weil man immer wieder frei und neu entscheiden kann was man daraus macht
Meiner fing heute im Fitnesscenter an, der sich ja im gleichen Haus befindet bei strahlendem Sonnenschein und wunderbarer Aussicht auf einen der oberen Pools 🙂
Nach einer Stunde intensivem Training habe ich mich noch lange in den Pools aufgehalten und es fiel mir schwer mich davon zu trennen, aber ich hatte noch ein Ziel: ich wollte einen Versuch mit den blauen Sammeltaxis wagen, weil ich den Pier finden muss von dem ich morgen die Fähre nach Ko Larn für 30 Baht (77 Cent) nehmen möchte. Die Sammeltaxen fahren Nord-Süd und wieder zurück, wäre ja einfach soweit, wenn es nicht die feinen Unterscheidungen geben würde, das manche einen weißen Streifen unten haben, die fahren nämlich über oder zur Sukhumvit Road, oder auch nicht. Nicht einsteigen wenn sie leer sind, dann kann sich der Fahrpreis verzehnfachen, normalerweise kostet er 10 Baht.
Um Verbesserungen an meinem Bein zu erzielen, habe ich auch heute einen Massagesalon aufgesucht und meine Beine für 5 Euro eine Stunde massieren lassen. Ganz wunderbar.
Und noch für 50 Cent frisches Obst wie jeden Tag auf dem Weg besorgt, hmm lecker, dann konnte es weitergehen…
Also den Pier habe ich heute irgendwie nicht gefunden, hatte aber einen absolut perfekten Tag 🙂
Ich hätte nicht gedacht, das es so viele Kilometer sind, die Strecke zieht sich von Süd nach Nord ganz schön, was ja auch Vorteile hat, wenn ich aus meinem Condo rauskomme, habe ich ein Kröten und Grillen Konzert und die Hühner laufen überall rum. Keiner spricht Englisch und die Leute kennen mich schon, der Koch um die Ecke an dem Marktstand weiß schon sehr genau das ich kein Fleisch esse und brät mir prima Reis mit Gemüse für nur 40 Baht (1 Euro). Es gibt kein Nachtleben hier und es ist totenstill. Wunderbar.
Und dann hatte ich spontan beschlossen, den Nachmittag hier zu verbringen und bin dann nach dem Schwimmen beim Meeresrauschen einfach auf der Liege weggeschlafen.
Strandleben…
Da gibt es viel zu tun…
Wie ich dann erst später gecheckt hatte, war das der Gay-Strandabschnitt…
Ich meine das System mit den Taxen, den Stränden und Piers jetzt aber durchschaut zu haben und werde morgen einfach nochmal einen Anlauf nehmen. Den Abend lasse ich beim Essen mit Blick auf Sonnenuntergang und Meer schön ausklingen…
hier sind sie also versammelt, die Männer mit Problemen….Pattayas Klischee ist wahr 🙂
Zu alt und zu wenig Rente um in der Heimat eine schöne Zweisamkeit bei Urlaubsflair genießen zu können. Die eigenen Füße schon lange nicht mehr im Stehen gesehen, das Tribal Tattoo schon seit Jahren verblasst, spielt es hier keine Rolle ob der letzte Besuch im Fitness-Studio schon 10 Jahre her ist. Man kann es ihnen ansehen das sie früher auf ihr Äußeres geachtet haben, doch damit ist jetzt Schluss. Denn hier zählen andere Werte. In diesem neuen Leben. Warum noch anstrengen, wenn es auch entspannter geht?
Bei dem Bierchen am Abend kommen die Barbies auch so. Ob mit oder ohne Bauch und Bierfahne. Sie sind nicht älter als 30, wiegen 45 Kilo und sind 155 gross. Und lächeln. Meistens. Jedenfalls solange sie im Blickfeld sind. Wie oft sehe ich Barbies die Augen gelangweilt verdrehen. Natürlich nur hinter ihren Männern. Unterhaltungen sind nicht bis wenig möglich und auch nicht nötig. Und das ist gut so. Denn davon hatte Mann ja auch schon genug jahrelang in der Heimat. Ständiges Genörgel und Generve, endlose Diskussionen warum das jetzt so ist und nicht anders, warum was noch nicht fertig ist und was man sonst noch alles vergessen hat…Kann keiner mehr hören. Wollen die Männer hier auch nicht mehr hören.
Für das entspanntere Leben gibt es die Bars, wo Mann in Grüppchen um einen abgegrenzten Bereich sitzt, indem die Girls stehen und sich unterhalten und eingeladen werden wollen, auf einen Ladydrink. Man kann sich dann eines aussuchen und bei Gefallen auslösen, was ca. 500 Baht kostet, je nach Location geht es auch günstiger. Den Betrag zahlt man an die Bar. Den Rest muss man mit dem Girl verhandeln. Möchte man täglich Gesellschaft, so ist täglich der Betrag an die Bar zu zahlen. Für jeden Tag wo das Mädchen nicht arbeiten kann und jetzt seine Zeit am Strand, in anderen Bars, bei Ausflügen oder auch auf Zimmern zu verbringt. Nicht selten macht das Gehirn dann auch mal eine Denkpause und Mann glaubt viele Geschichten oder auch an die große Liebe. Das Gute daran: Jeder ist bis jetzt wieder aufgewacht und konnte weiterdenken. Oft jedoch, nachdem viel Geld geflossen ist in finanzierte Wohnungen, Mopeds, eröffnete Geschäfte….Die große Liebe? Ist sicher nicht unmöglich aber hier mit Sicherheit noch schwieriger zu finden als daheim.
Einfacher, jünger, schöner, austauschbar…Warum sich mit übergewichtigen, unzufriedenen, Cellulitis geplagten Heimatfrauen daheim in der Etagenwohnung die Aldi Prospekte anschauen? Wo man hier die Freiheit auf zwei Rädern unter der Sonne Thailands mit hübschen Frauen für die Hälfte des Preises völlig stressfrei haben kann? Gekauft auf Zeit. Und wieder abbestellbar. Wer würde es nicht genauso machen?
Den eigenen Rhythmus finden, einfach nur sein. Das wünschen sich viele Menschen, aber nur wenige haben tatsächlich den Mut dazu. Denn das bedeutet auch immer, etwas anderes dafür aufzugeben. Es gibt nichts geschenkt. Nichts gibt es umsonst. Und auch Freiheit muss erarbeitet werden.
Der Weg zur Freiheit bedeutet, sich den eigenen Unsicherheiten und Ängsten zu stellen. Mut bedeutet nicht das Fehlen von Angst, sondern sich bewusst dem inneren Selbst zu stellen. Die eigene Schwäche als Chance zu erkennen, Dinge zu sehen und ändern zu können oder eben genauso zu belassen wie sie sind. Die Freiheit beginnt immer bei uns selbst.
Unabhängig von Personen und Orten Zufriedenheit finden, das macht wirklich frei.
Ich lebe 4 Monate in Thailand und habe mich frei von Uhrzeiten und Zwängen gemacht. Esse wenn ich hungrig bin, schlafe wenn ich müde bin, Lerne wenn ich den Kopf dafür frei habe und Lust darauf habe. Rechne noch vor dem Zähneputzen ein paar Bloxpots und Quantilen aus und beschäftige mich mit Regressionsrechnungen und Zeitreihenanalysen während der Wasserfall vor meinem Balkon rauscht. Ich gehe jeden Tag ausgiebig Schwimmen, spazieren und super lecker essen (1,50 um die Ecke) und fühle mich tiefenentspannt. Es ist egal ob es 7 Uhr , 3 Uhr oder 20 Uhr ist.
Java gehört zu den großen Sundainseln und hat mehr Einwohner als jede andere Insel der Erde. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten kommt es häufig zu Erdbeben. Auch Vulkanausbrüche sind mehrmals im Jahr zu erwarten.
Auf Java kann man gut mit dem Zug oder mit Bussen reisen. Landschaftlich und kulturell hat Java vieles zu bieten und die Zeit wird immer zu kurz sein.
Blick auf den SemeruMorgens um 4.30 den Berg raufgeklettertBorobodur ist die größte buddhistische Tempelanlage Südostasiens. Man sollte möglichst ganz früh morgens da sein.
Prambanan ist die größte hinduistische Tempelanlage Südostasiens
Komodo Warane leben dort frei und überall und so ist es nur möglich mit einem Ranger eine Tour über die Inseln zu machen, nach vorheriger Registrierung mit Namen und Pass. Man kommt prima mit dem Boot dorthin und der Ausflug lohnt schon deswegen weil die Landschaft an der man vorbei fährt so wunderschön ist.
Die Warane werden ca. 3 Meter lang und 70 kg schwer. Junge Warane leben auf den Bäumen, damit sie nicht von kannibalischen Artgenossen gefressen werden. Warane fressen Säugetiere und Aas und sehen zwar langsam aus, können sich aber ruckartig schnell bewegen und ca 15 km/h laufen. Deswegen sollte man das ganze nicht unterschätzen. Die Runden mit den Rangern, die mit Stöcken bewaffnet sind, sind relativ sicher, solange man sich an die Anweisungen hält und bei der Gruppe bleibt. Normalerweise sind Fütterungen mit toten Ziegen, die von Bäumen baumeln, strengstens verboten, aber gegen viel Geld immer machbar. Als ich da war, hingen einige Ziegen und es war Fütterungszeit. Als Ausländer durfte man überhaupt nicht in die Nähe oder filmen. Beides ist mir jedoch gelungen. Erstaunlich welch riesige Stücke so ein Waran auf einmal herausreißen kann. Die Zähne sind messerscharf und sie sondern ein giftiges Enzym ab, welches das Opfer lähmt. Durch das Gift und die Infektion stirbt man auch nach nur einem einzigen Biss.
Mein Hotel war absolut traumhaft gelegen
In dieser gruseligen Höhe, wo man auch nur mit Guide reinkommt, leben hochgifte Springspinnen (ich musste sie unbedingt sehen aber vor denen hatte der Guide einen Riesenrespekt), die angeblich nur hier zu finden sind und natürlich sind auch viele Fledermäuse da
Bali hat so ziemlich alles für einen perfekten Urlaub: wunderschöne Strände, viel Kultur, nette Menschen und tolle Massagen.
Obwohl die Strände schön sind, derjenige der einen reinen Badeurlaub machen will und viel schwimmen möchte, wird sich ein anderes Ziel aussuchen müssen. Baden ist von gar nicht bis eingeschränkt möglich. Das Wasser ist entweder zu flach, die Wellen zu mächtig oder die Unterströmungen zu gefährlich. Allein in Kuta Beach, bekannt als Surferparadies, ertrinken jedes Jahr bis zu 100 Leute. Die Unterströmungen sind enorm gefährlich. Man kann Bootsausflüge machen und dort dann prima schwimmen. Und es gibt einige kleine Abschnitte in denen man gut Baden kann. Aber die muss man erst mal finden. Somit kann ich nur jedem empfehlen, sich eben kein festes Hotel für 2 Wochen zu buchen, sondern sich erstmal 2 bis 3 Tage lang mit einem Fahrer alles anzuschauen, um sich dann für einen Platz zu entscheiden.
Besuch in einem Ikat DorfBali ist bekannt für Batikarbeitenein guter Platz zum EssenBlick auf den Gunng Agung, der immer wieder aktiv istabendliche Opferzeremonie in einem Dorf
Kaka Coffee oder Kopi Luwak
Der teuerste Kaffee der Welt nimmt den Weg durch den Verdauungstrakt der Schleichkatze (Fleckenmusang). Die Verdauungsenzyme entziehen dem Kaffee die Bitterstoffe und verdaut wird nur das Fleisch der Kaffekirsche drumherum, die Bohne kommt so wieder raus :-). Diese werden dann ganz normal getrocknet, geröstet und gemahlen. Den kompletten Vorgang kann man bei einem Besuch einer der Kopi Luwak Plantagen beobachten und auch etwas von dem übrigens ganz wunderbar schmeckenen Kaffee probieren. In Europa kostet ein Kilo an die tausend Euro.
unbedingte Empfehlung sind die Gili Islands. Sehr gut von Sanur im Osten per Boot zu erreichen. Es sind 3 kleine Inseln, wo keine motorisierten Fahrzeuge sind. Es gibt Pferdekutschen. Jede der drei Inseln hat ihren eigenen Charme und unterscheidet sich von den anderen. Man kann prima schnorcheln und mit Schildkröten schwimmen, je nach Insel Party machen oder seine Ruhe haben. Am Besten schaut man sich wirklich alle drei an. Mir persönlich hat Gili Trawangan am Besten gefallen, ich hatte ein kleines Hüttchen weg vom Trubel und war in 10 Minuten Mitten im Geschehen, schwimmen war prima möglich. Man muss aber wissen das die Boote ziemlich überfüllt sind, die dort zwischen dem Festland und den Inseln hin und herfahren und je nach Insel, Wasserstand und Wind gar nicht an Stegen anlegen können, sondern man muß im Wasser aussteigen. Einer Engländerin vor mir ist ihre gesamte Technik Ausrüstung komplett ins Wasser gefallen und es war alles kaputt. Ich selber habe mich bei hohem Wellengang an der Schraube hinten verletzt.
Mein kleines Hüttchen mitten in der Bananenplantage
….über 17 000 tausend Inseln sollen es sein, die zu Indonesien zählen.
Indonesien zählt zum asiatischen Kontinent bis auf den Teil in Neuguinea, der zum australischen Koninent zählt. Jakarta ist die Hauptstadt von Java und die wichtigste und größte Handelsstadt.
Indonesien hat die größten Regenwaldgebiete der Welt und auf vielen Inseln herrscht immerfeuchtes Tropenklima – Luftfeuchtigkeit 95 %. Auf manchen Inseln sorgt der Monsum für das Klima und sorgt für gleichbleibend hohe Temperaturen.
Mittlerweile hat leider Indonesien Brasilien, was das Ausmaß der Regenwaldzerstörung angeht, überholt. Millionen Hektar Urwald werden in Sumatra in Palmölplantagen umgewandelt. Primaten und andere Tiere verlieren ihren Lebensraum. Menschen verlieren ihr Land und damit ihre Einkommensquelle. 1990 waren noch zwei Drittel Indonesiens mit Regenwald bedeckt, 2010 war es nur noch die Hälfte.
Mit ungefähr 200 Millionen Muslimen stellt Indonesien den Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung der Welt dar (88 % der Bevölkerung Indonesiens sind Muslime). Es gibt keine Religionsfreiheit. Der Islam ist nicht Pflichtreligion, aber ein jeder muss sich einer der fünf Weltreligionen anschließen. Somit ist eigentlich kein Platz mehr für traditionellen Glauben. Trotzdem haben Ahnenkult und Geisterglauben noch einen hohen Stellenwert bei der indigenen Bevölkerung und werden auch heute noch in vielen Ritualen praktiziert.
Indonesien ist in vielen Teilen noch sehr ursprünglich und auf den Inseln mit Bussen zu bereisen. Ansonsten empfehlen sich günstige Flüge mit Air Asia oder auch kurze Strecken zwischen den Inseln mit Booten (auch über mehrere Tage möglich).
Auch wenn es manchmal nicht lustig ist, Dinge nicht funktionieren oder Pläne nicht eingehalten werden können: Lächeln bitte! Denn das ist hier wichtig. Lautes Gebärden lässt einen das Gesicht verlieren und man sinkt rapide im Ansehen bei den Thais. Schwierigkeiten und Probleme existieren zwar, werden aber nicht so behandelt um sein eigenes Gesicht und das des anderen zu bewahren. So ist „mai pen rai“ eines der ersten Sätze, die man hier lernt: macht doch nichts 🙂 Ebenso schlimm ist es, wenn man sich schlampig oder schmutzig kleidet. Thais achten sehr auf ihr Äußeres und hier zählt der Status. Den man natürlich nur hat wenn man sich dementsprechend verhält und kleidet.
Thailand wird von dem seit 1946 amtierenden König Bhumibol regiert, der gleichzeitig das buddhistische Oberhaupt ist. Die Verehrung des Königs ist fast grenzenlos und auch nicht unberechtigt, setzt dieser sich wirklich seit vielen Jahren für sein Volk ein, wobei in den unteren Regierungsschichten die Korruption die Richtung vorgibt.
Thailand erfüllt fast alle Reisewünsche. So gibt es traumhafte Strände, Schnorchelparadiese, Tauchreviere, viel Kultur zu entdecken, Großstadtleben in Bangkok und viele Dinge, die so skurril sind, das man sie gesehen haben muß.
Thailand ist einfach zu bereisen und weitestgehend sicher auch für alleinreisende Frauen. Das Zugnetz ist ganz gut ausgebaut, die Wagons komfortabel und günstig. Wo der Zug nicht hinfährt, fährt der Bus hin, ebenfalls günstig und nicht immer so komfortabel. Oft weiß man auch nicht in welchem Bus man wirklich fährt bis man drinsitzt. Da werden Tickets für den „Luxury-Bus“ verkauft und in letzter Minute ändert sich dann doch noch alles. Aber alles in allem sehr einfach und gut zu machen. Man muss nur aufpassen wem man wieviel Geld wofür gibt. Denn verdienen wollen alle.
Keinesfalls sollte man beim Motorbike Verleih den Reispass hinterlegen. Dieses wird fast von allen Verleihern gefordert. Oft genug bekommt man ihn erst gegen Zahlung von einer Abstandssumme wegen irgendwelcher angeblichen Schäden zurück und kann somit nicht mehr ausreisen. In Bangkok in der Khao San Road gibt es tolle Reisepässe nachgemacht, die sich weitaus besser eignen zu hinterlegen 🙂 Überhaupt gibt es so ziemlich alles in der Khao San Road. Unbedingt sehenswert.
Gleich vorweg: Kein Ziel um mal ein wenig Urlaub zu machen.
Von Sulawesi bin ich nach Jayapura geflogen um von dort mit einer kleinen Propeller Maschine ins Innere zu fliegen: nach Wamena. Der Startpunkt für Expeditionen zu verschiedenen ursprünglichen Stämmen.
Aus dem Flugzeug fotografiert…
2014 war die einzige Gesellschaft die Weiße transportiert hat Trigana Air. Die Tickets kann man nicht vorher kaufen und reservieren. Es gibt nur wenige Plätze und noch weniger Weiße. Ich war sozusagen die einzigste an diesem Vormittag.
Völlig übermüdet von meinem Nachtflug von Makkassar (und die Nacht davor im Bus von Zentralsulawesi) kam ich in Jayapura an. Ich bin also ohne die Gewissheit aber mit dem unbedingten Glauben daran weiterzukommen, hingeflogen. Um Punkt 6 Uhr machte der Schalter von Trigana auf und wurde gestürmt. Ich konnte nur gegen Aufpreis und vieler gut klingender Geschichten die Dame am Schalter von meinem unbedingt dringenden Wunsch überzeugen nach Wamena zu müssen und mir ein Ticket zu verkaufen. Rückflug? Neeee, das konnte man gar nicht kaufen. Nur vor Ort. Da ahnte ich noch nicht das Rückflugtickets für Weiße nur auf dem Schwarzmarkt zu erwerben waren und welche Schwierigkeiten auf mich warteten wieder aus dem Busch rauszukommen. Von meinen Recherchen wusste ich das ich ein von der Polizei in Jayapura ausgestelltes Permit (Surat Jalan) brauchen würde um in Wamena mit damit ebenfalls bei der Polizeistation zu melden. Tja, die Polizei in Jayapura fand ich, aber die wollten mir kein Permit ausstellen. Angeblich hatten sich die Vorschrifen vor ein paar Monaten geändert. Jetzt hatte ich das Ticket und kein Permit. Da nicht rauszufinden war welche Vorschriften sich wie geändert hatten, beschloss ich einfach ohne zu fliegen. An Mut mangelt es mir irgendwie nie. Als ich in Wamena ankam (es durften sogar Hühner und Ziegen mit in die Kabine), war ich froh das die Maschine mit der 1,5 km langen Bahn überhaupt hinkam. Flughafengebäude gab es nicht wirklich, das Gepäck und die Tiere wurden von vielen Menschen unter ein Wellblechdach gezerrt. Wo auch schon ein halber Stamm wartete, auf Besucher oder Mitbringsel aus der Zivilisation. Man muss dazu wissen, daß Wamena total abgeschnitten ist. Alles was es dort gibt, einschließlich das Wasser in Plastikflaschen muss eingeflogen werden. Und das ist teuer. Und rar. Wamena ist die letzte Station vor der Wildnis Papuas, wo noch heute zahlreiche Stämme ursprünglich leben. Das Baliem Tal wurde erst um 1940 überhaupt entdeckt. Noch heute versuchen viele Missionare dort die Menschen zu einem friedlichen Miteinander zu bewegen, ärztliche Behandlung anzubieten und Schulbesuche zu ermöglichen. Bis vor ca zwei Jahrzehnten aßen die verschiedenen Stämme noch Menschenfleisch. (Mir fehlten 10 cm von meinen Haaren hinterher, die abgegessen waren) Dies ist heute offiziell verboten, aber wer weiß schon wie tief Traditionen verwurzelt sind. Der Glaube, wenn man den Feind isst, das die Kraft auf einen übergeht, ist seit vielen Jahrhunderten tief in den Menschen drin. Und der Hunger ebenfalls. Denn es gibt dort nichts. Wirklich gar nichts. Diese Menschen dort lernen erst durch die Missionare heute, was es heißt Ackerbau zu betreiben und somit ein Polster anzulegen um Essen verteilt über das Jahr zu haben. Das wird dort nicht gut angenommen und die Menschen können nur schlecht damit umgehen. Es gibt einen großen Markt in Wamena mit so unerschwinglich teuren Dingen, das ich mir nicht mal Obst gekauft habe. Die Eingeborenen können dort gar nichts kaufen, nur in kleinen Mengen evtl. tauschen.
Nun kann man auch verstehen, warum ein Permit so wichtig ist…Es ist so etwas wie die Lebensversicherung. Also in Wamena angekommen war mir sofort klar das ich einen Guide zahlen muss, der mit seinem Leben für mich bei dem Police-Officer bürgt. Ich suchte mir also einen bekleideten! und englischsprechenden jungen Mann (John) heraus und ging als erstes zur Police-Station. Dort war aber kein Strom oder kein Kopierer oder alles nicht und auch nicht die richtigen Leute um Stempel irgendwo draufzumachen oder Permits auszutellen. Johns Personalien wurden hinterlegt und ich ließ ein Passfoto von mir da. Anders war es gar nicht möglich. Es gibt verschiedene kleine Hotels dort, eins im Norden und eins im Süden und am Airport auch noch eins. Ich schaute mir das im Norden an und entschied mich für den Süden um den Tag drauf doch lieber ins Airport Hotel zu ziehen. Wo dann fette Ratten nachts in meinem Zimmer rumwühlten und an jeder Tür, jedem Fenster und jeder Wand riesengroße HIV Aufkleber waren. Besser als Nord und Süd immer noch, fand ich.
Nachdem ich mit John seinen Tagessatz (den er übrigens umgehend in Betelnüsse umgesetzt hat) ausgehandelt hatte (viel zu verhandeln hatte ich ja nicht, da ich eh auf ihn angewiesen war, aber John verhandelte ziemlich gerne, nur um zu verhandeln), kauften wir noch Gastgeschenke ein. Ich nahm außerdem noch Seifen und Zahnbürsten mit. Dann zogen wir los. Zu Fuß natürlich. Wunderschönes Papua. Die Landschaft ist wirklich traumhaft. Ich kann mir gut vorstellen noch einmal wiederzukommen und längere Trekkingtouren zu machen. Dann aber mit männlicher Begleitung, denn John wollte mich nach nur einem halben Tag gleich in seinen Stamm als Drittfrau aufnehmen. Auch das Argument das ich doch schon so alt sei, ließ er nicht gelten. Als ich ihm dann begreiflich machte das ich ja auch nichts arbeiten konnte aber ständig Hunger haben würde, wurde er nachdenklich…ein Esser mehr, der nichts kann…hmm das Thema war dann erledigt. Aber für Touren weiter in den Busch doch lieber bitte dann eine Begleitung…
Wir haben verschiedene Dörfer besucht. Bei einigen waren wir willkommen, bei anderen nicht. Ich musste draussen warten bis John den Tabak an den Häuptling verteilt hatte und durfte dann über das Holzgerüst in das Dorf. Die Menschen sind nicht freundlich und auch nicht erfreut über Besuch. Allenfalls werden Fremde geduldet. Mehr nicht. Fotografieren kostet extra und sie haben Angst vor der Kamera. In ein Dorf sind wir gekommen (in der Nähe von Jiwika), dort konnte man in einer Rundhütte auf Stroh übernachten und war willkommen. Überall sind Kirchen von den Missionaren zu sehen. Sie stehen nicht weit von den Aussichtstürmen, wovon nach Feinden Ausschau gehalten wird. Die Dörfer sind jeweils mit Holzzäunen eingegrenzt. Es gibt ein Männerhaus, Frauenhäuser und ein langes Kochhaus. Dort hat jede Frau des Häuptlings ihre eigene Kochstelle, sie kochen also nicht gemeinsam. Die Männer leben nicht immer mit Frauen und Kindern gemeinsam.
Das wichtigste im Leben des Mannes ist das Schwein. Und danach die Frau. Ohne Schwein keine Frau. Deswegen werden auch heute noch Frauen einfach bei Nachbarstämmen geraubt. Es ist nämlich so, dass ein Mann erst 5 Schweine haben muss um sich eine Frau kaufen zu können. Und Schweine sind schweineteuer. Also geht der Traum für die Meisten nicht in Erfüllung. Und wenn man dann eine Frau hat, passt man eben gut drauf auf. Denn der Nachbar lauert schon…
Bei den Dani ist es Brauch bei den Frauen, sich bei jedem Todesfall in der Familie ein Fingerendglied abzuschneiden. Man sieht viele ältere Frauen die nur noch Stümpfe am Handballen haben. Mal besser, mal schlechter verheilt, je nach Schärfe des Werkzeugs das gerade zur Verfügung war.
Das Dorf hat für mich die Mumie herausgeholtDas sind Ameisennester: Aufgekocht soll der Sud gegen Krebs helfenEin Kasuar
Die Sterblichkeitsrate ist hoch dort, ich habe nicht mal in Indien soviel von Parasiten befallene, unterernährte Kinder gesehen wie hier. Dicke eitrige Beulen am Körper und fliegenbesetze Augenwinkel, Körper so ausgemergelt und mit aufgetriebenen Bäuchen, das ich mich fragte wie sie noch aufrecht stehen können. Ich habe keine Fotos machen können, aus Respekt. Mit 55 Jahren wird es Zeit zum Sterben dort. Wenn man es bis dahin schafft.
Trotz allem lässt mich die Fasziniation, welche das Land und seine Einwohner auf mich ausübten, bis heute nicht mehr los und ich würde sehr gerne nochmal länger dorthin um tiefer in den Busch vorzudringen. Wenn sich jemand findet, mit dem ich das zusammen machen kann, da ich mir auch heute noch kein Leben als Drittfrau bei John vorstellen kann 🙂