fotografiert…
2014 war die einzige Gesellschaft die Weiße transportiert hat Trigana Air. Die Tickets kann man nicht vorher kaufen und reservieren. Es gibt nur wenige Plätze und noch weniger Weiße. Ich war sozusagen die einzigste an diesem Vormittag.
Völlig übermüdet von meinem Nachtflug von Makkassar (und die Nacht davor im Bus von Zentralsulawesi) kam ich in Jayapura an. Ich bin also ohne die Gewissheit aber mit dem unbedingten Glauben daran weiterzukommen, hingeflogen. Um Punkt 6 Uhr machte der Schalter von Trigana auf und wurde gestürmt. Ich konnte nur gegen Aufpreis und vieler gut klingender Geschichten die Dame am Schalter von meinem unbedingt dringenden Wunsch überzeugen nach Wamena zu müssen und mir ein Ticket zu verkaufen. Rückflug? Neeee, das konnte man gar nicht kaufen. Nur vor Ort. Da ahnte ich noch nicht das Rückflugtickets für Weiße nur auf dem Schwarzmarkt zu erwerben waren und welche Schwierigkeiten auf mich warteten wieder aus dem Busch rauszukommen. Von meinen Recherchen wusste ich das ich ein von der Polizei in Jayapura ausgestelltes Permit (Surat Jalan) brauchen würde um in Wamena mit damit ebenfalls bei der Polizeistation zu melden. Tja, die Polizei in Jayapura fand ich, aber die wollten mir kein Permit ausstellen. Angeblich hatten sich die Vorschrifen vor ein paar Monaten geändert. Jetzt hatte ich das Ticket und kein Permit. Da nicht rauszufinden war welche Vorschriften sich wie geändert hatten, beschloss ich einfach ohne zu fliegen. An Mut mangelt es mir irgendwie nie. Als ich in Wamena ankam (es durften sogar Hühner und Ziegen mit in die Kabine), war ich froh das die Maschine mit der 1,5 km langen Bahn überhaupt hinkam. Flughafengebäude gab es nicht wirklich, das Gepäck und die Tiere wurden von vielen Menschen unter ein Wellblechdach gezerrt. Wo auch schon ein halber Stamm wartete, auf Besucher oder Mitbringsel aus der Zivilisation. Man muss dazu wissen, daß Wamena total abgeschnitten ist. Alles was es dort gibt, einschließlich das Wasser in Plastikflaschen muss eingeflogen werden. Und das ist teuer. Und rar. Wamena ist die letzte Station vor der Wildnis Papuas, wo noch heute zahlreiche Stämme ursprünglich leben. Das Baliem Tal wurde erst um 1940 überhaupt entdeckt. Noch heute versuchen viele Missionare dort die Menschen zu einem friedlichen Miteinander zu bewegen, ärztliche Behandlung anzubieten und Schulbesuche zu ermöglichen. Bis vor ca zwei Jahrzehnten aßen die verschiedenen Stämme noch Menschenfleisch. (Mir fehlten 10 cm von meinen Haaren hinterher, die abgegessen waren) Dies ist heute offiziell verboten, aber wer weiß schon wie tief Traditionen verwurzelt sind. Der Glaube, wenn man den Feind isst, das die Kraft auf einen übergeht, ist seit vielen Jahrhunderten tief in den Menschen drin. Und der Hunger ebenfalls. Denn es gibt dort nichts. Wirklich gar nichts. Diese Menschen dort lernen erst durch die Missionare heute, was es heißt Ackerbau zu betreiben und somit ein Polster anzulegen um Essen verteilt über das Jahr zu haben. Das wird dort nicht gut angenommen und die Menschen können nur schlecht damit umgehen. Es gibt einen großen Markt in Wamena mit so unerschwinglich teuren Dingen, das ich mir nicht mal Obst gekauft habe. Die Eingeborenen können dort gar nichts kaufen, nur in kleinen Mengen evtl. tauschen.
Nun kann man auch verstehen, warum ein Permit so wichtig ist…Es ist so etwas wie die Lebensversicherung. Also in Wamena angekommen war mir sofort klar das ich einen Guide zahlen muss, der mit seinem Leben für mich bei dem Police-Officer bürgt. Ich suchte mir also einen bekleideten! und englischsprechenden jungen Mann (John) heraus und ging als erstes zur Police-Station. Dort war aber kein Strom oder kein Kopierer oder alles nicht und auch nicht die richtigen Leute um Stempel irgendwo draufzumachen oder Permits auszutellen. Johns Personalien wurden hinterlegt und ich ließ ein Passfoto von mir da. Anders war es gar nicht möglich. Es gibt verschiedene kleine Hotels dort, eins im Norden und eins im Süden und am Airport auch noch eins. Ich schaute mir das im Norden an und entschied mich für den Süden um den Tag drauf doch lieber ins Airport Hotel zu ziehen. Wo dann fette Ratten nachts in meinem Zimmer rumwühlten und an jeder Tür, jedem Fenster und jeder Wand riesengroße HIV Aufkleber waren. Besser als Nord und Süd immer noch, fand ich.
Nachdem ich mit John seinen Tagessatz (den er übrigens umgehend in Betelnüsse umgesetzt hat) ausgehandelt hatte (viel zu verhandeln hatte ich ja nicht, da ich eh auf ihn angewiesen war, aber John verhandelte ziemlich gerne, nur um zu verhandeln), kauften wir noch Gastgeschenke ein. Ich nahm außerdem noch Seifen und Zahnbürsten mit. Dann zogen wir los. Zu Fuß natürlich. Wunderschönes Papua. Die Landschaft ist wirklich traumhaft. Ich kann mir gut vorstellen noch einmal wiederzukommen und längere Trekkingtouren zu machen. Dann aber mit männlicher Begleitung, denn John wollte mich nach nur einem halben Tag gleich in seinen Stamm als Drittfrau aufnehmen. Auch das Argument das ich doch schon so alt sei, ließ er nicht gelten. Als ich ihm dann begreiflich machte das ich ja auch nichts arbeiten konnte aber ständig Hunger haben würde, wurde er nachdenklich…ein Esser mehr, der nichts kann…hmm das Thema war dann erledigt. Aber für Touren weiter in den Busch doch lieber bitte dann eine Begleitung…
Wir haben verschiedene Dörfer besucht. Bei einigen waren wir willkommen, bei anderen nicht. Ich musste draussen warten bis John den Tabak an den Häuptling verteilt hatte und durfte dann über das Holzgerüst in das Dorf. Die Menschen sind nicht freundlich und auch nicht erfreut über Besuch. Allenfalls werden Fremde geduldet. Mehr nicht. Fotografieren kostet extra und sie haben Angst vor der Kamera. In ein Dorf sind wir gekommen (in der Nähe von Jiwika), dort konnte man in einer Rundhütte auf Stroh übernachten und war willkommen. Überall sind Kirchen von den Missionaren zu sehen. Sie stehen nicht weit von den Aussichtstürmen, wovon nach Feinden Ausschau gehalten wird. Die Dörfer sind jeweils mit Holzzäunen eingegrenzt. Es gibt ein Männerhaus, Frauenhäuser und ein langes Kochhaus. Dort hat jede Frau des Häuptlings ihre eigene Kochstelle, sie kochen also nicht gemeinsam. Die Männer leben nicht immer mit Frauen und Kindern gemeinsam.
Das wichtigste im Leben des Mannes ist das Schwein. Und danach die Frau. Ohne Schwein keine Frau. Deswegen werden auch heute noch Frauen einfach bei Nachbarstämmen geraubt. Es ist nämlich so, dass ein Mann erst 5 Schweine haben muss um sich eine Frau kaufen zu können. Und Schweine sind schweineteuer. Also geht der Traum für die Meisten nicht in Erfüllung. Und wenn man dann eine Frau hat, passt man eben gut drauf auf. Denn der Nachbar lauert schon…
Bei den Dani ist es Brauch bei den Frauen, sich bei jedem Todesfall in der Familie ein Fingerendglied abzuschneiden. Man sieht viele ältere Frauen die nur noch Stümpfe am Handballen haben. Mal besser, mal schlechter verheilt, je nach Schärfe des Werkzeugs das gerade zur Verfügung war.
Das Dorf hat für mich die Mumie herausgeholtDas sind Ameisennester: Aufgekocht soll der Sud gegen Krebs helfenEin Kasuar
Die Sterblichkeitsrate ist hoch dort, ich habe nicht mal in Indien soviel von Parasiten befallene, unterernährte Kinder gesehen wie hier. Dicke eitrige Beulen am Körper und fliegenbesetze Augenwinkel, Körper so ausgemergelt und mit aufgetriebenen Bäuchen, das ich mich fragte wie sie noch aufrecht stehen können. Ich habe keine Fotos machen können, aus Respekt. Mit 55 Jahren wird es Zeit zum Sterben dort. Wenn man es bis dahin schafft.
Trotz allem lässt mich die Fasziniation, welche das Land und seine Einwohner auf mich ausübten, bis heute nicht mehr los und ich würde sehr gerne nochmal länger dorthin um tiefer in den Busch vorzudringen. Wenn sich jemand findet, mit dem ich das zusammen machen kann, da ich mir auch heute noch kein Leben als Drittfrau bei John vorstellen kann 🙂
Nach gefühlten 100 Stunden Reise, ständigem Tag und Nachtwechsel und 3 Tagen ohne Bett bin ich jetzt in meinem gemieteten Appartment angekommen. Südlich von Pattaya liegt Jomtien, und südlich von Jomtien das Condominium (Condo) in welchem ich mich für nun einen Monat eingemietet habe. Alles ganz neu und Luxus für nur 369 Euro im Monat, inklusive mehrere hundert Meter Pool und bestens ausgestattetem Fitness-Center. 10 Minuten zu Fuß zum Meer, Seven eleven um die Ecke und die frischen Früchte kommen auf dem Rad mir direkt entgegengefahren :-). Einmal kurz die Hand heben und für 48 Cent eine frische Kokusnuss oder eine zerlegte Ananas für zwischendurch, hmmm lecker. 31 Grad und jeden Tag Sonnenschein.
Blick vom Balkon
Absolut ruhig in diesem Condo, herrlich. Was vermutlich daran liegt, das nur 20 Appartments von den hunderten besetzt sind und die anderen sich teilweise noch im Bau befinden. Zur Hochsaison bei voller Belegung bin ich wieder weg 🙂 Um nur einmal durch den Pool zu schwimmen brauche ich 30 Minuten, unglaublich riesig. Für meine Zwecke (Lernen fürs Studium, Schwimmen, die östlichen Inseln erkunden und Weiterreise nach Kambodscha) genau der richtige Platz.
Hier in dem Viertel ist alles noch sehr ursprünglich drumherum und nur wenige Thais verstehen Englisch. Gestern habe ich mich 1 Stunde für 200 Baht massieren lassen, das war ganz wunderbar und wird jetzt alle zwei Tage wiederholt. Kaum vorstellbar das die Pizza im Restaurant ebenfalls 200 Baht kostet (in S natürlich). Wirklich günstig sind eben nur die lokalen Sachen zum Essen. Da hier alles wirklich hygienisch sauber an den Strassenständen ist, kann man da prima essen. Sofern man Fleisch isst jedenfalls. Für mich wird die tägliche Jagd nach einer fleischlosen Mahlzeit allerdings zu einer Herausforderung.
Vom Airport Suvarnabhumi in Bangkok kommt man übrigens sehr günstig für 122 Baht (3,11 Euro) mit dem Bus hierher. Dieser fährt stündlich von morgen 7 Uhr an. Nach Hua Hin für 350 Baht, Start um 7.30 der erste Bus. Level 1 ganz hinten, direkt vor der Food-Hall, wo man übrigens super essen kann.
Da ich einige getroffen habe, die ohne Visum zum Schalter „Visa on arrival“ gegangen sind aber keine 30 Tage bleiben wollten, möchte ich noch erwähnen: einfach weitergehen, ohne Visum schnurstracks zur Immigration durch. Da bekommt man kostenlos den Stempel für 30 Tage. Ein Flug nach Kambodscha ist übrigens günstiger als das Visum 🙂 Und weil die Frage immer wieder auftaucht: Nein, ich musste nirgends mein Weiterflug Ticket vorzeigen, obwohl ich ohne Visum war.
Von Sulawesi (Makkassar) kommend bin ich in Yogyakarta gelandet und habe von dort aus Borobodur (buddhistische Tempelanlage) und Pranbanam (hinduistische Tempelanlage) besucht.
In fast allen Hotels kann man recht einfach Touren unterschiedlicher Art buchen. Ich hatte eine gebucht, bei der es morgens um 4.30 losging und wir als erstens auf einen Berg geklettert sind um bei Sonnenaufgang auf den Vulkan Merapi zu schauen.
Du kannst lange oder auch kurze Reisen planen oder auch nicht planen. Denn Pläne lassen sich auf Reisen nie komplett einhgalten. Das musst du wissen und auch verstehen.
Wenn du also eine kurze Reise bis zu einem Monat vorher nicht planst, kann dies ins Chaos führen oder dich eben auch viel mehr sehen und erfahren lassen als wenn du es durchgeplant hättest.
Bei einer langen Reise von mehreren Monaten kannst du alles natürlich auch durchplanen, wirst aber schnell merken, dass aus verschiedenen Gründen tausend Dinge dazwischen kommen, die dich davon abhalten werden, deinem Plan zu folgen.
Mein Tipp: Mache ein Gerüst und lasse dir dadrin die Freiheit Sachen ändern zu können.
Manche Flüge sind einfach viel günstiger wenn du sie im Voraus buchst. Wenn du ein Gerüst hast, wirkst du gleichzeitig damit der Reisemüdigkeit entgegen, die automatisch kommt wenn du mehrere Monate unterwegs bist. Ich habe Leute getroffen, die nicht mehr weiterkonnten, weil sie den Sinn verloren hatten, von Reisederpessionen geplagt waren, keine Ideen mehr hatten wohin sie sollten…Deswegen mache dir ein Gerüst bevor du aufbrichst, indem du festlegst was du wo sehen möchtest, was dir wichtig ist und was du auf keinen Fall verpassen möchtest. In vielen Fällen musst du ja auch deine Visa im vorhinein beantragen. Und somit schon die Länder festlegen. Wenn du Flüge buchst, musst du damit rechnen, nicht genug oder zu viel Zeit eingeplant zu haben. Das weisst du eben immer erst hinterher. Lebe damit und freue dich an dem was du sehen durftest. Das nächste Abenteuer wartet schon an einem neuen Platz.
Ich habe Leute getroffen, die völlig planlos zu einer einjährigen Weltreise aufgebrochen waren. Gibt es auch. Du wirst dann nur die meiste Zeit deiner Reise mit der Beantragung von Dokumenten, Buchungen und Planungen verbringen. Irgendwann holen sie dich ein. Die Pläne. Die du sowieso irgendwann machen musst 🙂
Ich reise seit Jahren. Meistens allein. Und finde es supertoll. Das gilt natürlich nicht für alle Menschen und deshalb möchte ich dir die Angst vor dem Alleinreisen etwas nehmen und Tipps geben wie du vor oder während deiner Reise nette Menschen kennenlernen kannst.
Wenn du dich entschließen kannst alleine zu reisen wirst du schnell die vielen Vorteile erkennen:
du kannst in deinem eigenen Tempo reisen. Wenn es dir mal nicht gut geht, reist du langsamer, wenn etwas langweilig ist, ziehst du einfach weiter.
du bist unabhängig in der Hotelwahl. Du kannst dir ganz nach Tagesform oder Budget dein Hostel aussuchen oder auch mal Couchsurfen und musst dich mit niemandem absprechen.
du bist völlig unabhängig und kannst immer wieder neue Streckenabschnittsgefährten finden
du lernst leichter und schneller andere kennen wenn du alleine reist
du kannst spontaner sein. Denn du kannst deine geplante Route einfach wieder verwerfen und etwas anderes machen
Hunger, Durst, Pausen? Klär das nur mit dir selber, du brauchst keinen zu fragen.
Wenn du dich nicht traust alleine zu starten gibt es verschiene Möglichkeiten vorher einen Reisepartner zu finden:
versuche es in einem Reiseforum, entweder du antwortest auf Gesuche oder du stellst selber eine Anzeige rein (dabei solltest du sehr kompromißbereit sein)
du machst eine Zeit Couchsurfing und lernst dadurch jede Menge cooler Leute aus der ganzen Welt kennen, wo vielleicht mal eine gemeinsame Tour möglich ist
Oft wird es jedoch so sein, das weder in deinem Bekanntenkreis noch in einer Gruppe von den o.g Gruppen gerade Zeit und das gleiche Ziel hat wie du und du wirst alleine starten. Weil das Fernweh größer ist als die Angst allein zu sein.
Dann können dir diese Tipps vielleicht weiterhelfen:
übernachte in Dorms, da findest du immer Anschluss, entweder zum Essen gehen am Abend oder zur Weiterreise
buche Ausflüge bei Locals, da lernst du immer nette Leute kennen
lächle immer, denn der erste Eindruck zählt und wenn du still auf den Boden starrst wirst du allenfalls für merkwürdig von den anderen wahrgenommen aber niemals zur Gruppe gehören
reise nicht mit Taxi bei den Ausflügen, sondern nehme immer den Bus oder Zug, da drin sitzen sie. Die anderen.
Besuche Kochkurse, Yogakurse oder Sprachkurse vor Ort, da lassen sich schnell neue Kontakte knüpfen
du musst wissen das auch andere Alleinreisende gar nicht allein sein wollen und froh sind, wenn du sie ansprichst
spreche andere Leute sofort an – wenn du erst 2 Stunden im Zug daneben sitzt, findest du den Anfang gar nicht mehr. Tue es sofort.
Alleinreisende Frauen und Single-Männer
Wenn du als Frau unterwegs bist, wirst du auch auf viele alleinreisende Männer treffen. Was du möchtest solltest du dir vohrher genau überlegen und dich an den Plan halten, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt.
Alleinreisende Männer sind deswegen alleinreisend weil sie gerade allein sind – nicht selten wartet auch eine Freundin daheim 🙂
Und das werden sie sich von dir auch nicht kaputt machen lassen. Deswegen rechne damit, nach der ersten Nacht wieder alleine weiterreisen zu müssen. Wenn du nur etwas Spaß möchtest greif zu, andernfalls erspar dir lieber die Erfahrung. Man muss nicht alles mitnehmen.
Sich verlieben wäre schlecht
Schlecht für deine Reise und schlecht für seine Reise. Keiner möchte sich die Pläne kaputt machen lassen, für die er lange gespart hat, seinen Job für die Weltreise gekündigt hat, alles daheim aufgegeben hat und wodran er Monate geplant und gearbeitet hat. Deswegen könnte der Zeitpunkt nicht ungünstiger sein. Und wenn, dann ist es meistens einseitig. Einseitig macht unglücklich. Also besser gleich: Finger weg von den vermeintlichen Romanzen.
Männer auf Frauenfang
Du kannst damit rechnen das viele alleinreisende Männer auf ein kurzes und unkompliziertes Abenteuer aus sind. Hier liegt die Betonung auf unkompliziert. Sie werden sich weder für dich als Person, noch für deine Reise interessieren.
Männer als Strecken-Abschnittsgefährten
Sind wunderbar, sofern die Grenzen geklärt sind. Mache von Anfang an klar, das nichts läuft und du wirst eine tolle Zeit haben.
Hilflose Reise-Männer
Auch denen wirst du begegnen. Es sind die, denen entweder ein Teil des Gepäcks gestohlen wurde. Oder die, welche dich von ihrer Trennung und Scheidung vollquatschen wollen. Oder die, die sich nicht entscheiden können ob sie lieber nach A oder B wollen. Und die, die einfach nicht allein sein können und ständig Gesellschaft brauchen. Du merkst schon, es sind die, die immer etwas brauchen. Und zwar von dir. Ob du das Spiel mitspielen möchtest kannst du ganz allein entscheiden.
Verrate niemandem dein Hotel. Ich hatte dieses getan und als ich in Indien anreiste, sagte der Rezeptionist: Madame, your husband is waiting in your room. Tja, da hatte ich ein Problem, denn mein „Husband“ wollte gar nicht mehr gehen und hatte sich in dem von mir bereits bezahlten Zimmer einquartiert.